Bei einer Krebsdiagnose ist das Erkrankungsstadium entscheidend. Männliche Patienten scheinen hier insgesamt schlechtere Karten zu haben als weibliche. Besonders groß ist der Geschlechterunterschied bei Zungen-, Speicheldrüsen-, Schilddrüsen- und Magenkrebs. Die späte Diagnose erklärt einen Teil der schlechteren Prognose männlicher Patienten.
Krebs wird bei Männern meist erst später entdeckt als bei Frauen
Krebs betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Und doch gibt es ein paar Unterschiede. Männer sterben häufiger an einem Tumorleiden. Woran das liegt, ist nicht ganz geklärt.
Eine aktuelle Studie, in der Forschende Daten von 2.401.772 Krebsfällen in den USA analysiert haben, liefert nun eine potenzielle Erklärung: Demnach erhalten Männer im Vergleich zu Frauen ihre Krebsdiagnose öfter erst in einem fortgeschrittenen Stadium, also wenn sich der Krebs bereits regional in die Lymphknoten ausgebreitet oder Fernmetastasen gestreut hat. Durch die spätere Diagnose haben Männer dann auch eine schlechtere Prognose, so die naheliegende Schlussfolgerung des Teams um Beth J. Maclin vom National Cancer Institute (NCI), Rockville (Maryland; USA).
Regionale Ausbreitung: 16 Tumorentitäten mit klarem Geschlechterunterschied
In der Analyse wurden der Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und dem Krankheitsstadium bei der Diagnose von 30 verschiedenen soliden Tumoren untersucht, die nicht die Fortpflanzungsorgane betreffen. Die Daten stammten aus einer Datenbank des NCI und umfassten die Jahre 2015 bis 2022.
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