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Endokrinologie & Diabetes

Hormonelle Regulation und Stoffwechselprozesse beeinflussen nahezu jedes Organsystem. Der Bereich "Endokrinologie & Diabetes" greift diese Komplexität auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die endokrine und diabetologische Fragestellungen in einen klaren klinischen Kontext setzen.

Neuste Artikel

Eine 3D-Illustration verschiedener blauer und violetter Viren und Bakterien auf dunkelblauem Hintergrund
Dritthäufigste Todesursache

Infektionen bei Diabetes – ein unterschätztes Risiko mit potenziell tödlichen Folgen

Infektionen bei Diabetes werden noch immer unterschätzt, dabei sind sie häufig, verlaufen oft schwer und sind nicht selten tödlich – sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes und Prädiabetes. Bei Typ-2-Diabetes sind Infektionen – nach Herzerkrankungen und Krebs – sogar die dritthäufigste Todesursache. Entscheidend ist dabei nicht nur der HbA1c-Wert an sich, sondern auch seine Variabilität. Umso wichtiger erscheint eine effiziente Glukosekontrolle und die Früherkennung von Infektionen in der täglichen Praxis. Auch in den Leitlinien sollte das Infektionsmanagement stärker zum Tragen kommen.
Holografische 3D-Darstellung der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen über den ausgestreckten Händen einer Person in medizinischer Kleidung.
Unterschätzte Krankheitslast

Zwei Drittel der pHPT-Patienten entwickeln Endorganschäden – Operation bleibt selten

Der primäre Hyperparathyreoidismus gilt vielfach als harmlose Zufallsdiagnose – doch eine große US-Kohortenstudie mit über 43.000 Betroffenen zeichnet ein anderes Bild: Bereits bei Diagnosestellung weist jeder Zweite Skelett- oder Nierenschäden auf, ein weiteres Drittel entwickelt sie im Verlauf. Obwohl die Parathyreoidektomie das Frakturrisiko nachweislich um 24–63% senkt und die Vorteile die Risiken klar überwiegen, wird nur jeder fünfte Patient mit Endorganschaden operiert.
Auswahl eiweißreicher Lebensmittel mit rohem Fleisch, Fisch, Käse, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und frischem Gemüse auf einem Holztisch
Malnutrition jenseits des BMI

Mangelernährung bei geriatrischen Diabetespatienten – eine unterschätzte Gefahr

Bis zu 50 % der geriatrischen Patienten sind mangelernährt, rund ein Drittel dehydriert – bei Diabetes eine gefährliche Konstellation. Unveränderte antidiabetische Medikation trifft auf reduzierte Nahrungsaufnahme und treibt das Hypoglykämierisiko in die Höhe. Weite Kleidung, trockene Haut und stehen gelassene Mahlzeiten sind frühe Warnsignale – dann muss auch die Medikation auf den Prüfstand.
Übergewichtige Frau walkt
Semaglutid, Tirzepatid, Sleeve-Gastrektomie

Bariatrische Chirurgie erreicht kombinierte Therapieziele häufiger als GLP-1-Analoga

Laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2025 17,9 Prozent der Erwachsenen in Deutschland adipös. Für die Betroffenen geht das mit großen gesundheitlichen Risiken einher. So sind sie etwa häufiger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen betroffen. Adipositas und Typ-2-Diabetes gehen häufig Hand in Hand – hier haben sich die therapeutischen Optionen deutlich erweitert. Direkte Vergleiche zwischen den modernen GLP-1- bzw. GIP/GLP-1-Analoga und der bariatrischen Chirurgie unter Alltagsbedingungen sind jedoch rar.
Schwangere auf der Waage
Schwangerschaft

Mehr Risiken für Mutter und Kind durch GLP-1-Rezeptoragonisten?

Die Verwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten hat Experten zufolge bei Frauen im reproduktiven Alter zugenommen. Doch wie steht es um die Sicherheit in der frühen Schwangerschaft?
Eine Patientin erhält Augentropfen zur Pupillenerweiterung vor einer Augenuntersuchung
Weniger Aufwand, gleicher Nutzen

Fundusfotografie erleichtert das Retinopathie-Screening bei Diabetes

Die Fundusfotografie ist eine praxistaugliche Alternative für das Retinopathie-Screening bei Diabetes: Ihr Nutzen ist dem der Ophthalmoskopie zwar „nur" vergleichbar, die Fundusfotografie bietet aber viele organisatorische Vorteile. Da das Weittropfen der Pupillen meist entfällt, könnte das Screening künftig auch dezentral, hausärztlich oder telemedizinisch stattfinden und mehr Diabetiker erreichen.
Frau mit Haarbürste in der viele ausgefallene Haare zu sehen sind
Neues Sicherheitssignal?

