Startseite Arzneimittel & Abrechnung

Arzneimittel & Abrechnung

Markttrends, Rote-Hand-Briefe und Abrechnungstipps für den Praxisalltag

Der Themenbereich „Arzneimittel & Abrechnung“ bietet Ärzten einen schnellen, fundierten Überblick über aktuelle Markttrends, sicherheitsrelevante Arzneimittelmeldungen und wichtige Abrechnungsänderungen.

Die Beiträge beleuchten die dynamische Entwicklung des Apotheken‑ und Arzneimittelmarktes, zudem informiert der Themenbereich über essenzielle Sicherheitswarnungen wie z.B. Rote-Hand-Briefe. Auch die Abrechnungsrealität in Arztpraxen steht im Fokus.

Nutzen Sie den kompakten, interdisziplinär nutzbaren Überblick , um in Ihrem Praxisalltag Verordnungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und moderne Versorgungskompetenz zu stärken.

Neuste Artikel

Zeichen für einen Rote Hand Brief
Rote-Hand-Brief

Desogestrel und Etonogestrel erhöhen Meningeom-Risiko bei Langzeitanwendung

Ein aktueller Rote-Hand-Brief weist auf ein gering erhöhtes Risiko für intrakranielle Meningeome unter längerfristiger Anwendung Desogestrel- und Etonogestrel-haltiger Kontrazeptiva hin. Das Risiko steigt mit der Anwendungsdauer und ist bei Vorbehandlung mit anderen risikobehafteten Gestagenen wie Cyproteron oder Chlormadinon zusätzlich erhöht. Für Frauen mit Meningeom-Anamnese besteht künftig eine Kontraindikation, die Produktinformationen werden entsprechend aktualisiert.
Anzeige

HPV: Wissenslücken bei Frauen – früh aufklären

Humane Papillomviren (HPV) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und können in bestimmten Fällen neben Genitalwarzen auch gewisse Krebsarten verursachen.1,2
Tablette und Glas Wasser werden von einer Krankenschwester an einen Patienten gereicht
Nur noch 52 Dosen im Jahr

Wöchentliche HIV-Tablette ebenbürtig zur täglichen Standardtherapie

Eine wöchentlich einzunehmende orale Kombinationstherapie aus Islatravir und Lenacapavir hält die Viruslast bei HIV-1-Patienten ebenso zuverlässig unter der Nachweisgrenze wie die etablierte tägliche Dreifachkombination Bictegravir–Emtricitabin–Tenofoviralafenamid. Nach 48 Wochen erreichten 93,4 % der Patienten unter dem Wochenregime eine anhaltende virologische Suppression – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil und deutlich höherer Adhärenz. Die Phase-III-Studie ISLEND-1 eröffnet damit eine neue Perspektive gegen „pill fatigue“ in der lebenslangen HIV-Therapie.
Zwei Hände bedienen ein Tablet, auf dessen Bildschirm das Wort „Pankreaskarzinom“ groß dargestellt ist.
Hinweisgeber Medikamentenverordnung

Was verraten Verschreibungsmuster vor der Diagnose von Pankreaskrebs?

Rund 20.000 Menschen erkranken in jedem Jahr in Deutschland neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Diagnose ist dann oft ungünstig. Denn oftmals wird die Erkrankung erst spät entdeckt. Immer wieder befasst sich die Wissenschaft daher mit Therapieoptionen, die das Überleben verlängern.
Verschreibungspflichtige Medikamente wie das Antibiotikum InfectoTrimet und das Asthma-Präparat Luforbec liegen in der Schublade einer Apotheke.
Größte Krankenkasse

Arzneiverordnungen auf Rekordhoch: TK meldet neuen Höchstwert

Die Techniker Krankenkasse meldet für 2024 mehr als 34 Millionen eingelöste Rezepte bei 6,2 Millionen Erwerbstätigen. Herz-Kreislauf-Medikamente führen die Statistik an, gefolgt von Magen-Darm-Präparaten und Psychopharmaka. Auffällig sind deutliche regionale Unterschiede und ein klarer Gender-Gap bei Herzmedikamenten.
Eine große Gruppe von Menschen bildet gemeinsam die Form eines Pfeils, der nach rechts zeigt – symbolisch für Lotsenfunktion und den gemeinsamen Weg zur Lungenkrebs-Früherkennung.
Hausärzte, Internisten und Pneumologen als Lotsen gefragt

