Schwangere mit entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zeigen in der Vaginalschleimhaut vermehrt proinflammatorische Zytokine. Während die Zusammensetzung der Vaginalflora stabil bleibt, wirken sich Ernährungsgewohnheiten messbar auf immunologische Parameter aus – besonders ein höherer Gemüseverzehr.
Schwangerschaft: Entzündliche Darmerkrankungen beeinflussen vaginale Immunantwort
Leiden Schwangere unter entzündlichen Darmerkrankungen, wie beispielsweise Morbus Crohn, sind sie häufiger von Störungen der Darmflora betroffen. Nicht ausreichend bekannt war bisher, wie sich die Erkrankung auf die Vaginalschleimhaut auswirkt. Dabei erhöhen vaginale Entzündungen das Risiko für nachteilige Schwangerschaftsergebnisse.
Eine Studie zeigt nun: In der Vaginalschleimhaut von Frauen, die von entzündlichen Darmerkrankungen betroffen sind, lassen sich mehr entzündungsfördernde Moleküle nachweisen als bei Schwangeren ohne entzündliche Darmerkrankungen.
Ernährungseinflüsse: Gemüseverzehr moduliert Immunreaktionen
Die Wissenschaftler bezogen 23 schwangere Frauen mit entzündlichen Darmerkrankungen in ihre Untersuchungen ein, von denen 56,6 Prozent in Remission waren.
Von den betroffenen Frauen hatten:
- 18 Morbus Crohn
- fünf Colitis ulcerosa
Die Kontrollgruppe bildeten 25 gesunde Frauen. Um herauszufinden, inwieweit sich die Darmerkrankungen auswirken, analysierten sie Vaginalabstriche der Teilnehmerinnen. Hinsichtlich der Vielfalt und Zusammensetzung der Vaginalflora zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Allerdings waren die Werte entzündungsfördernder Moleküle bei Schwangeren mit entzündlichen Darmerkrankungen erhöht. So zeigte die Vaginalschleimhaut der betroffenen Frauen eine erhöhte Expression proinflammatorischer Zytokine und gleichzeitig eine verminderte Expression von Interferon(IFN)-γ und IL-4.
Erhöhte proinflammatorische Zytokine bei entzündlichen Darmerkrankungen
Allerdings ließ sich mithilfe von Interviews zu den Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmerinnen auch beobachten, welchen Einfluss die Ernährung der Betroffenen hatte. So zeigte sich bei Schwangeren mit entzündlichen Darmerkrankungen eine Assoziation zwischen dem Verzehr von Gemüse und einer verminderten Expression des entzündungsfördernden IFN-γ und einer erhöhten Expression des entzündungshemmenden IL-4. So spielt die Ernährung den Wissenschaftlern zufolge hier eine bedeutende Rolle.
Key Takeaways
- Schwangere mit entzündlichen Darmerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Vaginalentzündungen und negative Schwangerschaftsergebnisse.
- Eine Studie zeigt, dass diese Frauen mehr entzündungsfördernde Moleküle in der Vaginalschleimhaut aufweisen als gesunde Schwangere.
- Ernährung beeinflusst diese Entzündungswerte: Der Verzehr von Gemüse reduziert entzündungsförderndes IFN-γ und erhöht entzündungshemmendes IL-4.