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Die medizinische Forschung entwickelt sich rasant: Täglich erscheinen neue Studien, Analysen und wissenschaftliche Bewertungen. Doch nicht jede Veröffentlichung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung oder den klinischen Alltag.

Im Themenbereich „Studien“ finden Sie deshalb eine redaktionell kuratierte Auswahl wissenschaftlicher Arbeiten mit besonderer klinischer Relevanz. Unsere Redaktion sichtet und bewertet kontinuierlich die aktuelle Studienlage und fokussiert auf Erkenntnisse, die Diagnostik, Therapie, Prävention, Patientenmanagement oder Leitlinien beeinflussen können.

Berücksichtigt werden unter anderem große Kohorten- und Registerstudien, randomisierte kontrollierte Studien, Metaanalysen sowie wichtige Versorgungs- und Gesundheitsforschungsdaten. Neue Entwicklungen aus Bereichen wie Präzisionsmedizin, Risikostratifizierung und patientenzentrierter Versorgung werden ebenso eingeordnet wie relevante Erkenntnisse aus der klinischen Forschung.

Durch die gezielte Auswahl und fachliche Einordnung erhalten Ärztinnen und Ärzte einen schnellen Überblick über die Entwicklungen, die für ihre tägliche Arbeit von Bedeutung sind. So lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse effizient in evidenzbasierte Entscheidungen und eine hochwertige Patientenversorgung überführen.

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Menopause im Beruf

Wechseljahre und Beruf: Vasomotorische Symptome erhöhen Risiko für vorzeitigen Ruhestand

Eine australische Kohortenanalyse mit knapp 7.000 Frauen zeigt, dass Hitzewallungen und Nachtschweiß einen vorzeitigen Rückzug aus dem Erwerbsleben begünstigen. Welche weiteren Faktoren das Risiko erhöhen – und warum effektives Symptommanagement und Unterstützung am Arbeitsplatz so entscheidend sind.
Mikroflora im Darm beeinflusst Integrität der Darmschleimhaut
Neue Hypothese zur Dysbiose

Alterndes Immunsystem verliert Kontrolle über das Darmmikrobiom

Im Alter kippt das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht – mit Folgen für Stoffwechsel, Frailty und Mortalität. Ein Forschungsteam aus Jena liefert dafür eine neue Erklärung: Nicht die Mikroben selbst treiben die Dysbiose, sondern eine nachlassende Immunüberwachung. Verliert das alternde Immunsystem seine Fähigkeit, dominante Taxa gezielt einzudämmen, expandieren opportunistische Spezies und die mikrobielle Vielfalt bricht zusammen. Der Ansatz legt nahe, dass Probiotika und fäkale Mikrobiotatransplantationen bei älteren Menschen nur dann wirksam sein können, wenn gleichzeitig die mukosale Immunüberwachung gestärkt wird.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC); Illustration
Präzision mit Risiko

Schwere Neutropenien unter ADC-Therapie – große Unterschiede zwischen den Substanzen

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) gelten als sichere und wirksame Alternative zur herkömmlichen Chemotherapie – doch eine US-amerikanische Real-World-Analyse offenbart: Einige ADCs sind mit hohen Raten an schweren Neutropenien und lebensbedrohlichen Komplikationen assoziiert. Dabei sticht ein ADC besonder heraus.
Thrombose
Postthrombotisches Syndrom: Stent statt nur Strumpf?

Endovaskuläre Therapie verschafft Patienten mit PTS spürbar Luft

Wenn nach einer tiefen Venenthrombose ein moderates bis schweres postthrombotisches Syndrom bleibt, sind Kompression und konservative Maßnahmen oft das Ende der Fahnenstange – mit überschaubarem Erfolg. Die randomisierte C-TRACT-Studie hat geprüft, ob eine endovaskuläre Rekanalisation der iliakalen Strombahn mit Stentimplantation zusätzlich zur Standardversorgung die Beschwerden und die Lebensqualität messbar verbessert. Die Ergebnisse fallen klar zugunsten der Intervention aus – allerdings nicht ohne Preis.
Nahaufnahme der Hände einer älteren Frau, die verschiedene Tablettenblister hält
GLP-1-RA als Chance zur Reduktion der Medikationslast?

