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Gastroenterologie

Aktuelle Entwicklungen, Leitlinien und Studien zu Magen-Darm, Leber und Pankreas

Was gibt es Neues in der Gastroenterologie? Unter diesem Themenbereich finden Sie aktuelle Entwicklungen aus einem der dynamischsten Fachgebiete der Inneren Medizin. Gebündelt werden News, Studien, Leitlinien-Updates und praxisrelevante Einordnungen zu Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Leber, des Pankreas und der Gallenwege – verständlich, kompakt und auf den Punkt gebracht.

Der Fokus liegt auf dem konkreten Nutzen für den ärztlichen Alltag: Welche neuen Therapieoptionen zeichnen sich ab? Was ändern aktualisierte Empfehlungen für Diagnostik, Screening oder Verlaufskontrolle? Von CED über Hepatologie bis hin zu gastrointestinalen Tumoren greift der Themenbereich relevante Fragestellungen auf und ordnet sie klinisch ein.

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Neuste Artikel

Operation
Wandel in der Rezidivprophylaxe

Weniger Zweit-OPs bei Morbus Crohn dank Biologika und Thiopurinen

Nach einer ileokolischen Resektion bei Morbus Crohn drohen erneute Rezidive – und häufig weitere Eingriffe. Daten aus dem spanischen ENEIDA-Register über drei Dekaden belegen jetzt einen klaren Wandel in der postoperativen Versorgung: Thiopurine und Biologika werden deutlich häufiger sowohl zur Prävention als auch zur Therapie eines postoperativen Rezidivs eingesetzt. Parallel dazu sank das kumulative chirurgische Rezidivrisiko nach zehn Jahren von 17% auf 9%. Ein strukturiertes, risikoadaptiertes Vorgehen verändert damit den Langzeitverlauf.
llustration des menschlichen Darms mit hervorgehobenem Tumor im Dickdarm
Neuer Marker für das Krebsrisiko

Bakterielle Botenstoffe als neue Mitspieler bei Colitis assoziiertem Darmkrebs

Bei Colitis ulcerosa steigt das Risiko für ein kolitisassoziiertes Karzinom mit Krankheitsdauer und Entzündungsaktivität. Eine aktuelle Arbeit rückt nun bakterielle Quorum-Sensing-Moleküle in den Fokus. Kurzkettige N-Acyl-Homoserinlactone und Autoinducer-2 waren im Serum von Patienten mit langjähriger, aktiver Colitis deutlich erhöht. Im Mausmodell trieb das Molekül C6-scAHL Tumorentwicklung, Dysplasien und proinflammatorische Zytokinantworten – selbst bei keimfreien Tieren. Ein möglicher Baustein für eine bessere Risikostratifizierung und neue Präventionsansätze.
Grafische Darstellung des menschlichen Oberkörpers mit hervorgehobener Bauchspeicheldrüse im Zentrum, umgeben von Wirbelsäule und inneren Organen.
Neuer Mechanismus entdeckt

Akute Pankreatitis: Wenn sich die Bauchspeicheldrüse selbst verdaut

Bei einer akuten Pankreatitis verdaut sich die Bauchspeicheldrüse selbst – doch der bislang vermutete Auslöser stimmt so nicht. Greifswalder Forschende zeigen im Fachmagazin Molecular Biomedicine, dass die Entzündung auch ohne das Transportprotein CLN8 fortschreitet und zellulärer Stress den Verlauf verschärft. Ein Befund mit Sprengkraft für künftige Therapiestrategien.
Kongressbesucher hören einem Vortrag zu - Aufnahme von hinten
Vom Behandeln zum Verhindern

Prävention und KI in der Gastroenterologie: Viszeralmedizin 2026 setzt neue Maßstäbe

Prävention, Präzisionsmedizin und Künstliche Intelligenz: Auf der Viszeralmedizin 2026 diskutieren Fachleute, wie Krebs früher verhindert, Leber- und Stoffwechselerkrankungen rechtzeitig erkannt und Therapien individueller gesteuert werden. Auch Endoskopie-Innovationen und Robotik prägen den größten deutschsprachigen Fachkongress.
Mikrobiom im Darm
Nephrologie

Darm-Nieren-Achse: Wie das Mikrobiom die CKD-Progression antreibt

Mikrobiom und chronische Nierenerkrankung: Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, entstehen vermehrt urämische Toxine wie Indoxylsulfat und p-Kresylsulfat. Sie schädigen die Darmbarriere, befeuern Entzündungen und treiben die renale Fibrose voran – ein Teufelskreis, der die CKD-Progression beschleunigt und neue therapeutische Ansätze erfordert.
Darmzotten
Darm steuert mit

