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Endokrinologie & Diabetes

Hormonelle Regulation und Stoffwechselprozesse beeinflussen nahezu jedes Organsystem. Der Bereich "Endokrinologie & Diabetes" greift diese Komplexität auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die endokrine und diabetologische Fragestellungen in einen klaren klinischen Kontext setzen.

Neuste Artikel

Ein älterer Mann sictz vor einem Puzzle - ein Kopf in dem noch einige Puzzlestücke fehelen
Hyperglykämie hinterlässt Spuren

Typ-2-Diabetes beschleunigt regionale Hirnatrophie – unabhängig von Alzheimer-Pathologie

Bei kognitiv unauffälligen älteren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes schreitet die kortikale Ausdünnung in frontalen, parietalen und okzipitalen Regionen deutlich schneller voran als bei Nicht-Diabetikern – und zwar unabhängig von Amyloid, Tau, White-Matter-Hyperintensities und APOE-ε4-Status. Höhere HbA1c-Werte sagen die Atrophie voraus, selbst unterhalb der diabetischen Schwelle. Die regionale Neurodegeneration erklärt zudem einen relevanten Teil des beschleunigten Verlusts an Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Abnehm-Pille ab September

Orales Semaglutid zwischen DMP-Lücke und Lifestyle-Paragraf

Mit der Markteinführung von oralem Semaglutid am 1. September 2026 erweitert sich das Therapiespektrum bei Adipositas und Typ-2-Diabetes um eine weitere Option, die allerdings auch mit einer neuen Verantwortung gepaart ist. Wichtig sind individuelle Indikation, Einbindung in Ernährungs- und Bewegungstherapie, Muskelerhalt und engmaschige Verlaufskontrolle. Solange Lifestyle-Paragraf und fehlendes DMP die Versorgung blockieren, kommt der Praxis eine zentrale Lotsenfunktion zu.
Eine Person hält ein Smartphone mit beiden Händen über einen Holztisch und fotografiert eine Mahlzeit bestehend aus Nudeln, einem grünen Burger mit Pommes und einem Smoothie, um die Kalorien per App zu erfassen.
Foto statt Waage – wie zuverlässig ist das?

KI-Kalorien-Apps unterschätzen Energiegehalt von Mahlzeiten um ein Drittel

KI-gestützte Ernährungs-Apps versprechen präzise Kalorienangaben per Smartphone-Foto – doch sie unterschätzen den tatsächlichen Energiegehalt von Mahlzeiten systematisch, besonders wenn es um Fett geht. Experten warnten auf der Nutrition 2026: Wer die Portionsgrößen nicht manuell anpasst oder die Mengen nicht selbst eingibt, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Kalorien zu sich, als die App anzeigt.
Ein Tablet auf weißem Untergrund zeigt auf blauem Bildschirm die chemische Strukturformel von Testosteron und das Wort „Testosteron“. Daneben liegt ein medizinisches Stethoskop.
Verordnung ohne Diagnostik

Testosterontherapie: Nur 12% der Männer werden leitliniengerecht abgeklärt

Testosteronverordnungen bei Männern haben sich in den USA in den letzten 30 Jahren vervierfacht – die Diagnoseraten eines Hypogonadismus blieben jedoch stabil. Eine retrospektive Analyse aus Michigan zeigt nun, wie groß die Lücke zwischen Leitlinienempfehlung und Verordnungsrealität tatsächlich ist: Nur ein Bruchteil der Männer erhält vor der Erstverordnung eine adäquate biochemische Abklärung. Auch relevante Kontraindikationen wie obstruktive Schlafapnoe oder ein bekanntes Prostatakarzinom bleiben häufig unberücksichtigt. Übrigens: Die Situation in Deutschland zeigt durchaus Parallelen.
Ärztin misst Bauchumfang eines Patienten mit Adipositas
Deutlich ausbaufähig

Adipositasversorgung in Deutschland: Große Lücke zwischen Leitlinie und gelebter Praxis

Übergewicht und Adipositas sind in Deutschland weit verbreitet – doch die Nutzung evidenzbasierter Behandlungsangebote bleibt weit hinter den Leitlinienempfehlungen zurück: Drei von vier versuchen die Gewichtsreduktion im Alleingang, weniger als die Hälfte spricht überhaupt mit dem Hausarzt darüber, und nur ein Bruchteil nutzt strukturierte Verhaltensprogramme, digitale Gesundheitsanwendungen oder Pharmakotherapie. Bekanntheit und Interesse klaffen dabei besonders bei DiGAs deutlich auseinander.
Ein Mann hält eine Spritze mit dem Wirkstoff Semaglutid in der Hand. (gestellte Szene)
Debatte um Adipositas-Therapie

