Hormontherapie kann Hitzewallungen und Schlafstörungen lindern. Doch sie birgt Risiken wie Brustkrebs und Schlaganfälle. Für wen ist sie geeignet – und wann ist Vorsicht geboten?
Wann hilft die Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden?
Moderate und schwere vasomotorische Symptome können durch die Hormontherapie gelindert werden.
Die Hormontherapie in den Wechseljahren lindert Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen. Allerdings ist sie auch mit verschiedenen Nachteilen verbunden.
So kann sich hierdurch etwa das Brustkrebsrisiko erhöhen, ebenso wie das Risiko für Schlaganfälle. Für wen also ist die Hormontherapie geeignet? Eine Sekundäranalyse der randomisierten klinischen Studien der Women’s Health Initiative zeigt: Moderate und schwere vasomotorische Symptome können durch die Hormontherapie gelindert werden.
Jüngere Frauen profitieren ohne erhöhtes Herzrisiko
Einen signifikanten Einfluss auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte nicht beobachtet werden. Allerdings gilt das nur für jüngere Frauen. Bei Frauen über 70 sieht die Sache anders aus. Von den Teilnehmenden hatten sich 39,3 Prozent einer Hysterektomie unterzogen. 60,7 Prozent hatten eine intakte Gebärmutter.
Untersucht wurden die Auswirkungen einer reinen Östrogentherapie sowie einer Therapie mit Östrogen plus Gestagen. Die Nachbeobachtungszeit lag bei 7,2 beziehungsweise 5,6 Jahren. Als primärer Endpunkt wurde das Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen definiert. Deutlich wurde:
- Bei jüngeren Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren kam es sowohl infolge der reinen Östrogentherapie als auch infolge der Östrogen- plus Gestagentherapie zu einer Reduzierung vasomotorischer Symptome, ohne eine signifikante Beeinflussung des kardiovaskulären Risikos.
- Bei Frauen ab 70 Jahren, die von vasomotorischen Symptomen betroffen waren, war das kardiovaskuläre Risiko erhöht, sowohl unter einer reinen Östrogentherapie als auch unter einer Therapie mit Östrogen plus Gestagen.
Für die Praxis bedeutet dies, dass bei älteren Frauen Vorsicht geboten ist, wenn es um die Verordnung einer Hormontherapie geht.