Startseite Gynäkologie Görlitzer Klinik erhält gestohlene Endoskope nach weltweiter Fahndung zurück
Internationale Ermittlungen

Görlitzer Klinik erhält gestohlene Endoskope nach weltweiter Fahndung zurück

|von Christine Zilinski

Fast ein Jahrzehnt nach einem spektakulären Medizintechnik-Diebstahl tauchen zwei hochwertige Endoskope aus dem St. Carolus-Krankenhaus Görlitz wieder auf. Internationale Ermittlungen von Europol bis FBI führten zur Sicherstellung – nun prüft die Klinik, ob die Geräte nach ihrer Odyssee über drei Kontinente noch einsatzfähig sind.

Einbrecher mit Handschuhen und Brechstange bricht Fenster auf
Zehn Jahre nach dem Einbruch erhält das St. Carolus‑Krankenhaus zwei gestohlene Endoskope zurück – sichergestellt bei internationalen Ermittlungen (© Rainer Fuhrmann/ stock.adobe.com)

Fast zehn Jahre nach einem Diebstahl von Medizintechnik im Wert von damals 400.000 Euro aus dem St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz sind zwei der damals entwendeten teuren Endoskope wieder aufgetaucht. Die Geräte im Wert von mehreren zehntausend Euro wurden im November an die Klinik zurückgegeben, teilte die Polizeidirektion Görlitz am Mittwoch mit.

Endoskope nach jahrelanger Fahndung sichergestellt

Sie waren im Rahmen internationaler Ermittlungen unter Beteiligung der US-Bundespolizei FBI bei Durchsuchungen sichergestellt worden. Vorausgegangen war ein Ermittlungskrimi unter Beteiligung der Kripo Görlitz, Europol, der kolumbianischen Polizei und den US-Behörden. Den Angaben der Polizei nach hatte eine kolumbianische Tätergruppe im Juli 2016 bei einem nächtlichen Einbruch im Görlitzer Krankenhaus die teure Medizintechnik gestohlen. Die Diebe schlugen damals offenbar in Kliniken in ganz Europa zu. Die Beute wurde kurz darauf nach Südamerika verschifft und dann über den Schwarzmarkt an Kliniken in Kolumbien, den USA und in anderen Ländern verkauft.

Internationale Tätergruppe überführt und Strukturen zerschlagen

Nachdem 2017 ein Endoskop aus einer Klinik in Wilhelmshaven in den USA aufgetaucht war, schaltete sich das FBI ein. Es folgten Durchsuchungen in den USA, in Kolumbien sowie in Panama. Bei den Durchsuchungen waren insgesamt 84 gestohlene medizinische Geräte sichergestellt worden, darunter auch 41 aus Deutschland. Zwei der Geräte konnten dem Einbruch in Görlitz zugeordnet werden.

Die für die Einbruchsserie verantwortlichen kolumbianischen Bandenstrukturen seien mittlerweile zerschlagen, heißt es weiter. Acht Mitglieder der Gruppe waren bereits 2017 in Peru verhaftet worden. Im Laufe der Jahre sei durch die Diebstähle ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich entstanden. Seit 2019 seien keine vergleichbaren Fälle mehr bekannt. Das Krankenhaus will nun prüfen, ob die alten Geräte technisch noch nutzbar sind.


Quellen

Mehr zum Thema

Werbung Werbung