Die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH) entwickelt sich zunehmend zu einer der zentralen Herausforderungen der modernen Gastroenterologie. Adipositas, Diabetes und das metabolische Syndrom treiben die Prävalenz der chronischen Lebererkrankung kontinuierlich nach oben – mit teils dramatischen Langzeitfolgen: Über Jahre hinweg kann eine MASH in eine Leberzirrhose münden und die leberbedingte Mortalität deutlich erhöhen.
Remission einer MASH nach bariatrischer Operation verlängert Überlebensrate | #054: Study Snacks – Gastroenterologie
Study Snacks – Gastroenterologie2 Episoden
Doch wie lässt sich der Therapieerfolg messen, wenn klassische Mortalitätsstudien Jahrzehnte dauern würden? Hier kommen Surrogatendpunkte ins Spiel – etwa die histologische MASH-Remission ohne Verschlechterung der Fibrose. Ob dieser Endpunkt tatsächlich mit einem längeren Überleben einhergeht, hat ein französisches Forschungsteam am Universitätsklinikum Lille im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie untersucht. Im Fokus stand die bariatrische Chirurgie, die sich bei MASH bereits als wirksame Therapieoption etabliert hat.
In unserer neuen Folge der Study Snacks, nehmen wir die im August 2025 in Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlichte Arbeit von Lassailly et al. unter die Lupe. Erfahren Sie in rund fünf Minuten, wie die Forschenden über einen Beobachtungszeitraum von mehr als zehn Jahren den Zusammenhang zwischen histologischem Ansprechen und 15-Jahres-Überlebensrate analysiert haben, welche Patientengruppen besonders profitieren – und warum die Ergebnisse weit über den Bereich der bariatrischen Chirurgie hinaus klinische Relevanz entfalten könnten.
Jetzt reinhören – Kompaktes Studienwissen für Ihren Praxisalltag!
Episoden-Skript
Study Snacks – Relevante Studien, kurz zusammengefasst.
Thema: Remission einer MASH nach bariatrischer Operation verlängert Überlebensrate
Die Originalstudie zu dieser Zusammenfassung wurde im August 2025 im Magazin „Clinical gastroenterology and hepatology“ veröffentlicht.
Die „Lille Bariatric Cohort Study“ ist eine prospektive Kohortenstudie, die 1994 am Universitätsklinikum Lille in Frankreich initiiert wurde. Ziel der Studie war es, die langfristigen klinischen Auswirkungen der bariatrischen Chirurgie zu untersuchen. Die Forscher schlossen erwachsene Patienten in die Studie ein, die sich einer primären bariatrischen Operation unterzogen und bereit waren, sich vor und nach dem Eingriff Leberbiopsien entnehmen zu lassen. Patienten mit Alkoholmissbrauch, anderen Lebererkrankungen oder hepatotoxischer Medikamentenexposition schlossen die Forscher von einer Studienteilnahme aus.
Vor der bariatrischen Operation nahmen alle Patienten an einem Vorbereitungsprogramm teil. Dieses gestalteten Ernährungsberater, Psychologen, Diätassistenten und Krankenschwestern, um die präoperative Versorgung an das individuelle Profil der Patienten anzupassen. Während der Operation entnahmen die Chirurgen dann routinemäßig eine Leberbiopsie. Diese beurteilte anschließend ein Pathologe.
Als primären Endpunkt betrachteten die Forscher den Zusammenhang zwischen einer Veränderung im MASH- und Fibrosestatus innerhalb eines Jahres nach der Operation und dem langfristigen Überleben der Patienten. Hierfür nutzten die Forscher Cox-Regressionsmodelle.
Zu Beginn der Studie lagen von über 2.500 Patienten Leberbiopsien vor. Davon wies knapp ein Zehntel der Patienten eine MASH und bzw. oder eine signifikante Fibrose auf. Die Forscher beobachteten die Patienten nach der bariatrischen Operation über einen Zeitraum von durchschnittlich über 10 Jahren nach. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die 15-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit MASH zu Studienbeginn niedriger ist als bei jenen Patienten ohne MASH. Ähnliches galt für Patienten mit fortgeschrittener Fibrose.
Patienten, bei denen sich die MASH nach der bariatrischen Operation zurückbildete, ohne dass sich die Fibrose verschlechterte, zeigten kein erhöhtes Mortalitätsrisiko mehr. Auch bei Personen mit signifikanter Fibrose zu Beginn verbesserte sich das langfristige Überleben, wenn sich die Fibrose in eine mildere Form zurückentwickelte. Dagegen zeigte sich ein erhöhtes Sterberisiko bei fortbestehender MASH oder weiter fortschreitender Fibrose.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Remission von MASH und die Verbesserung einer Fibrose nach bariatrischer Operation als valide Surrogatendpunkte für das Langzeitüberleben dienen können. Sie könnten somit künftig als Zielparameter in Studien und Therapieentscheidungen genutzt werden. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen, insbesondere auch außerhalb der bariatrischen Chirurgie.
Zu Beginn der Studie lagen von über 2.500 Patienten Leberbiopsien vor. Davon wies knapp ein Zehntel der Patienten eine MASH und bzw. oder eine signifikante Fibrose auf. Die Forscher beobachteten die Patienten nach der bariatrischen Operation über einen Zeitraum von durchschnittlich über 10 Jahren nach. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die 15-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit MASH zu Studienbeginn niedriger ist als bei jenen Patienten ohne MASH. Ähnliches galt für Patienten mit fortgeschrittener Fibrose.
Patienten, bei denen sich die MASH nach der bariatrischen Operation zurückbildete, ohne dass sich die Fibrose verschlechterte, zeigten kein erhöhtes Mortalitätsrisiko mehr. Auch bei Personen mit signifikanter Fibrose zu Beginn verbesserte sich das langfristige Überleben, wenn sich die Fibrose in eine mildere Form zurückentwickelte. Dagegen zeigte sich ein erhöhtes Sterberisiko bei fortbestehender MASH oder weiter fortschreitender Fibrose.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Remission von MASH und die Verbesserung einer Fibrose nach bariatrischer Operation als valide Surrogatendpunkte für das Langzeitüberleben dienen können. Sie könnten somit künftig als Zielparameter in Studien und Therapieentscheidungen genutzt werden. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen, insbesondere auch außerhalb der bariatrischen Chirurgie.
„Study Snacks“ sind eine Produktion der Georg Thieme Verlag KG.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Diese Podcast-Beschreibung wurde mit Unterstützung einer KI erstellt und nach sorgfältiger redaktioneller Prüfung veröffentlicht.
In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].