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Endokrinologie & Diabetes

Hormonelle Regulation und Stoffwechselprozesse beeinflussen nahezu jedes Organsystem. Der Bereich "Endokrinologie & Diabetes" greift diese Komplexität auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die endokrine und diabetologische Fragestellungen in einen klaren klinischen Kontext setzen.

Sie finden hier fachlich fundierte Beiträge, die aktuelle Erkenntnisse einordnen und ihre Bedeutung für Diagnostik, Therapie und Langzeitmanagement sichtbar machen.

Neuste Artikel

Grafische Darstellung mit zahlreichen ineinander liegenden Symbolen für weiblich und männlich in Blau und Rosa auf unscharfem Hintergrund.
Organschutz ungleich verteilt

Gender Health Gap in der Diabetologie: Systemisches Defizit, kein Einzelfall

Frauen mit Typ-2-Diabetes erhalten lebensverlängernde, organschützende Therapien deutlich seltener als Männer – trotz häufig sogar größerem Nutzen. Real-World-Daten zeigen ein systematisches Versorgungsdefizit. Gleichzeitig belegt ein datenbasiertes Modell: Geschlechtersensible Präzisionsmedizin kann Therapieversagen um 38% reduzieren und Komplikationen wirksam senken.
Eine junge Frau sitzt auf einer Parkbank im Freien, trägt einen kontinuierlichen Glukosesensor am Oberarm und blickt auf ein aufgeklapptes Laptop auf dem Schoß.
Unterschätzter Einfluss der Hormone auf den Diabetes

Monatszyklus und Menopause erfordern therapeutisches Fingerspitzengefühl

Diabetes verläuft bei Frauen anders – und Hormone spielen dabei eine zentrale Rolle. so steigt der Insulinbedarf in der Lutealphase um bis zu 15% – moderne AID-Systeme bilden das nicht ab. In den Wechseljahren lösen sich vertraute Muster auf: Rund zwei Drittel der Frauen mit Typ-1-Diabetes berichten nach der Menopause über instabilere Glukoseverläufe. Eine zyklus- und lebensphasenadaptierte Diabetestherapie daher wäre dringend angeraten, in der Praxis bleibt dies jedoch in der Regel außen vor. Dies gilt es zu ändern.
Stethoskop auf Euro-Scheinen
Sparzwang gefährdet Menschenleben

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz darf nicht zum Versorgungskiller werden

Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) drohende Versorgungslücken für über 9 Millionen Menschen mit Diabetes. In DDG zertifizierten Kliniken könnten laut aktuellen Daten jährlich rund 1.140 Leben gerettet werden – doch pauschale Sparvorgaben gefährden spezialisierte Strukturen in Praxen und Krankenhäusern.
Mehrere kleine rote Fähnchen auf dünnen Stäben sind auf einer weißen Fläche verteilt und stehen in unterschiedliche Richtungen.
Frühe Fenster für Prävention

PMOS und Gestationsdiabetes: Präventionspotenzial bleibt ungenutzt

Bis zu 15% der Frauen im fertilen Alter sind vom polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS) betroffen, bis zu 70% davon undiagnostiziert. Rund 7% der Schwangeren entwickeln einen Gestationsdiabetes – mit 7- bis 10-fach erhöhtem späterem Typ-2-Diabetes-Risiko und verdoppeltem kardiovaskulärem Risiko. Beide Konstellationen sind klar erkennbare Frühwarnsignale, deren strukturierte Nachsorge in Deutschland jedoch bislang fehlt – und das hat weitreichende Folgen für die langfristige kardiometabolische Gesundheit von Frauen.
Nahaufnahme einer Hand, die eine brennende Zigarette hält; Rauch steigt sichtbar nach oben.
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Lebensstil als Krebstreiber bei Jüngeren – nur die halbe Wahrheit?

Krebsinzidenzen steigen bei jüngeren Erwachsenen deutlich an – doch wie groß ist dabei der Einfluss klassischer Verhaltensrisikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder BMI? Offenbar können diese Lebensstilfaktoren allein die Entwicklung nicht erklären, sodass andere Ursachen in den Fokus klinischer Forschung rücken.
Aufgeschnittene Avocadohälften mit Kern und grünem Fruchtfleisch liegen auf einer groben Stoffunterlage auf einem Holztisch.
Klinisch relevante Wirkung

Hält eine Avocado pro Tag den Blutzucker in Schach?

