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Endokrinologie & Diabetes

Hormonelle Regulation und Stoffwechselprozesse beeinflussen nahezu jedes Organsystem. Der Bereich "Endokrinologie & Diabetes" greift diese Komplexität auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die endokrine und diabetologische Fragestellungen in einen klaren klinischen Kontext setzen.

Neuste Artikel

Rücken einer Frau am Strand mit aufgemalter Sonne aus Sonnencreme
Diabetes im Urlaub

Sonnenbrand und Verletzungen: Kleine Ursache, große Wirkung

Diabetes und Urlaubsverletzungen: Sonnenbrand, Schnittwunden oder Fußverletzungen am Strand können bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes den Glukosestoffwechsel destabilisieren und Infektionen begünstigen. Gerade bei Neuropathie und CGM-Nutzung können kleine Urlaubsverletzungen unbemerkt gefährlich werden – Aspekte, die vielleicht nicht nur Ihre Patientinnen und Patienten unterschätzen?
Nahaufnahme der Hände einer älteren Frau, die verschiedene Tablettenblister hält
GLP-1-RA als Chance zur Reduktion der Medikationslast?

Adipositas erklärt bis zu 25% der Polypharmazie bei Senioren

Ältere Menschen mit Adipositas nehmen nicht selten 5 oder mehr Medikamente gleichzeitig ein – doch wie groß ist der Anteil der Polypharmazie, der tatsächlich auf die Adipositas zurückgeht? Eine neue NHANES-Analyse liefert erstmals belastbare Zahlen. Und sie macht deutlich: GLP-1-Rezeptoragonisten könnten die Medikationslast im Alter zwar spürbar senken – die Mehrheit der Polypharmazie-Fälle werden sie aber nicht auflösen.
Strichzeichnung eines menschlichen Kopfprofils mit dargestelltem Gehirn. Vor dem Kopf befinden sich ein Teller, eine Gabel und ein Messer.
Erste zielgerichtete Therapieoption

Deutliches BMI-Minus bei hypothalamischer Adipositas

Nach Tumoren, Operationen oder Verletzungen im Hypothalamus entwickeln viele Betroffene eine kaum beherrschbare Adipositas mit extremem Hunger – klassische Therapien greifen selten. In der Phase-III-Studie TRANSCEND senkte der Melanocortin-4-Rezeptor-Agonist Setmelanotid den BMI nach 52 Wochen um 16,5%, während er unter Placebo um 3,3% stieg. Auch das Hungergefühl ging signifikant zurück. Damit steht erstmals eine gezielte medikamentöse Option zur Verfügung.
Mann mit Übergewicht greift nachtszum Sandwich aus dem Kühlschrank-
Hunger ohne Stopp-Signal

Hypothalamische Adipositas: Wenn das Sättigungssignal im Gehirn ausfällt

Rasche Gewichtszunahme, unstillbarer Hunger, kaum Sättigung – wenn nach Tumor, OP oder Trauma im Bereich des Hypothalamus die zentrale Steuerung der Nahrungsaufnahme kippt, greifen Diäten, GLP-1-Analoga und bariatrische Chirurgie oft zu kurz. Mit dem MC4R-Agonisten Setmelanotid steht erstmals eine gezielt zugelassene Therapieoption zur Verfügung. Die Erstattung bleibt allerdings ein ungelöstes Problem – die hypothalamische Adipositas gilt sozialrechtlich weiterhin als Lifestyle-Erkrankung.
Rotes Warnschild mit Ausrufezeichen und Aufschrift „Hitzewelle" vor blauem Himmel.
Sicher durch die Hitze

CALOR-Liste: Praxishilfe für hitzesensible Medikationsanpassung

Hitzewellen werden häufiger – und viele Dauermedikamente erhöhen bei hohen Temperaturen das Risiko für Dehydratation, Elektrolytstörungen oder Nierenversagen. Die neue CALOR-Liste aus dem Projekt ADAPT-HEAT bündelt evidenzbasierte und konsentierte Hinweise zu 27 hitzerelevanten Wirkstoffklassen. Sie unterstützt Praxisteams dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Beratung zu strukturieren und Monitoring gezielt anzupassen – ohne die Grundtherapie zu gefährden.
Grafische Darstellung mit zahlreichen ineinander liegenden Symbolen für weiblich und männlich in Blau und Rosa auf unscharfem Hintergrund.
Organschutz ungleich verteilt