Adipositas erklärt bis zu 25% der Polypharmazie bei Senioren

Ältere Menschen mit Adipositas nehmen nicht selten 5 oder mehr Medikamente gleichzeitig ein – doch wie groß ist der Anteil der Polypharmazie, der tatsächlich auf die Adipositas zurückgeht? Eine neue NHANES-Analyse liefert erstmals belastbare Zahlen. Und sie macht deutlich: GLP-1-Rezeptoragonisten könnten die Medikationslast im Alter zwar spürbar senken – die Mehrheit der Polypharmazie-Fälle werden sie aber nicht auflösen.
Frauenhand stoppt fallende Holzklötz
Neuer Hebel gegen KRAS-Tumoren

Gallengangskrebs mit KRAS-Mutation: PARP-1-Hemmung stoppt Tumorwachstum

Intrahepatische Cholangiokarzinome mit KRAS-Mutation gelten als besonders aggressiv und schwer behandelbar. Eine Studie des UKSH Lübeck identifiziert nun das Enzym PARP-1 als zentralen Treiber dieser Tumoren. Die gezielte Hemmung reduzierte das Tumorwachstum in präklinischen Modellen deutlich und eröffnet neue Perspektiven für personalisierte Therapien bei Gallengangskrebs.
Eine Person im weißen Kittel mit Stethoskop zeigt mit beiden Zeigefingern auf Holzwürfel, auf denen das Wort „HITZE“ geschrieben steht.
Wenn Hitze einsam macht

Wie gehen Krebspatienten mit Hitze um?

Die Sommer werden immer heißer. Das bringt auch gesundheitliche Risiken mit sich – insbesondere für vulnerable Gruppen wie beispielsweise Krebspatienten.
Strichzeichnung eines menschlichen Kopfprofils mit dargestelltem Gehirn. Vor dem Kopf befinden sich ein Teller, eine Gabel und ein Messer.
Erste zielgerichtete Therapieoption

Deutliches BMI-Minus bei hypothalamischer Adipositas

Nach Tumoren, Operationen oder Verletzungen im Hypothalamus entwickeln viele Betroffene eine kaum beherrschbare Adipositas mit extremem Hunger – klassische Therapien greifen selten. In der Phase-III-Studie TRANSCEND senkte der Melanocortin-4-Rezeptor-Agonist Setmelanotid den BMI nach 52 Wochen um 16,5%, während er unter Placebo um 3,3% stieg. Auch das Hungergefühl ging signifikant zurück. Damit steht erstmals eine gezielte medikamentöse Option zur Verfügung.
Ein medizinischer Monitor zeigt zwei Mammografieaufnahmen der Brust; im Hintergrund ist eine Person während einer Untersuchung in einer radiologischen Umgebung zu sehen.
Schnellere Diagnose, schnelle Krebsresektion

KI verkürzt Wartezeit bis zur Brustkrebsdiagnose drastisch

Könnte wochenlanges Warten auf die Brustkrebsdiagnose bald der Vergangenheit angehören? Das KI-Modell Mirai identifiziert Hochrisikopatientinnen direkt nach der Mammografie und ermöglicht eine Abklärung noch am selben Tag. In einer US-Studie sank die Zeit bis zur Biopsie von über 2 Monaten auf weniger als 10 Tage – bei einer Krebsdetektionsrate von 60/1.000.
Abstrakte Darstellung der Strahlentherapie bei Brustkrebs
Therapiestandards

Brustkrebs-Bestrahlung in einer Woche: 26 Gy als neuer Standard

Eine randomisierte Studie mit über 4.100 Patientinnen belegt nach zehn Jahren, dass ein einwöchiges Bestrahlungsschema mit 26 Gy in fünf Fraktionen dem klassischen dreiwöchigen 40-Gy-Regime in Effektivität und Verträglichkeit nicht unterlegen ist. Was das für die adjuvante Brustkrebstherapie bedeutet.
Typischer, in der Klinik gebräuchlicher Medikamentendispenser mit vielen unterschiedichen Tabletten und Kapseln
Arzeimittelversorogung im Alter

Jeder vierte ältere Mensch in Deutschland erhält potenziell ungeeignete Medikamente

Polypharmazie im Alter ist Alltag – doch wie steht es um die Qualität der Verordnungen in Deutschland? Die NAKO-Analyse bringt jetzt Licht ins Dunkel: Eine potenziell inadäquate Medikation, aber auch Über- und Unterversorgungen sind weit verbreitet. Besonders auffällig: Mehr als die Hälfte aller Osteoporose-Betroffenen bleibt unbehandelt, während Bluthochdruck, Parkinson und Depression mit einem deutlich erhöhten Risiko für unangemessene Verordnungen einhergehen.
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Personalisierte Therapie

Prosigna-Test bei Brustkrebs: Chemotherapie gezielt vermeiden

Die OPTIMA-Studie mit 4.429 Teilnehmenden zeigt, dass der Genexpressionstest auch bei nodal-positivem Mammakarzinom zuverlässig identifiziert, welche Patientinnen sicher auf eine adjuvante Chemotherapie verzichten können – ohne Einbußen beim krankheitsfreien Überleben.