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Damit Sie relevante wissenschaftliche Veröffentlichungen schnell in den Praxisalltag integrieren, bündelt diese Übersicht klinisch bedeutsame Studien, Metaanalysen und Versorgungsdaten. Unsere Fachredaktion sichtet die aktuelle Datenlage kontinuierlich und ordnet neue Erkenntnisse zu Diagnostik, Therapie und Prävention zielgerichtet für den medizinischen Alltag ein.

Neuste Artikel

Männchen
Endpunkt entscheidet über NNT

Number Needed to Treat beim Reizdarmsyndrom – warum Vergleiche zwischen Substanzen in die Irre führen

Die Number Needed to Treat (NNT) gilt als handliches Maß zur Bewertung von Pharmakotherapien beim Reizdarmsyndrom. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Cedars-Sinai Medical Center zeigt jedoch, dass die NNT allein durch den gewählten Studienendpunkt um durchschnittlich 2 Einheiten schwankt. Der in Leitlinien ausgewiesene Vorsprung der Trizyklika gegenüber neueren Substanzen relativiert sich damit deutlich – mit direkten Folgen für die Interpretation vermeintlicher Effizienzunterschiede.
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Ernährung und Krebsrisiko

Mehr Antioxidantien, weniger Zervixkarzinome?

Antioxidantien gelten als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Eine Studie hat nun untersucht, ob eine höhere Aufnahme mit einer geringeren Prävalenz von Zervixkarzinomen verbunden ist. Die Ergebnisse weisen genau darauf hin.
Illustration des menschlichen Verdauungstrakts mit Darm und Leber vor einem blauen Hintergrund. Daneben ist eine vergrößerte DNA-Doppelhelix dargestellt
Familienanamnese neu bewertet

Darmkrebsrisiko bei CED: Zahl erkrankter Verwandter wichtiger als Erkrankungsalter

Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben bereits ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Doch welchen Einfluss auf ihr Darmkrebsrisiko hat es, wenn Familienmitglieder 1. Grades an Darmkrebs erkrankt sind? Für die Risikoeinschätzung scheint die Zahl der Darmkrebsfälle in der Familie von besonderer Bedeutung zu sein; das Erkrankungsalter dagegen spielt offenbar keine große Rolle. Das gilt aktuellen Studiendaten zufolge für Menschen mit und ohne chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
Drei Personen unterschiedlicher Ethnien in Sportkleidung stehen in einem Fitnessstudio. Eine Person misst mit einem Maßband den Taillenumfang einer anderen Person. Im Hintergrund sind große Fenster und Fitnessgeräte zu sehen.
Armut, Migration, Übergewicht

Früh auftretender Typ-2-Diabetes folgt sozialen Mustern

Immer mehr Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren erkranken an Typ-2-Diabetes, mit besonders ungünstiger Prognose. Doch nicht nur Übergewicht und eine familiäre Vorbelastung erhöhten das Risiko. Niedrige Bildung, Armut und eigene Migrationserfahrung verdoppeln die Wahrscheinlichkeit für einen früh auftretenden Typ-2-Diabetes als eigenständige Risikofaktoren. Besonders deutlich wird die soziale Ungleichheit bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas.
Drei gestapelte Holzwürfel mit der Aufschrift „Step by Step"
Neue Biomarker sagen Schübe deutlich besser voraus

Rheumatoide Arthritis in Remission: Welche Patienten können Biologika sicher reduzieren?

Wer profitiert vom Tapering biologischer DMARDs bei rheumatoider Arthritis – und wer riskiert einen Schub? Eine spanische Arbeitsgruppe hat 2 zirkulierende Biomarker identifiziert, die das individuelle Schubrisiko unter Dosisreduktion besser vorhersagen als klinische Parameter allein. Kombiniert mit dem DAS28-CRP verbessert die Signatur aus VSIG4 und Anti-IFNγ-Autoantikörpern die Risikostratifizierung deutlich – ein möglicher Schritt hin zu einer biomarkergesteuerten Präzisionsdeeskalation.
Holzfigur mit weißem Bart streckt den Arm nach oben zur Zahl 100 auf einer Altersskala
Das Erbe der Hundertjährigen

Wer 100-jährige Eltern hat, lebt länger und herzgesünder

Wer mindestens einen Elternteil hat, der 100 Jahre alt geworden ist, erkrankt später und seltener an Bluthochdruck und kardiovaskulären Erkrankungen – und lebt länger. Der Schutzeffekt hält auch stand, wenn man Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkohol, Bewegung und Ernährung herausrechnet. Beim Krebsrisiko hingegen fanden sich keine Vorteile.
Reflux
Risikopatienten früh erkennen

Schwache Zwerchfellkontraktion verdoppelt Refluxrisiko nach POEM

Nach peroraler endoskopischer Myotomie (POEM) entwickelt rund jeder zweite Patient eine relevante Refluxösophagitis. Eine aktuelle Analyse an 200 Behandelten rückt einen bislang wenig beachteten Mechanismus in den Fokus: Die Kontraktilität der Zwerchfellschenkel als zweite Antirefluxbarriere nimmt nach dem Eingriff messbar ab und erholt sich innerhalb eines Jahres nur teilweise.
Tasse Kaffee
Simple Präventionsstrategie?

