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HIV-Diagnosen: MV kämpft mit hoher Dunkelziffer und Beratungsengpässen

|von dpa

In Mecklenburg‑Vorpommern weiß Schätzungen zufolge etwa jeder fünfte HIV‑Infizierte nichts von seiner Erkrankung. Besonders in Rostock kommt es derzeit zu Engpässen bei Beratung und Testangeboten, da zentrale Stellen zeitweise ausgefallen sind. Zugleich betont die Landesregierung, wie entscheidend frühe Diagnosen für Therapieerfolg und Prävention sind. Die Aidshilfe übernimmt inzwischen viele Aufgaben, um den wachsenden Bedarf aufzufangen.

Aidsschleife
In Mecklenburg‑Vorpommern kennen laut Schätzungen rund 20 % der HIV‑Infizierten ihre Diagnose nicht. (© Dipak Shelare/stock.adobe.com)

Bei der Beratung Betroffener gibt es Lücken, kritisiert Gesundheitsministerin Drese. Zuständig sind demnach die Kommunen. Rostock(dpa/mv)-Etwa jeder fünfte der rund 1.000 HIV-Infizierten in Mecklenburg-Vorpommern weiß laut Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) nichts von der Infektion. Sie berief sich dabei auf eine Schätzung des Robert Koch-Instituts. Die Zahl derer, die von ihrer Infektion nicht wüssten, müsse reduziert werden, forderte die Ministerin.

Hohe Dunkelziffer bei HIV-Infektionen in MV

«Sobald die Infektion bekannt ist, kann eine wirksame Therapie begonnen werden. Die Personen erkranken dann nicht mehr an Aids und HIV-Neuinfektionen werden weiter reduziert.» Probleme beim Rostocker Gesundheitsamt Allerdings gibt es der Ministerin zufolge in Rostock als der größten Stadt in MV Lücken bei der Beratung und Testung. So habe es einen teilweisen Ausfall beim dafür zuständigen Gesundheitsamt der Hansestadt gegeben. Überdies habe das Landesamt für Gesundheit und Soziales mit Sitz in Rostock seine Sprechstunde zu HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten Anfang 2026 eingestellt.

Aidshilfe übernimmt wichtige Präventionsarbeit

Drese zufolge wurden 2024 in Mecklenburg-Vorpommern 60 HIV-Neuinfektionen festgestellt. Fünf Menschen starben demnach an den Folgen. «Eine HIV-Infektion ist heute gut behandelbar», betonte sie. «Frühzeitig diagnostiziert und therapiert, ist eine normale Lebenserwartung möglich.» Wichtig dafür seien vor allem das Wissen um Risiken sowie niedrigschwellige Testangebote. Aidshilfe springt ein Drese hatte diese Woche das Centrum für Sexuelle Gesundheit der Rostocker Aidshilfe besucht. Das Fachkräfteteam führe Veranstaltungen der sexuellen Bildung mit Kindern und Jugendlichen durch, begleite HIV-positive Menschen und biete Beratung sowie HIV-Tests an. Die Nachfrage habe 2025 stark zugenommen. Drese äußerte vor diesem Hintergrund die Erwartung, dass das Rostocker Gesundheitsamt personell wieder so aufgestellt werde, dass die Aufgabe wieder aufgenommen werden könne.

Key Takeaways

  • Gesundheitsministerin Drese kritisiert Lücken in der Beratung und Testung von HIV-Infizierten in Rostock.
  • Etwa jeder fünfte HIV-Infizierte in Mecklenburg-Vorpommern weiß nichts von seiner Infektion, so eine Schätzung des Robert Koch-Instituts.
  • Frühzeitige Diagnose und Therapie sind entscheidend, um AIDS-Erkrankungen und Neuinfektionen zu reduzieren.
  • Das zuständige Gesundheitsamt in Rostock hat derzeit Versorgungsengpässe; Sprechstunden zu HIV wurden eingestellt.
  • Das Centrum für Sexuelle Gesundheit der Rostocker Aidshilfe bietet wichtige Unterstützung und Tests an.

Quellen

dpa

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