Ein nährstoffdichtes Lebensmittel statt aufwendiger Ernährungsumstellung – reicht das, um die glykämische Last der Alltagskost messbar zu senken? Eine 6-monatige randomisierte Studie an Erwachsenen mit erhöhtem Taillenumfang liefert hierzu Daten: Der tägliche Verzehr einer großen Avocado reduzierte die glykämische Last um knapp 14 Punkte – ohne weitere Ernährungsempfehlungen oder Verbotslisten. Eine einfache, gut umsetzbare Strategie mit potenziell relevanten kardiometabolischen Implikationen.
Ein Elternpaar geht am Ufer eines Gewässers entlang und hält gemeinsam ein Kind an den Händen, sodass das Kind beim Gehen leicht angehoben wird.
Je früher, desto schlechter

Übergewicht gleich Übergewicht? Beim Krebsrisiko stimmt das nur bedingt

Adipositas zählt zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Krebs – doch nicht jedes Übergewicht wirkt sich gleich aus. Entscheidend scheint der Zeitpunkt der Gewichtszunahme im Erwachsenenalter zu sein: Wer früh adipös wird, trägt ein deutlich höheres Risiko für bestimmte Krebsarten – mit klaren Unterschieden zwischen Männern und Frauen.
Eine Person im weißen Kittel mit Stethoskop zeigt mit beiden Zeigefingern auf Holzwürfel, auf denen das Wort „HITZE“ geschrieben steht.
Manche mögen's eben nicht heiß...

Achtung – bei Hitze können Medikamente plötzlich anders wirken!

Steigende Temperaturen verändern die Pharmakokinetik vieler Arzneimittel spürbar. Nicht nur transdermale Pflaster, Insulin sowie Diuretika und Antihypertensiva können bei Hitze stärker oder schneller wirken. Die Folgen können von einer Überdosierung bis zur Dehydratation reichen. Haben Sie sofort parat, worauf es bei der Beratung Ihrer Patientinnen und Patienten während Hitzewellen ankommt? Testen Sie sich selbst!
Zusätzlicher Schutzmechanismus?

GLP-1-Agonisten bei Brustkrebs: Bessere Überlebensraten bei Adipositas und Diabetes

Brustkrebspatientinnen können mit einer Therpaie mit GLP-1-Rezeptorantagonisten ihr Rezidiv- und Mortalitätsraten reduzieren – sofern sie gleichzeitig stark übergewichtig oder an einen Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Damit wird die Substanzklasse durchaus onkologisch interessant, auch wenn die aktuelle Studienlage noch keine Aussagen darüber zulässt, ob der Effekt rein auf die metabolische Kontrolle durch die „Abnehmspritze" zurückzuführen ist, oder ob eventuell auch darüber hinausgehende Schutzeffekte eine Rolle spielen.
drei Hände, die jeweils ein Puzzleteil hochhalten - eines rot, eines blau, eines gelb
Neue Klasse von Inkretin-Mimetika in der Adipositastherapie

Topline-Daten aus TRIUMPH-1: Bis zu 30% Gewichtsverlust mit Triple-Agonist

Bis zu 38,5 kg weniger Körpergewicht nach 104 Wochen – der Triple-Agonist Retatrutid aus der Phase-III-Studie TRIUMPH-1 nähert sich in der höchsten Dosierung Ergebnissen, die bislang nur die bariatrische Chirurgie erzielte. Auch die niedrige 4-mg-Dosis senkte das Gewicht um durchschnittlich 19%. Zusätzlich besserten sich Taillenumfang, Lipidprofil, Blutdruck und hsCRP. Die Verträglichkeit blieb auf dem Niveau bekannter Inkretin-Therapien.
Wecker auf weißem Teller mit Besteck
Zwischen Nutzen und Risiko

Intervallfasten und Co.: Wann wird Fasten gefährlich?

Intervallfasten gilt als gesunder Trend, doch der Grat zwischen Nutzen und Risiko ist schmal. Wer nach Uhrzeit statt nach Hungergefühl isst, riskiert Heißhunger, Essanfälle und ein gestörtes Körpergefühl. Besonders bei Neigung zu restriktivem Essverhalten kann Fasten problematisch werden – diese Warnsignale sollten Sie kennen.
Ein übergewichtiges junges Paar steht eng zusammen und ist mit einem Maßband umwickelt.
Metabolische Risikofaktoren in den Fokus rücken

Darmkrebs bei jungen Erwachsenen: Adipositas und Diabetes als Risikotreiber

Darmkrebs trifft zunehmend auch junge Erwachsene unter 50 Jahren. Eine internationale Metaanalyse mit Daten von über 117.000 Personen rückt in diesem Zusammenang 5 metabolische Risikofaktoren in den Fokus: Adipositas erhöht das Risiko um 45%, aber auch Typ-2-Diabetes, Hyperlipidämie, arterielle Hypertonie und das metabolische Syndrom sind eng mit der steigenden Inzidenz verknüpft. Prävention und Screening müssen daher früher ansetzen.