Abnehmspritze auf Rezept? AOK-Chefin warnt vor Milliardenkosten

Sollten Abnehmspritzen als GKV-Leistung bei Adipositas zugelassen w4erden, könnte dies jährliche Zusatzkosten von bis zu 45 Milliarden Euro verursachen, warnt die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann. Anlass ist ein Vorstoß der neuen G-BA-Vorsitzenden Sonja Optendrenk, GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy® oder Mounjaro® bei schwerer Adipositas auf Kassenrezept zu ermöglichen.
Eine 3D-Illustration verschiedener blauer und violetter Viren und Bakterien auf dunkelblauem Hintergrund
Dritthäufigste Todesursache

Infektionen bei Diabetes – ein unterschätztes Risiko mit potenziell tödlichen Folgen

Infektionen bei Diabetes werden noch immer unterschätzt, dabei sind sie häufig, verlaufen oft schwer und sind nicht selten tödlich – sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes und Prädiabetes. Bei Typ-2-Diabetes sind Infektionen – nach Herzerkrankungen und Krebs – sogar die dritthäufigste Todesursache. Entscheidend ist dabei nicht nur der HbA1c-Wert an sich, sondern auch seine Variabilität. Umso wichtiger erscheint eine effiziente Glukosekontrolle und die Früherkennung von Infektionen in der täglichen Praxis. Auch in den Leitlinien sollte das Infektionsmanagement stärker zum Tragen kommen.
Holografische 3D-Darstellung der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen über den ausgestreckten Händen einer Person in medizinischer Kleidung.
Unterschätzte Krankheitslast

Zwei Drittel der pHPT-Patienten entwickeln Endorganschäden – Operation bleibt selten

Der primäre Hyperparathyreoidismus gilt vielfach als harmlose Zufallsdiagnose – doch eine große US-Kohortenstudie mit über 43.000 Betroffenen zeichnet ein anderes Bild: Bereits bei Diagnosestellung weist jeder Zweite Skelett- oder Nierenschäden auf, ein weiteres Drittel entwickelt sie im Verlauf. Obwohl die Parathyreoidektomie das Frakturrisiko nachweislich um 24–63% senkt und die Vorteile die Risiken klar überwiegen, wird nur jeder fünfte Patient mit Endorganschaden operiert.
Auswahl eiweißreicher Lebensmittel mit rohem Fleisch, Fisch, Käse, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und frischem Gemüse auf einem Holztisch
Malnutrition jenseits des BMI

Mangelernährung bei geriatrischen Diabetespatienten – eine unterschätzte Gefahr

Bis zu 50 % der geriatrischen Patienten sind mangelernährt, rund ein Drittel dehydriert – bei Diabetes eine gefährliche Konstellation. Unveränderte antidiabetische Medikation trifft auf reduzierte Nahrungsaufnahme und treibt das Hypoglykämierisiko in die Höhe. Weite Kleidung, trockene Haut und stehen gelassene Mahlzeiten sind frühe Warnsignale – dann muss auch die Medikation auf den Prüfstand.
Übergewichtige Frau walkt
Semaglutid, Tirzepatid, Sleeve-Gastrektomie

Bariatrische Chirurgie erreicht kombinierte Therapieziele häufiger als GLP-1-Analoga

Laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2025 17,9 Prozent der Erwachsenen in Deutschland adipös. Für die Betroffenen geht das mit großen gesundheitlichen Risiken einher. So sind sie etwa häufiger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen betroffen. Adipositas und Typ-2-Diabetes gehen häufig Hand in Hand – hier haben sich die therapeutischen Optionen deutlich erweitert. Direkte Vergleiche zwischen den modernen GLP-1- bzw. GIP/GLP-1-Analoga und der bariatrischen Chirurgie unter Alltagsbedingungen sind jedoch rar.
Schwangere auf der Waage
Schwangerschaft

Mehr Risiken für Mutter und Kind durch GLP-1-Rezeptoragonisten?

Die Verwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten hat Experten zufolge bei Frauen im reproduktiven Alter zugenommen. Doch wie steht es um die Sicherheit in der frühen Schwangerschaft?
Eine Patientin erhält Augentropfen zur Pupillenerweiterung vor einer Augenuntersuchung
Weniger Aufwand, gleicher Nutzen

Fundusfotografie erleichtert das Retinopathie-Screening bei Diabetes

Die Fundusfotografie ist eine praxistaugliche Alternative für das Retinopathie-Screening bei Diabetes: Ihr Nutzen ist dem der Ophthalmoskopie zwar „nur" vergleichbar, die Fundusfotografie bietet aber viele organisatorische Vorteile. Da das Weittropfen der Pupillen meist entfällt, könnte das Screening künftig auch dezentral, hausärztlich oder telemedizinisch stattfinden und mehr Diabetiker erreichen.

Endokrinologie & Diabetes: Häufige Fragen zum Themenbereich bei Thieme Praxis

Der Themenbereich bündelt aktuelle, praxisrelevante Beiträge zu hormonellen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus. Im Fokus stehen unter anderem Diagnostik und Therapie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen sowie seltenen endokrinologischen Krankheitsbildern und ihren Auswirkungen auf weitere Organsysteme.