Gender Health Gap in der Diabetologie: Systemisches Defizit, kein Einzelfall

Frauen mit Typ-2-Diabetes erhalten lebensverlängernde, organschützende Therapien deutlich seltener als Männer – trotz häufig sogar größerem Nutzen. Real-World-Daten zeigen ein systematisches Versorgungsdefizit. Gleichzeitig belegt ein datenbasiertes Modell: Geschlechtersensible Präzisionsmedizin kann Therapieversagen um 38% reduzieren und Komplikationen wirksam senken.
Eine junge Frau sitzt auf einer Parkbank im Freien, trägt einen kontinuierlichen Glukosesensor am Oberarm und blickt auf ein aufgeklapptes Laptop auf dem Schoß.
Unterschätzter Einfluss der Hormone auf den Diabetes

Monatszyklus und Menopause erfordern therapeutisches Fingerspitzengefühl

Diabetes verläuft bei Frauen anders – und Hormone spielen dabei eine zentrale Rolle. so steigt der Insulinbedarf in der Lutealphase um bis zu 15% – moderne AID-Systeme bilden das nicht ab. In den Wechseljahren lösen sich vertraute Muster auf: Rund zwei Drittel der Frauen mit Typ-1-Diabetes berichten nach der Menopause über instabilere Glukoseverläufe. Eine zyklus- und lebensphasenadaptierte Diabetestherapie daher wäre dringend angeraten, in der Praxis bleibt dies jedoch in der Regel außen vor. Dies gilt es zu ändern.
Stethoskop auf Euro-Scheinen
Sparzwang gefährdet Menschenleben

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz darf nicht zum Versorgungskiller werden

Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) drohende Versorgungslücken für über 9 Millionen Menschen mit Diabetes. In DDG zertifizierten Kliniken könnten laut aktuellen Daten jährlich rund 1.140 Leben gerettet werden – doch pauschale Sparvorgaben gefährden spezialisierte Strukturen in Praxen und Krankenhäusern.
Mehrere kleine rote Fähnchen auf dünnen Stäben sind auf einer weißen Fläche verteilt und stehen in unterschiedliche Richtungen.
Frühe Fenster für Prävention

PMOS und Gestationsdiabetes: Präventionspotenzial bleibt ungenutzt

Bis zu 15% der Frauen im fertilen Alter sind vom polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS) betroffen, bis zu 70% davon undiagnostiziert. Rund 7% der Schwangeren entwickeln einen Gestationsdiabetes – mit 7- bis 10-fach erhöhtem späterem Typ-2-Diabetes-Risiko und verdoppeltem kardiovaskulärem Risiko. Beide Konstellationen sind klar erkennbare Frühwarnsignale, deren strukturierte Nachsorge in Deutschland jedoch bislang fehlt – und das hat weitreichende Folgen für die langfristige kardiometabolische Gesundheit von Frauen.
Nahaufnahme einer Hand, die eine brennende Zigarette hält; Rauch steigt sichtbar nach oben.
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Lebensstil als Krebstreiber bei Jüngeren – nur die halbe Wahrheit?

Krebsinzidenzen steigen bei jüngeren Erwachsenen deutlich an – doch wie groß ist dabei der Einfluss klassischer Verhaltensrisikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder BMI? Offenbar können diese Lebensstilfaktoren allein die Entwicklung nicht erklären, sodass andere Ursachen in den Fokus klinischer Forschung rücken.
Aufgeschnittene Avocadohälften mit Kern und grünem Fruchtfleisch liegen auf einer groben Stoffunterlage auf einem Holztisch.
Klinisch relevante Wirkung

Hält eine Avocado pro Tag den Blutzucker in Schach?

Ein nährstoffdichtes Lebensmittel statt aufwendiger Ernährungsumstellung – reicht das, um die glykämische Last der Alltagskost messbar zu senken? Eine 6-monatige randomisierte Studie an Erwachsenen mit erhöhtem Taillenumfang liefert hierzu Daten: Der tägliche Verzehr einer großen Avocado reduzierte die glykämische Last um knapp 14 Punkte – ohne weitere Ernährungsempfehlungen oder Verbotslisten. Eine einfache, gut umsetzbare Strategie mit potenziell relevanten kardiometabolischen Implikationen.
Fachwissen – präzise, klar und praxisnah

Diabetes mellitus Typ 2

Von der Diagnosestellung über die Risikostratifizierung bis zur individuellen Therapie: Diese Übersicht fasst die wesentlichen Aspekte des Typ-2-Diabetes zusammen und zeigt aktuelle Entwicklungen bei inkretinbasierten Therapien sowie Strategien zur Vermeidung diabetischer Folgekomplikationen auf.

Endokrinologie & Diabetes: Häufige Fragen zum Themenbereich bei Thieme Praxis

Der Themenbereich bündelt aktuelle, praxisrelevante Beiträge zu hormonellen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus. Im Fokus stehen unter anderem Diagnostik und Therapie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen sowie seltenen endokrinologischen Krankheitsbildern und ihren Auswirkungen auf weitere Organsysteme.