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Gastroenterologie

Aktuelle Entwicklungen, Leitlinien und Studien zu Magen-Darm, Leber und Pankreas

Was gibt es Neues in der Gastroenterologie? Unter diesem Themenbereich finden Sie aktuelle Entwicklungen aus einem der dynamischsten Fachgebiete der Inneren Medizin. Gebündelt werden News, Studien, Leitlinien-Updates und praxisrelevante Einordnungen zu Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Leber, des Pankreas und der Gallenwege – verständlich, kompakt und auf den Punkt gebracht.

Der Fokus liegt auf dem konkreten Nutzen für den ärztlichen Alltag: Welche neuen Therapieoptionen zeichnen sich ab? Was ändern aktualisierte Empfehlungen für Diagnostik, Screening oder Verlaufskontrolle? Von CED über Hepatologie bis hin zu gastrointestinalen Tumoren greift der Themenbereich relevante Fragestellungen auf und ordnet sie klinisch ein.

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Neuste Artikel

Männchen
Endpunkt entscheidet über NNT

Number Needed to Treat beim Reizdarmsyndrom – warum Vergleiche zwischen Substanzen in die Irre führen

Die Number Needed to Treat (NNT) gilt als handliches Maß zur Bewertung von Pharmakotherapien beim Reizdarmsyndrom. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Cedars-Sinai Medical Center zeigt jedoch, dass die NNT allein durch den gewählten Studienendpunkt um durchschnittlich 2 Einheiten schwankt. Der in Leitlinien ausgewiesene Vorsprung der Trizyklika gegenüber neueren Substanzen relativiert sich damit deutlich – mit direkten Folgen für die Interpretation vermeintlicher Effizienzunterschiede.
Illustration des menschlichen Verdauungstrakts mit Darm und Leber vor einem blauen Hintergrund. Daneben ist eine vergrößerte DNA-Doppelhelix dargestellt
Familienanamnese neu bewertet

Darmkrebsrisiko bei CED: Zahl erkrankter Verwandter wichtiger als Erkrankungsalter

Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben bereits ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Doch welchen Einfluss auf ihr Darmkrebsrisiko hat es, wenn Familienmitglieder 1. Grades an Darmkrebs erkrankt sind? Für die Risikoeinschätzung scheint die Zahl der Darmkrebsfälle in der Familie von besonderer Bedeutung zu sein; das Erkrankungsalter dagegen spielt offenbar keine große Rolle. Das gilt aktuellen Studiendaten zufolge für Menschen mit und ohne chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
Reflux
Risikopatienten früh erkennen

Schwache Zwerchfellkontraktion verdoppelt Refluxrisiko nach POEM

Nach peroraler endoskopischer Myotomie (POEM) entwickelt rund jeder zweite Patient eine relevante Refluxösophagitis. Eine aktuelle Analyse an 200 Behandelten rückt einen bislang wenig beachteten Mechanismus in den Fokus: Die Kontraktilität der Zwerchfellschenkel als zweite Antirefluxbarriere nimmt nach dem Eingriff messbar ab und erholt sich innerhalb eines Jahres nur teilweise.
Tasse Kaffee
Simple Präventionsstrategie?

Kaffee als Leberschutz – große Kohortenstudie liefert harte Endpunkte

Fünf Tassen Kaffee am Tag senken das Risiko für Zirrhose, hepatozelluläres Karzinom und leberbezogene Mortalität deutlich – und das unabhängig vom Koffeingehalt. Eine Auswertung von über 350.000 Teilnehmenden der UK Biobank verknüpft klinische Endpunkte mit MRT-Bildgebung und Proteomik-Signaturen. Die Ergebnisse zeigen niedrigere Leberfettwerte, geringere Fibroinflammation und ein günstigeres Profil hepatozellulärer Syntheseproteine bei regelmäßigem Kaffeekonsum.
Bluttest
Screening neu gedacht

Bluttest erkennt Darmkrebs und fortgeschrittene Adenome mit hoher Trefferquote

Ein neuer miRNA-basierter Bluttest detektiert nicht nur das kolorektale Karzinom, sondern auch prämaligne Vorstufen mit hoher Sensitivität. In der internationalen DENEB-Studie erreichte der Assay eine Sensitivität von 91% für Darmkrebs jeglichen Stadiums und 81% für fortgeschrittene Adenome bei einer Spezifität von 85% für fortgeschrittene Neoplasien. Damit könnte das Verfahren eine akzeptanzstarke Ergänzung zu Koloskopie und Stuhltest werden und die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms senken.
Abstrakte DNA-Schraube
Endoskopie gezielter einsetzen

