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Damit Sie relevante wissenschaftliche Veröffentlichungen schnell in den Praxisalltag integrieren, bündelt diese Übersicht klinisch bedeutsame Studien, Metaanalysen und Versorgungsdaten. Unsere Fachredaktion sichtet die aktuelle Datenlage kontinuierlich und ordnet neue Erkenntnisse zu Diagnostik, Therapie und Prävention zielgerichtet für den medizinischen Alltag ein.

Neuste Artikel

Singen im Chor
Therapie mit Taktgefühl

Singen dämpft supragastrisches Aufstoßen wirksam – besonders Ältere profitieren

Repetitives supragastrisches Aufstoßen belastet Betroffene erheblich und spricht oft nur mäßig auf die leitliniengerechte Zwerchfellatmung an. Eine randomisierte Studie aus China setzt nun auf einen ungewöhnlichen Ansatz – und zeigt: Strukturierte Gesangtherapie erzielt fast doppelt so hohe Ansprechraten wie die klassische Atemübung. Besonders ältere Patienten mit ausgeprägter Symptomatik profitieren, und der Effekt hält auch einen Monat nach Therapieende an.
Medizinische Fachkraft mit Stethoskop hält ein Schild mit der Aufschrift „Acute Lymphoblastic Leukaemia“ vor einem blau gestalteten medizinischen Hintergrund mit Kreuzsymbolen und EKG-Linie.
Weniger Chemotherapie, bessere Prognose

Blinatumomab setzt neuen Maßstab bei Hochrisiko-ALL

Bei Kindern und Jugendlichen mit neu diagnostizierter B-Zell-ALL des Hochrisikoprofils könnte die Immun­therapie­ mit Blinatumomab die belastende Intensiv­chemotherapie künftig teilweise ersetzen: Unter dem Einsatz des bispezifischen T-Zell-Engager verbesserte sich nicht nur das Überleben, gleichzeitig wurden deutlich weniger gefährliche Infektionen beobachtet. Für Kinder mit einer besonders risikoreichen Form der akuten lymphatischen Leukämie und hohem Rückfallrisiko eröffnen sich deutlich bessere Heilungschancen:
Blutgerinnsel Thrombus im Gefäß
Sicherer als gedacht

Thrombolyse trotz DOAK-Einnahme: kein erhöhtes Blutungsrisiko beim akuten ischämischen Schlaganfall

Direkte orale Antikoagulanzien innerhalb von 24 Stunden vor einem ischämischen Schlaganfall gelten bislang als Ausschlusskriterium für die intravenöse Thrombolyse. Eine große retrospektive Analyse mit über 64.000 Patientinnen und Patienten aus dem globalen TriNetX-Netzwerk zeichnet nun ein anderes Bild – mit deutlich niedrigeren Raten intrakranieller und schwerer Blutungen unter DOAK-Vormedikation und vergleichbarer 30- und 90-Tage-Mortalität. Besonders Apixaban überzeugt mit einem günstigen Sicherheitsprofil.
Gläserner menschlicher Kopf im Profil mit sichtbarem Gehirn und rot markiertem Areal
Pankreaskarzinom mit Abstand an der Spitze

Höchste Schlaganfall-Gefahr in den ersten Monaten nach Krebsdiagnose

Krebs und Schlaganfall treten häufiger gemeinsam auf als lange angenommen. Bereits kurz nach einer invasiven Krebsdiagnose steigt das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall deutlich an. Besonders gefährdet sind Patienten mit Pankreas-, Lungen- oder Ösophaguskarzinom, jüngere Betroffene sowie Menschen mit metastasierter Erkrankung. Kritisch ist vor allem das erste Vierteljahr nach Diagnosestellung.
Blutplättchen
Zeitfenster mit Prognosewert

Gastrointestinale Blutung bei Herzpatienten – Timing der Antithrombotika entscheidet

Nach einer gastrointestinalen Blutung verstirbt jeder vierte kardiovaskulär vorerkrankte Patient innerhalb eines Jahres. Die internationale INTERBLEED-Kohortenstudie mit 3.814 Teilnehmenden zeigt, dass nicht die Blutung selbst, sondern das Aussetzen der antithrombotischen Therapie die kardiovaskuläre Prognose maßgeblich verschlechtert. Eine Wiederaufnahme zwischen dem 4. und 30. Tag halbiert das MACE-Risiko – ohne die Rate an Rezidivblutungen zu erhöhen. Die Daten liefern erstmals prospektive Evidenz für ein günstiges Zeitfenster.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC); Illustration
Neuer Hoffnungsträger

Tambotatug Pelitecan halbiert Sterberisiko in der SCLC-Zweitlinientherapie

Für Patienten mit rezidiviertem kleinzelligem Lungenkarzinom sind wirksame Therapieoptionen bislang rar. Auf dem WCLC 2026 sorgte das gegen B7-H3 gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Tambotatug Pelitecan jetzt für Aufsehen: In der Phase-III-Studie TAISHAN-302 verlängerte die Substanz das Gesamtüberleben bei schwer vorbehandlten SCLC-Patienten signifikant, steigerte die Ansprechrate auf mehr als das 6-Fache von Topotecan und zeigte selbst bei Hirnmetastasen bemerkenswerte Aktivität.
Ärztin in weißem Kittel hält Infusionsbeutel mit frischem Obst wie Orange, Apfel, Kiwi, Trauben und Pflaumen.
Prävention darf nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen

