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Endokrinologie & Diabetes

Hormonelle Regulation und Stoffwechselprozesse beeinflussen nahezu jedes Organsystem. Der Bereich "Endokrinologie & Diabetes" greift diese Komplexität auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die endokrine und diabetologische Fragestellungen in einen klaren klinischen Kontext setzen.

Neuste Artikel

Ein gesunder Einkauf liegt in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt
Das Geschäft mit dem Gewicht

Abnehmspritze und Wegovy-Tablette: Wie GLP-1 Einkaufsverhalten und Ernährungsgewohnheiten verändert

Semaglutid-Präparate werden zum Milliardenmarkt und verändern das Einkaufsverhalten – weniger Chips, Snacks und Softdrinks, mehr Obst, Gemüse und Protein. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach der oralen Darreichungsform in deutschen Apotheken zunächst verhalten, während die Kostenfrage weiter umstritten ist.
Arzt mit Stethoskop tippt auf ein digitales Feld mit der Aufschrift Type 1 diabetes vor einem Hintergrund mit medizinischen Symbolen
Management des Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen

Neuer ADA/EASD-Konsensus: Präzisere Diagnostik, smarte Therapie und (kardiovaskuläre) Prävention

Der neue ADA/EASD-Konsensus zum Typ-1-Diabetes ist mehr als ein reines Update. Er schärft die Diagnostik mit einem strukturierten Algorithmus, etabliert automatisierte Insulinabgabesysteme als bevorzugte Therapieform und widmet dem kardiovaskulären Risikomanagement, dem Komplikationsscreening und der Adipositastherapie erstmals eigene Kapitel. Zudem rücken krankheitsmodifizierende Ansätze wie Teplizumab stärker in den Fokus.
Vier an Fäden aufgehängte Kugeln vor violettem Hintergrund. Links schwingt eine rote Kugel mit der Aufschrift „Diabetes“, rechts drei dunkle Kugeln, von denen eine die Aufschrift „Kidney Disease“ trägt. Die Kugeln sind wie ein Newton-Pendel angeordnet.
Keine universelle Nephroprotektion

Renale Effekte von SGLT2-Hemmern und GLP-1-Rezeptoragonisten vor allem bei Albuminurie

SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten gelten als nierenprotektive Säulen der Typ-2-Diabetes-Therapie. Der renoprotektive Effekt scheint jedoch an das Vorliegen einer Albuminurie gebunden zu sein. Bei normoalbuminurischen Patienten blieb der Nutzen im Rahmen einer sogenannten Target-Trial-Emuliation aus. Und Achtung: Sulfonylharnstoffe waren bei dieser Patientengruppe sogar mit einem beschleunigten Nierenfunktionsverlust assoziiert.
Person in Sportkleidung macht auf einer asphaltierten Straße im Grünen eine kurze Pause während des Trainings und stützt die Hände auf die Knie. Im Hintergrund sind Bäume und Sonnenlicht zu sehen.
Prävention mit Potenzial

Bewegung schützt vor Diabetes: Ältere gewinnen am meisten

Regelmäßige moderate bis intensive körperliche Aktivität senkt das Risiko für einen Typ-2-Diabetes – das ist bekannt. Neu ist, dass Jüngere zwar prozentual stärker profitieren,  bei jüngeren Erwachsenen relativ stärker – doch der absolute Präventionsnutzen ist bei älteren Menschen und bei Personen mit prädiabetischer Stoffwechsellage am größten. Gerade bei älteren, metabolisch vorbelasteten Patientinnen und Patienten lohnt sich die Motivation zu mehr Bewegung besonders. Wichtig ist dabei das erreichte Gesamtvolumen, das möglichst nahe an oder über den von der WHO empfohlenen 150 Minuten pro Woche liegen sollte.
Schilddrüse als Zeichnung, umfasst von 2 Händen
Knochen- und Mineralhaushalt

Parathyreoidektomie schlägt Kalzimimetika bei sekundärem Hyperparathyreoidismus

Parathyreoidektomie bei sekundärem Hyperparathyreoidismus an der Dialyse: Eine Registerauswertung mit über 22 000 Patienten zeigt klare Vorteile der chirurgischen Therapie gegenüber Kalzimimetika. Weniger Todesfälle, weniger Sepsis und weniger milde kognitive Einbußen sprechen dafür, die OP-Option früher ins Spiel zu bringen.
Ältere Person mit weißem Haar, Brille und gemustertem Schal sitzt in einem Innenraum vor einem Bücherregal und spricht mit einer Pflegekraft, die mit dem Rücken zur Kamera zu sehen ist.
Wenn weniger mehr sein könnte

Zu strenge Blutzuckerkontrolle im Pflegeheim?