Barrett-Ösophagus – molekulare Marker filtern Hochrisikopatienten heraus

Nur 0,2 bis 0,3% der Patienten mit Barrett-Ösophagus entwickeln pro Jahr ein Adenokarzinom – doch die histologische Dysplasiebeurteilung als bisheriger Goldstandard ist von hoher Interobservervariabilität geprägt. Bis zu 85% der von nicht spezialisierten Pathologen gestellten Diagnosen einer niedriggradigen Dysplasie werden bei Zweitbefundung revidiert. Neue Biomarker wie p53-Immunhistochemie, TissueCypher-Score, Aneuploidie-Analysen und methylierte DNA-Marker schärfen die Risikostratifizierung und rücken personalisierte Überwachungsstrategien in greifbare Nähe.
Singen im Chor
Therapie mit Taktgefühl

Singen dämpft supragastrisches Aufstoßen wirksam – besonders Ältere profitieren

Repetitives supragastrisches Aufstoßen belastet Betroffene erheblich und spricht oft nur mäßig auf die leitliniengerechte Zwerchfellatmung an. Eine randomisierte Studie aus China setzt nun auf einen ungewöhnlichen Ansatz – und zeigt: Strukturierte Gesangtherapie erzielt fast doppelt so hohe Ansprechraten wie die klassische Atemübung. Besonders ältere Patienten mit ausgeprägter Symptomatik profitieren, und der Effekt hält auch einen Monat nach Therapieende an.
Blutplättchen
Zeitfenster mit Prognosewert

Gastrointestinale Blutung bei Herzpatienten – Timing der Antithrombotika entscheidet

Nach einer gastrointestinalen Blutung verstirbt jeder vierte kardiovaskulär vorerkrankte Patient innerhalb eines Jahres. Die internationale INTERBLEED-Kohortenstudie mit 3.814 Teilnehmenden zeigt, dass nicht die Blutung selbst, sondern das Aussetzen der antithrombotischen Therapie die kardiovaskuläre Prognose maßgeblich verschlechtert. Eine Wiederaufnahme zwischen dem 4. und 30. Tag halbiert das MACE-Risiko – ohne die Rate an Rezidivblutungen zu erhöhen. Die Daten liefern erstmals prospektive Evidenz für ein günstiges Zeitfenster.
Wo Ultraschall in der Früherkennung sinnvoll ist

Fettleber und Gefäßveränderungen: Ultraschall in der Früherkennung nutzen

Fettleber, Gefäßveränderungen und kleine Tumoren bleiben oft lange unbemerkt und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes und Krebs deutlich. Die Sonografie könnte solche Auffälligkeiten strahlenfrei und früh sichtbar machen, wird in der gesetzlichen Vorsorge aber kaum eingesetzt. Die DEGUM fordert mehr Qualitätssicherung und einen breiteren Stellenwert der Ultraschalldiagnostik.
Weltkarte in blau
Die Weltkarte des Risikos

Je höher der Lebensstandard, desto höher das Darmkrebsrisiko!

Wie stark hängt das Risiko für Darmkrebs vom Wohnort ab? Während Menschen in Ländern mit niedrigem Entwicklungsstand nur selten erkranken, ist das Risiko in wohlhabenden Regionen bis zu 9-mal höher. Deutschland liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt. Prävention, Früherkennung und ein gesunder Lebensstil können entscheidend dazu beitragen, Erkrankungen und Todesfälle zu verhindern.
Lupe personalisiert
Unterschätzter Leber-Phänotyp

Kryptogene Fettleber bei Schlanken – erhöhte leberbezogene Sterblichkeit trotz fehlender Risikofaktoren

Eine hepatische Steatose bei schlanken Menschen ohne kardiometabolische Risikofaktoren galt lange als klinisch wenig bedeutsam. Eine multinationale Analyse von fast 700.000 Personen aus fünf Kohorten zeigt nun das Gegenteil. Betroffene mit kryptogener steatotischer Lebererkrankung wiesen erhöhte Leber-Entzündungs- und Fibrosemarker, häufiger PNPLA3- und TM6SF2-Risikovarianten sowie eine signifikant höhere leberbezogene Mortalität auf – mit klaren Konsequenzen für die Risikoeinschätzung in der Praxis.
Transplantation und Organspende
Organspende-Debatte Bundestag

Widerspruchslösung bei Organspende: DGVS fordert Reform für Leberpatienten

Der Bundestag berät über zwei Gesetzentwürfe zur Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende – und die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) macht Druck. Für Menschen mit akutem Leberversagen entscheidet die Verfügbarkeit von Spenderorganen über Leben und Tod. In Deutschland sterben rund 20% auf der Warteliste, deutlich mehr als in Eurotransplant-Ländern mit Widerspruchsregelung.

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