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Gastroenterologie

Aktuelle Entwicklungen, Leitlinien und Studien zu Magen-Darm, Leber und Pankreas

Was gibt es Neues in der Gastroenterologie? Unter diesem Themenbereich finden Sie aktuelle Entwicklungen aus einem der dynamischsten Fachgebiete der Inneren Medizin. Gebündelt werden News, Studien, Leitlinien-Updates und praxisrelevante Einordnungen zu Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Leber, des Pankreas und der Gallenwege – verständlich, kompakt und auf den Punkt gebracht.

Der Fokus liegt auf dem konkreten Nutzen für den ärztlichen Alltag: Welche neuen Therapieoptionen zeichnen sich ab? Was ändern aktualisierte Empfehlungen für Diagnostik, Screening oder Verlaufskontrolle? Von CED über Hepatologie bis hin zu gastrointestinalen Tumoren greift der Themenbereich relevante Fragestellungen auf und ordnet sie klinisch ein.

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Neuste Artikel

Illustration eines menschlichen Magens mit einer deutlich sichtbaren tumorartigen Läsion an der Magenwand.
Chemotherapie verlängert progressionsfreies Überleben

HER2-positives Magenkarzinom: Bispezifischer HER2-Antikörper schlägt Trastuzumab im Erstlinien-Setting

Beim fortgeschrittenen HER2-positiven Adenokarzinom von Magen und ösophagogastralem Übergang galt Trastuzumab plus Chemotherapie über Jahre als Erstlinienstandard. Nun fordert ein bispezifischer HER2-Antikörper – mit und ohne PD-1-Inhibitor – diese Stellung heraus: In der Phase-III-Studie HERIZON-GEA-01 zeigte die Kombination signifikante Vorteile beim progressionsfreien Überleben, beim Gesamtüberleben profitierte zumindest der Tripel-Arm. Erkauft wurde der Effekt mit einer höheren Rate gastrointestinaler Nebenwirkungen.
Mikroflora im Darm beeinflusst Integrität der Darmschleimhaut
Neue Hypothese zur Dysbiose

Alterndes Immunsystem verliert Kontrolle über das Darmmikrobiom

Im Alter kippt das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht – mit Folgen für Stoffwechsel, Frailty und Mortalität. Ein Forschungsteam aus Jena liefert dafür eine neue Erklärung: Nicht die Mikroben selbst treiben die Dysbiose, sondern eine nachlassende Immunüberwachung. Verliert das alternde Immunsystem seine Fähigkeit, dominante Taxa gezielt einzudämmen, expandieren opportunistische Spezies und die mikrobielle Vielfalt bricht zusammen. Der Ansatz legt nahe, dass Probiotika und fäkale Mikrobiotatransplantationen bei älteren Menschen nur dann wirksam sein können, wenn gleichzeitig die mukosale Immunüberwachung gestärkt wird.
Pfeile
Klug entscheiden

DGIM veröffentlicht 5 neue Empfehlungen für die Innere Medizin

Fünf neue „Klug entscheiden"-Empfehlungen der DGIM aus Gastroenterologie und Kardiologie geben Ärzten praxisnahe Orientierung zu Mangelernährung bei Krebs, Barrett-Ösophagus, Reizdarmsyndrom, Bewegungstherapie bei Herz-Kreislauf-Risiko und dem neuen CHA₂DS₂-VA-Score bei Vorhofflimmern – für das richtige Maß zwischen Über-, Unter- und Fehlversorgung.
Inkontinenz-Schild in Arzthand
Raus aus der Tabuzone

Stuhlinkontinenz: Neue Analeinlage verbessert Lebensqualität

Eine flüssigkeitsgefüllte Analeinlage als neue Option bei Stuhlinkontinenz konnte in einer randomisierten Studie den Schweregrad zwar nicht signifikant senken, verbesserte aber spürbar die Krankheitsbewältigung und reduzierte depressive Belastung.
Frauenhand stoppt fallende Holzklötz
Neuer Hebel gegen KRAS-Tumoren

Gallengangskrebs mit KRAS-Mutation: PARP-1-Hemmung stoppt Tumorwachstum

Intrahepatische Cholangiokarzinome mit KRAS-Mutation gelten als besonders aggressiv und schwer behandelbar. Eine Studie des UKSH Lübeck identifiziert nun das Enzym PARP-1 als zentralen Treiber dieser Tumoren. Die gezielte Hemmung reduzierte das Tumorwachstum in präklinischen Modellen deutlich und eröffnet neue Perspektiven für personalisierte Therapien bei Gallengangskrebs.
Fettleber-Diagnostik

