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Wenn Zusatzstoffe riskant werden:

Neue Studie untersucht Krebsgefahr durch Konservierungsstoffe

|von Beatrice Hamberger

Konservierungsstoffe stecken in Pizza, Lasagne und panierter Fertigkost – doch manche Zusätze stehen nun unter Krebsverdacht. Die NutriNet‑Santé‑Kohortenstudie begleitete 105.260 Teilnehmende im Mittel 7,5 Jahre; 4.226 erhielten eine Krebsdiagnose. Besonders Sorbate (u. a. Kaliumsorbat) sowie Sulfite und einzelne Erythorbate waren mit erhöhten Inzidenzen assoziiert.

Fertiglebensmittel: Pizza, Lasagne und Co. enthalten Konservierungsmittel, die im Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu erhöhen.
Konservierungsstoffe stecken in fast allen industriellen Fertigprodukten – einige davon könnten laut Studie mit einem höheren Krebsrisiko verbunden sein. (© K.Oborny/Thieme)

Sie sorgen für eine längere Haltbarkeit und stecken in fast allen industriell hergestellten Lebensmitteln: Konservierungsstoffe. Viele Menschen fragen sich, wie gesund diese Zutaten eigentlich sind. Eine große Studie aus Frankreich weist nun tatsächlich auf ein erhöhtes Krebsrisiko hin. 

Hinweise aus einer großen Langzeitstudie

In die NutriNet-Santé-Kohortenstudie waren 105.260 Personen ab einem Alter von 15 Jahren eingeschlossen, fast 80% waren weiblich. Alle Teilnehmenden waren zu Studienbeginn krebsfrei und füllten über durchschnittlich 7,5 Jahre regelmäßig markenspezifische 24-Stunden-Ernährungsprotokolle aus. Während dieser Zeit erhielten 4.226 Teilnehmende eine Krebsdiagnose, darunter 1.208 Brustkrebs-, 508 Prostatakrebs-, 352 Darmkrebserkrankungen sowie 2.158 andere Krebsarten. Die Krebsdiagnosen wurden über Gesundheitsfragebögen sowie offizielle medizinische Unterlagen und Todesregister erfasst. 

Die Wissenschaftler verglichen dann die Krebsfälle mit dem Konsum von 17 gängigen Konservierungsstoffen, wobei sie zwischen keinem, niedrigem und höherem Konsum sowie zwischen Nicht-Antioxidanzien (hemmen das Wachstum von Mikroben) und Antioxidanzien (reduzieren den Sauerstoffehalt) unterschieden

Welche Zusatzstoffe im Fokus stehen

Bei der Auswertung zeigte sich kein Zusammenhang zwischen der Gesamtaufnahme aller Konservierungsstoffe und dem Krebsrisiko. Zudem erwiesen sich 11 Stoffe einzeln gesehen als unbedenklich.

Allerdings war eine höhere Aufnahme mehrerer Konservierungsstoffe – überwiegend von Nicht-Antioxidanzien wie Kaliumsorbat, Kaliummetabisulfit, Natriumnitrit, Kaliumnitrat und Essigsäure – mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden. Beispielsweise erhöhte die Gesamtaufnahme von Sorbaten, insbesondere Kaliumsorbat, das generelle Krebsrisiko um 14% und das Brustkrebsrisiko um 26%. Sulfite waren mit einem um 12% erhöhten Gesamtkrebsrisiko assoziiert.

Unter den antioxidativen Konservierungsstoffen zeigten lediglich Erythorbate und speziell Natriumerythorbat einen Zusammenhang mit einer höheren Krebsinzidenz.

Key Takeaways

  • Eine große französische Studie deutet darauf hin, dass bestimmte Konservierungsstoffe mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung stehen könnten.
  • Ein höherer Konsum spezifischer Nicht-Antioxidanzien erhöhte das Krebsrisiko: Kaliumsorbat steigerte das Gesamt- und Brustkrebsrisiko erheblich.
  • Antioxidative Konservierungsstoffe wie Natriumerythorbat konnten ebenfalls mit einer höheren Krebsinzidenz assoziiert werden.

Quellen

Hasenböhler A et al. BMJ 2026; 392 :e084917. DOI: 10.1136/bmj-2025-084917

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