Muss ein älterer Mensch mit Diabetes in ein Pflegeheim, ist er meist gebrechlich, multimorbide und hat eine begrenzte Lebenserwartung. Eigentlich sprechen in dieser Situation viele Faktoren für eine vorsichtige Diabetesbehandlung mit Fokus auf Lebensqualität und der Vermeidung von Hypoglykämien. Dennoch bleiben die HbA1c-Werte häufig unter den in dieser Situation empfohlenen Zielbereichen und es kommen komplexe Therapien zum Einsatz. Über eine De-Intensivierung wird eher selten nachgedacht.
Frühe Therapie zahlt sich aus

Frühe Statintherapie bei Typ-2-Diabetes senkt Demenzrisiko

Bei Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes war der frühe Beginn einer Statintherapie in einer landesweiten dänischen Kohortenstudie mit 132.585 statin-naiven Patienten mit einem um 15% geringeren relativen Demenzrisiko über 10 Jahre assoziiert – deutlich stärker ausgeprägt als bei verzögertem Therapiebeginn. Besonders vaskulär bedingte Demenzen wurden seltener beobachtet. Die auf dem ESC Congress 2026 vorgestellten Daten liefern ein weiteres Argument gegen die verbreitete Therapieträgheit beim LDL-Cholesterin-Management.
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Gesund durch die Schwangerschaft

Stark gegen Gestationsdiabetes?

Eine Schwangerschaft geht mit zahlreichen körperlichen Veränderungen einher und kann etwa das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Gestationsdiabetes erhöhen. Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob gezieltes Krafttraining während der Schwangerschaft diesem Risiko entgegenwirken kann. Dabei wurde auch betrachtet, welchen Einfluss das Training auf die Lebensqualität der Frauen hat.
Anatomische Illustration eines menschlichen Oberkörpers mit dunkel dargestellten Lungen und orange hervorgehobenem Thymus zwischen den Lungenflügeln.
Thymusfunktion unter der Lupe

Bestrahlung des Thymus hat Folgen für Lungenkrebspatienten

Der Thymus gilt bei Erwachsenen oft als Organ ohne große Bedeutung. Eine unbeabsichtigte Mitbestrahlung des Immunorgans schwächt bei NSCLC-Patienten jedoch die Immunabwehr und verschlechtert die Prognose: Das Risiko für Fernmetastasen steigt deutlich. Experten fordern deshalb einen besseren „Strahlenschutz“ des Immunorgans.
Dreidimensionale Darstellung einer Proteinstruktur mit Alpha-Helices und Beta-Faltblättern vor einem digitalen Datenhintergrund
Molekulare Warnsignale schon im Jugendalter nachweisba

CKMD beginnt im Kinderzimmer: Proteine verraten das Risiko Jahrzehnte vor der Erkrankung

Kardiovaskuläre, renale und metabolische Erkrankungen entstehen nicht erst im Erwachsenenalter. Eine umfangreiche Proteomanalyse zeigt, dass sich die biologischen Weichen für spätere Herzinfarkte, Diabetes, Fettleber und Nierenerkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter stellen. Tausende Blutproteine offenbaren dabei Risikomuster, die klassischen Screeningverfahren oft verborgen bleiben und sogar therapeutisch beeinflussbar sein könnten.
Person in sitzender Position hält sich das Knie; das Kniegelenk ist mit einer rot hervorgehobenen Schmerzzone dargestellt.
Gemeinsame immunologische Stellschraube

Adipositas und Rheuma teilen dieselbe Entzündungsachse – Colchicin als neue Option

Lange galt vor allem das Übergewicht als Belastungsfaktor für die Gelenke. Nun rückt eine gemeinsame Entzündungsachse von Adipositas und rheumatoider Arthritis in den Fokus. Intermediäre Monozyten sind sowohl bei rheumatoider Arthritis als auch bei Adipositas deutlich vermehrt und treiben die Entzündung an. Nach bariatrischer Operation normalisiert sich das Muster – anders als unter moderater Lebensstilintervention. Eine randomisierte Leipziger Studie prüft nun, ob eine antientzündliche Therapie mit Colchicin oder IL-1-Blockade die Insulinempfindlichkeit bei Adipositas verbessert. Für RA-Patienten mit Adipositas könnte sich ein gemeinsamer therapeutischer Ansatzpunkt eröffnen.
Microdosing statt Eskalation

Reicht wenig Inkretintherapie für einen messbaren Gewichtsverlust und kardiometabolische Benefits?

In der täglichen Praxis erreichen nicht alle Patienten die empfohlene Erhaltungsdosis von Semaglutid oder Tirzepatid. Doch reicht das für einen therapeutischen Effekt? Ein messbarer Gewichtsverlust scheint selbst ohne Dosiseskalation möglich zu sein, insbesondere unter Tirzepatid. Die aus Studien bekannten kardiorenalen Vorteile bleiben jedoch aus. Zudem deutet sich unter niedrig dosiertem Tirzepatid ein mögliches renales Warnsignal an.

Endokrinologie & Diabetes: Häufige Fragen zum Themenbereich bei Thieme Praxis

Der Themenbereich bündelt aktuelle, praxisrelevante Beiträge zu hormonellen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus. Im Fokus stehen unter anderem Diagnostik und Therapie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen sowie seltenen endokrinologischen Krankheitsbildern und ihren Auswirkungen auf weitere Organsysteme.