Gut-Brain-Achse bei MS: Darmschleimhaut liefert schützende IgA-B-Zellen

Die Darmschleimhaut entpuppt sich als aktiver Player in der MS-Therapie. Ein internationales Team aus Bonn, Basel, Toronto und Yale zeigt, dass Anti-CD20-Therapien regulatorische IgA-B-Zellen aus dem Darm ins zentrale Nervensystem mobilisieren – mit messbar besserem Krankheitsverlauf. Ein Befund, der die Gut-Brain-Achse für die klinische Immunologie neu beleuchtet.
Hanteln zum Gewichtheben
Wirksam auch ohne Kilo-Verlust

MASLD: Bewegung senkt Leberfett und Fibrosemarker unabhängig vom Gewicht

Aerobes Training, Krafttraining und hochintensives Intervalltraining verbessern bei MASLD den intrahepatischen Lipidgehalt, Leberenzyme, Fibrosemarker und die kardiometabolische Situation – und das nachweislich auch ohne Gewichtsreduktion. Ein aktuelles Review bündelt die Evidenz aus randomisierten Studien und Leitlinien und stellt mit REMEDHE ein strukturiertes, progressives Rahmenkonzept vor, das Bewegungstherapie messbar in die klinische Routine überführt und dabei Sarkopenie sowie Myosteatose gezielt adressiert.
Operationsteam in blauer OP-Kleidung führt einen robotergestützten minimalinvasiven Eingriff mithilfe eines chirurgischen Robotersystem durch.
Weniger Blutverlust und kürzere Klinikaufenthalte

Magenkrebs-OP: Robotergestützte Gastrektomie schlägt Laparoskopie

Die robotergestützte Gastrektomie bei Magenkrebs punktet mit weniger Blutverlust, selteneren Umstiegen auf offene Operationen und kürzeren Klinikaufenthalten gegenüber der Laparoskopie. Der Zeitaufwand ist jedoch deutlich höher – und die Vorteile fallen je nach Resektionsart unterschiedlich aus.
Pile of white capsules
Von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung

Vitamin B3 gegen chronische Darmentzündung: Phase-III-Studie läuft

Nicotinamid am richtigen Ort: Mit CICR-NAM haben Forschende aus Kiel ein Präparat entwickelt, das Vitamin B3 erst im unteren Dünndarm und Dickdarm freisetzt und dort gezielt das Mikrobiom beeinflusst. Erste Studien zeigen Erfolge bei Post-COVID, laufende Phase-II/III-Studien prüfen den Einsatz bei Colitis ulcerosa – nun ausgezeichnet mit dem Innovations-Transfer-Preis.
Zwei kompatible Puzzlestücke werden aneinander gehalten
Kein Zusatznutzen durch Kombination

Zalfermin plus Semaglutid bei MASH: Kombination ohne additiven Nutzen auf Leberfibrose

Die duale Ansteuerung der FGF21- und GLP-1-Rezeptoren galt als vielversprechender Ansatz bei metabolischer Dysfunktion assoziierter Steatohepatitis mit fortgeschrittener Fibrose. Eine internationale Phase-II-Studie mit 698 Patienten prüfte nun die Kombination aus dem FGF21-Analogon Zalfermin und Semaglutid gegen Placebo. Der erhoffte additive Effekt auf die Fibrose blieb aus – Semaglutid 2,4 mg zeigte jedoch einen nominell signifikanten Vorteil und wirkte bemerkenswert konsistent bei kompensierter Zirrhose.
DNA-Doppelhelix vor blau-orangem Hintergrund
Genetischer Marker für schwere CED

HLA-DRB1*01:03 markiert aggressive Verläufe bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Ein einzelnes HLA-Allel könnte künftig helfen, Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und besonders ungünstigem Verlauf früh zu erkennen. In der bislang größten Genotyp-Phänotyp-Analyse mit über 43.000 Betroffenen zeigt HLA-DRB1*01:03 eine unabhängige Assoziation mit Perianalbefall, Kolektomie, Kolonresektion, früherem Therapiebedarf und schlechterem Ansprechen auf Anti-TNF- und JAK-Inhibitoren – über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hinweg.
Support healthy liver.
Nur jeder 40. entwickelt auffällige Leberwerte

Lebersteifigkeit im Verlauf: Wann ist ein Screening tatsächlich sinnvoll?

Die Messung der Lebersteifigkeit per vibrationskontrollierter transienter Elastografie gilt als vielversprechendes Instrument zur Früherkennung einer Leberfibrose. Doch lohnt sich ein wiederholtes Screening in der Allgemeinbevölkerung? Eine europäische Kohortenstudie mit über 4.500 Teilnehmenden aus Spanien, Dänemark und den Niederlanden liefert nun belastbare Langzeitdaten – und legt nahe, dass ein flächendeckendes Screening ineffizient wäre. Für bestimmte Risikogruppen zeichnet sich hingegen ein klarer Nutzen ab.

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