Krebsrisiko systematisch unterschätzt: Nur 12% der Deutschen halten ihr Risiko für hoch

Das persönliche Krebsrisiko wird in Deutschland dramatisch unterschätzt: Nur jeder Achte hält es für hoch oder sehr hoch – auch Raucher, regelmäßige Alkoholkonsumenten und chronisch Kranke schätzen ihre Gefährdung kaum höher ein. Dem steht ein tatsächliches Lebenszeitrisiko von 43% bei Frauen und 49% bei Männern gegenüber. Diese Fehlwahrnehmung hat direkte Konsequenzen für die Nutzung von Früherkennungsangeboten, die Bereitschaft zu Lebensstiländerungen und die Wirksamkeit klassischer Aufklärungskampagnen. Wissen allein schützt offenbar nicht: Gefragt sind zielgruppenspezifische Ansätze, die Risikowahrnehmung und Selbstwirksamkeit gleichermaßen stärken.
DNA‑Strang mit digitalem Datenmuster
Eine Aminosäure trennt zwei schwere Herzerkrankungen

RBM20-Mutation entscheidet über Verlauf erblicher Kardiomyopathien

Ein einziger Aminosäure-Austausch im Herzprotein RBM20 kann darüber entscheiden, ob Betroffene eine dilatative oder eine Non-Compaction-Kardiomyopathie entwickeln. Forschende aus Würzburg und Heidelberg zeigen mit Stammzellmodellen und CRISPR, wie die Mutation den Kalziumhaushalt der Herzzellen stört – und liefern erste Hinweise auf mutationsspezifische Therapien mit Verapamil.
Hirnmetastasen radiologische Aufnahme
Metastasen

Wenn Brustkrebs ins Gehirn streut

Brustkrebs kann im fortgeschrittenen Stadium auch andere Organe befallen. Besonders belastend sind Metastasen im Gehirn, die den Krankheitsverlauf und die Behandlung vor besondere Herausforderungen stellen. Eine aktuelle Studie hat deshalb untersucht, wie häufig Hirnmetastasen auftreten und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Frühchen im Inkubator mit Messsonde am Fuß
Frühgeburten

Schwanger und Long COVID – was heißt das für Mutter und Kind?

Eine Schwangerschaft ist schon alleine aufregend – doch was, wenn die werdende Mutter zusätzlich von Long COVID betroffen ist? Eine Studie hat nun untersucht, ob die Erkrankung das Risiko für Frühgeburten und andere Schwangerschaftskomplikationen erhöht. Das Ergebnis ist zunächst beruhigend, zeigt aber auch ein mögliches Warnsignal.
Lupe personalisiert
Unterschätzter Leber-Phänotyp

Kryptogene Fettleber bei Schlanken – erhöhte leberbezogene Sterblichkeit trotz fehlender Risikofaktoren

Eine hepatische Steatose bei schlanken Menschen ohne kardiometabolische Risikofaktoren galt lange als klinisch wenig bedeutsam. Eine multinationale Analyse von fast 700.000 Personen aus fünf Kohorten zeigt nun das Gegenteil. Betroffene mit kryptogener steatotischer Lebererkrankung wiesen erhöhte Leber-Entzündungs- und Fibrosemarker, häufiger PNPLA3- und TM6SF2-Risikovarianten sowie eine signifikant höhere leberbezogene Mortalität auf – mit klaren Konsequenzen für die Risikoeinschätzung in der Praxis.
Butterröllchen auf Marmor
Pflanzliche Fette statt Butter & Co.

Kann eine Ernährungsumstellung das Überleben nach Prostatakrebs verbessern?

Könnte eine Nahrungsumstellung dazu beitragen, die Prognose von Prostatakarzinompatienten zu verbessern? Würe es zum Beispiel helfen, weniger Butter, Wurst und Käse zu essen und stattdessen auf Olivenöl, Nüsse oder Hülsenfrüchte zu setzen? In der Allgemeinbevölkerung senkt eine solche Reduktion der gesättigten Fettsäuren nachweislich das Mortalitätsrisiko. Die ernüchternde Nachricht für Ihren Patienten: Einen direkten Einfluss auf den Verlauf des Prostatakarzinoms selbst scheint die Fettzusammensetzung der Nahrung nicht zu haben. Die gute Nachricht: Trotzdem senkt der Patient dadurch sein Risiko zu versterben – weil er damit sein Herz schützt und das Risiko anderer Krebserkrankungen reduziert.

Medizinische Studien: FAQ – Häufige Fragen

Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten mit hoher Relevanz für die evidenzbasierte Medizin. Dazu gehören primär randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), systematische Reviews, Metaanalysen sowie große Kohorten- und Registerstudien. Ergänzt wird die Berichterstattung durch aktuelle Daten aus der Versorgungs- und Gesundheitsforschung, um auch langfristige Trends im Real-World-Kontext abzubilden.