GLP-1-Rezeptoragonisten erhöhen Risiko für Haarausfall bei Typ-2-Diabetes

Semaglutid, Tirzepatid & Co. stehen im Verdacht, Haarausfall zu begünstigen – ein Verdacht, den eine Target-Trial-Emulation-Analyse jetzt erneut bestätigt: Unter GLP-1-Rezeptoragonisten ist das Risiko für eine klinisch dokumentierte Alopezie signifikant höher als unter SGLT2- oder DPP-4-Inhibitoren. Betroffen ist vor allem die nicht vernarbende, meist reversible Form – ein für Beratung und Therapietreue relevanter Nebeneffekt, auch wenn das absolute Risiko gering bleibt.
Abnehmtablette mit Semaglutid
Adipositas-Therapie

Abnehmtablette: Semaglutid ab September in deutschen Apotheken

Erstmals kommt eine Abnehmtablette auf Semaglutid-Basis in deutsche Apotheken. Die orale Form wirkt vergleichbar stark wie die Abnehmspritze, erfordert jedoch eine deutlich höhere Dosis und tägliche Einnahme unter strengen Nüchternregeln. Was Fachärzte zu Indikation, Wirksamkeit und Nebenwirkungen der GLP-1-Tablette wissen sollten.
Eine Hand greift nach einer unbeschrifteten weißen Pillendose, neben der weiße Kapseln auf einem Holztablett liegen; im Hintergrund steht ein Glas Wasser
Riskante Selbstmedikation bei Hypothyreose

Nahrungsergänzungsmittel können die L-Thyroxin-Therapie gefährden

Viele Patienten mit Hypothyreose greifen ergänzend zu online beworbenen Nahrungsergänzungsmitteln, wenn Symptome wie Abgeschlagenheit, Wortfindungsstörungen oder Gewichtszunahme trotz einer stabilen L-Thyroxin-Substitution weiterhin bestehen bleiben. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mahnt nun zur Zurückhaltung: Belastbare Nachweise für einen Effekt dieser Präparate auf den Schilddrüsenhormonstoffwechsel fehlen – und einzelne Inhaltsstoffe wie Cholin können die laufende L-Thyroxin-Therapie sogar aktiv beeinträchtigen. Hier sind Sie als Behandler gefragt!
Braunes Fettgewebe unter dem Mikroskop
Licht und Schatten

Tirzepatid aktiviert braunes Fettgewebe – aber auch den Knochenumbau

Der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid wirkt nicht nur über Appetitsuppression: In der randomisierten TABFAT-Studie steigerte die Substanz die Aktivität des braunen Fettgewebes bei prämenopausalen Frauen mit Adipositas unabhängig vom Gewichtsverlust – ein potenziell neuer thermogener Wirkmechanismus. Parallel zeigte sich jedoch ein signifikanter Knochendichteverlust an Hüfte und Femurhals mit deutlich gesteigerter Knochenresorption - insbesondere bei einem sehr schnellen Gewichtverlust sollte dies im Blick behalten werden. Beide Analysen waren Thema auf der Jahrestagung der Endocrine Society (END= 2026) in Chicago.
Eine Person mit Diabetes betrachtet auf einem Smartphone die Werte eines kontinuierlichen Glukosemesssystems (CGM), während ein Sensor auf dem Oberarm getragen wird.
CE-Kennzeichnung allein reicht nicht!

Fachbündnis fordert verbindliche Qualitätsstandards für CGM-Systeme

Einheiltliche und verbindliche europäische Bewertungsstandards für kontinuierliche Glukosemessgeräte, dies fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) sowie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) . Zwar sind die eingesetzten CGM-Systeme in der Regel sicher und leistungsfähig, aktuell liefern sie bei ein und demselben Patienten deutlich abweichende Kennzahlen wie Time in Range oder Glucose Management Indicator, was eine medizinische Einordnung schwer möglich macht.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Real-World-Daten

Abgesetzt, wieder aufgenommen – ein häufiges Muster der GLP-1-RA-Therapie bei Diabetes

GLP-1-Rezeptoragonisten sind aus der Typ-2-Diabetes-Therapie kaum mehr wegzudenken – doch im Versorgungsalltag setzen viele Betroffene die Präparate früh ab: Im ersten Jahr sind dies 4 von 10 der Behandelten, nach 2 Jahren sogar etwa 6 von 10, so eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Versichertendaten, präsentiert auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO) 2026 in Chicago. Dabei haben sich gastrointestinale Nebenwirkungen als eine der zentralen modifizierbaren Stellschrauben herauskristallisiert. Immerhin: Mehr als die Hälfte der Abbrecher startet ihre GLP-1-RA-Therapie innerhalb von 12 Monaten erneut.

Endokrinologie & Diabetes: Häufige Fragen zum Themenbereich bei Thieme Praxis

Der Themenbereich bündelt aktuelle, praxisrelevante Beiträge zu hormonellen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus. Im Fokus stehen unter anderem Diagnostik und Therapie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen sowie seltenen endokrinologischen Krankheitsbildern und ihren Auswirkungen auf weitere Organsysteme.