Alkoholbedingte Leberschäden: Neuer MAPI-Score verbessert Diagnostik

Steatotische Lebererkrankungen gehören zu den weltweit häufigsten Lebererkrankungen. Ein neu entwickelter Biomarker-Score (MAPI) unterscheidet anhand einfacher Laborparameter zuverlässig zwischen metabolisch und alkoholisch bedingter Fettleber – und übertrifft etablierte indirekte Alkoholmarker in der diagnostischen Treffsicherheit.
Rotes Warnschild mit Ausrufezeichen und Aufschrift „Hitzewelle" vor blauem Himmel.
Sicher durch die Hitze

CALOR-Liste: Praxishilfe für hitzesensible Medikationsanpassung

Hitzewellen werden häufiger – und viele Dauermedikamente erhöhen bei hohen Temperaturen das Risiko für Dehydratation, Elektrolytstörungen oder Nierenversagen. Die neue CALOR-Liste aus dem Projekt ADAPT-HEAT bündelt evidenzbasierte und konsentierte Hinweise zu 27 hitzerelevanten Wirkstoffklassen. Sie unterstützt Praxisteams dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Beratung zu strukturieren und Monitoring gezielt anzupassen – ohne die Grundtherapie zu gefährden.
Histologisches Bild eines neuroendokrinen Tumors aus einem Dünndarmpolypen
Steigende Inzidenz, gute Prognose

Gastroenteropankreatische neuroendokrine Neoplasien – die großen Unbekannten

Gastroenteropankreatische neuroendokrine Neoplasien (GEP-NEN) werden immer häufiger diagnostiziert – vor allem in frühen, nicht metastasierten Stadien. Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Ontario nahm jetzt Inzidenz, Gesamtüberleben und krebsspezifisches Überleben über 2 Jahrzehnte in den Fokus.
Tasse Cappuccino mit Milchschaum in Herzform
Mikrobiom-Forschung

Kaffee als Mikrobiom-Booster: Studie belegt Effekt auf Darmbakterien

Kaffee gilt als verdauungsfördernd. Doch wirkt sich der Konsum auch positiv auf das Darmmikrobiom aus? Eine aktuelle experimentelle Studie zeigt, dass regelmäßiger Kaffeekonsum die Zusammensetzung spezifischer Darmbakterien verändert und positiv auf die Darm-Hirn-Achse wirkt.
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Zulassung nicht verzögern

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Fachgesellschaften fordern schnellen Zugang

Der neue RAS-Inhibitor Daraxonrasib verlängert in der Phase-III-Studie RASolute 302 beim metastasierten Pankreaskarzinom signifikant Ansprechen, progressionsfreies und Gesamtüberleben nach Versagen der Erstlinien-Chemotherapie. DGHO, AIO und DGVS fordern nun einen raschen Zugang für Patienten in Deutschland, ein Compassionate Use Programm ist bislang nicht vorgesehen.
Weinflaschen und Weingläser auf einem Tisch; ein Weinglas wird aktuell befüllt..
Rausch und Risiko

MASLD und Alkohol: Rauschtrinken verdreifacht Risiko für Leberfibrose

Alkohol gehört für viele dazu. Besonders an den Wochenenden. Trinken macht oft locker, lustig und enthemmt – aber zu einem hohen Preis. Eine aktuelle Kohortenanalyse der University of Southern California zeigt, dass episodisches Rauschtrinken bei Patienten mit metabolischer Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (MASLD) das Risiko einer fortgeschrittenen Leberfibrose verdreifacht – auch wenn es nur ums Wochenende geht.
DNA
Studie zeigt klaren Nutzen

Darmkrebs: ctDNA-Bluttest steuert Chemotherapie gezielter

Für viele Betroffene stellt sich nach einer Darmkrebs-OP die entscheidende Frage: Ist eine adjuvante Chemotherapie nötig, um ein Rezidiv zu verhindern? Die randomisierte CIRCULATE-Studie unter Dresdner Leitung belegt erstmals, dass Patienten mit nachweisbarer zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) klar von einer adjuvanten Chemotherapie profitieren – und ctDNA-negative Betroffene auf die belastende Behandlung verzichten könnten.

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