Kaffee als Leberschutz – große Kohortenstudie liefert harte Endpunkte

Fünf Tassen Kaffee am Tag senken das Risiko für Zirrhose, hepatozelluläres Karzinom und leberbezogene Mortalität deutlich – und das unabhängig vom Koffeingehalt. Eine Auswertung von über 350.000 Teilnehmenden der UK Biobank verknüpft klinische Endpunkte mit MRT-Bildgebung und Proteomik-Signaturen. Die Ergebnisse zeigen niedrigere Leberfettwerte, geringere Fibroinflammation und ein günstigeres Profil hepatozellulärer Syntheseproteine bei regelmäßigem Kaffeekonsum.
Akute myeloische Leukämie (AML)-Zellen im Blutkreislauf – isometrische Ansicht
Wirksamer und weniger belasten

Chemofreie Kombinationstherapie überzeugt auch bei fitten AML-Patienten

Die Kombination aus Azacitidin und Venetoclax könnte für weitaus mehr AML-Patienten geeignet sein als bislang angenommen. Die chemotherapiefreie Kombination verlängerte im Vergleich zu einer intensiven Chemotherapie das ereignisfreie Überleben nach neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML) von 6,2 auf 14,5 Monate – auch bei fitten Patienten. Zudem ergaben sich in der PARADIGM-Studie unter Azacitidin und Venetoclax höhere Remissionsraten, weniger Komplikationen und häufigere Stammzelltransplantation.
Rot-weiß gestreifter Industrieschornstein stößt dichte weiße Rauchwolken in einen bewölkten Himmel aus
Nicht nur Lunge une Herz leiden!

Dauerhafte Feinstaubbelastung erhöht das Schubrisiko bei rheumatoider Arthritis

Feinstaub schadet nicht nur Herz und Lunge – er kann offenbar auch Gelenke belasten. Offenbar besteht nicht nur der bereits bekannte Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von rheumatoider Arthritis. Eine höhere PM2.5-Belastung geht zudem mit einer höheren Krankheitsaktivität und mehr Schüben einher. Nicht jeder reagiert dabei gleich stark – Frauen und Nichtraucher scheinen besonders empfindlich zu sein. Entscheidend ist zudem nicht eine kurze Belastungsspitze, sondern die dauerhafte Exposition über mindestens 2 Wochen.
Tablette und Glas Wasser werden von einer Krankenschwester an einen Patienten gereicht
Vaskulärer Doppelnutzen

Bempedoinsäure schützt Beine: 36% weniger schwere Extremitätenereignisse bei pAVK

Bei statinintoleranten Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) reduziert Bempedoinsäure nicht nur kardiovaskuläre, sondern auch schwere Extremitätenereignisse deutlich. Eine vorspezifizierte Analyse der CLEAR-Outcomes-Studie zeigt einen Rückgang erster schwerwiegender Extremitätenereignisse (MALE) um 36% und der Gesamtereignislast um 45%. Damit rückt der ATP-Citrat-Lyase-Inhibitor als Option ins Blickfeld, wenn Statine nicht toleriert werden – mit klinisch relevantem Nutzen auf gleich zwei vaskulären Endpunkten.
Bluttest
Screening neu gedacht

Bluttest erkennt Darmkrebs und fortgeschrittene Adenome mit hoher Trefferquote

Ein neuer miRNA-basierter Bluttest detektiert nicht nur das kolorektale Karzinom, sondern auch prämaligne Vorstufen mit hoher Sensitivität. In der internationalen DENEB-Studie erreichte der Assay eine Sensitivität von 91% für Darmkrebs jeglichen Stadiums und 81% für fortgeschrittene Adenome bei einer Spezifität von 85% für fortgeschrittene Neoplasien. Damit könnte das Verfahren eine akzeptanzstarke Ergänzung zu Koloskopie und Stuhltest werden und die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms senken.

Medizinische Studien: FAQ – Häufige Fragen

Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten mit hoher Relevanz für die evidenzbasierte Medizin. Dazu gehören primär randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), systematische Reviews, Metaanalysen sowie große Kohorten- und Registerstudien. Ergänzt wird die Berichterstattung durch aktuelle Daten aus der Versorgungs- und Gesundheitsforschung, um auch langfristige Trends im Real-World-Kontext abzubilden.