Erstberatung zum Lungenkrebs-Screening extrabudgetär abrechnen

Hausärzte, Internisten und Pneumologen entscheiden maßgeblich mit, ob das seit April 2026 verfügbare Lungenkrebs-Screening seine lebensrettende Wirkung entfalten kann. Wer im Praxisalltag gezielt die Rauchgeschichte erfragt, identifiziert Anspruchsberechtigte und ebnet den Weg zur Früherkennung in einem noch heilbaren Stadium. Eine Qualifizierung als Erstberater ist mit überschaubarem Aufwand möglich und extrabudgetär abrechenbar.
Holzwaage mit Würfeln
Nutzenbewertungen

G-BA-Nutzenbewertungen aus dem Juli 2026

Nicht immer bietet ein zugelassenes Medikament bzw. ein neuer Wirkstoff auch einen Vorteil gegenüber dem bisherigen Therapiestandard. Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) seit 2011 die Aufgabe, nach Markteintritt von neu zugelassenen Arzneimitteln eine Nutzenbewertung durchzuführen. Er prüft, ob und in welchem Ausmaß ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie besteht.
Rotes Warndreieck mit Ausrufezeichen und zeigende Hand.
Durchstechflaschen mit Verbördelungsfehler

Libtayo®-Rückruf: Cemiplimab-Charge wegen Verschlussmangel sperren

Rückruf von Libtayo® (Cemiplimab) 350 mg: Regeneron zieht die Charge 8494100007 wegen eines Verbördelungsfehlers an den Durchstechflaschen zurück. Die Sterilität des Verschlusses ist nicht garantiert. Kliniken und onkologische Praxen müssen Bestände sofort sperren. Ersatzware wird kostenfrei bereitgestellt, sodass die Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten sichergestellt bleibt.
Ein älterer Mann liegt nach einem Sturz auf dem Teppichboden und wird von einer Pflegekraft oder Angehörigen an der Hand hochgezogen; im Vordergrund liegt sein Gehstock.
Bröckelnde Evidenz

Kalzium und Vitamin D ohne relevanten Nutzen bei Fraktur- und Sturzprävention

Kalzium- und Vitamin-D-Präparate zählen zu den am häufigsten verordneten Supplementen zur Prävention osteoporotischer Frakturen und Stürze. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zieht die klinische Relevanz dieser Praxis grundlegend in Zweifel: Weder die Monotherapie noch eine kombinierte Supplementation erreichten die vorab definierten Schwellenwerte für einen klinisch bedeutsamen Nutzen – auch nicht in Hochrisikogruppen.
Frau mit CGM-Sensor am Oberarm liest Glukosewert am Smartphone ab. In der anderen Hand hält sie einen Insulin-Pen
Diabetesversorgung neu gedacht

CGM aus „erster Hand“: Hausärzte erzielen starke Ergebnisse

Die kontinuierliche Glukosemessung ist längst in der Versorgung von Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes angekommen – doch verordnet wird sie meist in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. Aber auch wenn Hausärzte ein CGM-System verordnen, sinken HbA1c-Werte klinisch relevant und deutlich stärker als ohne Sensor. Zugleich gehen wiederkehrende Krankenhausaufenthalte und Notaufnahmebesuche spürbar zurück – auch wenn keine diabetologische Schwerpunktpraxis die Behandlung unterstützt.
Ältere Frau nimmt eine Tablette mit einem Glas Wasser ein
Von der Abnehmspritze zur Abnehmpille

Orales Semaglutid erhält EU-Zulassung zur Adipositastherapie

Jetzt ist es offiziell: Mit der Wegovy® Tablette steht erstmals ein oraler GLP-1-Rezeptoragonist zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen zur Verfügung – ganz ohne Spritze. Voraussichtlich im dritten Quartal 2026 wird die neue „Abnehmtablette“ in Deutschland erhältlich sein.
Zwei elektronische Versichertenkarten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liegen auf einem Tisch.
Millionenbetrug bei Kassen

Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen: AOK meldet Rekordzahl an Verdachtsfällen

Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen erreicht ein neues Rekordniveau: Die AOK Hessen verzeichnet 1.232 Hinweise auf Fehlverhalten, 195 Strafanzeigen und gesicherte Forderungen von 4,8 Millionen Euro. Besonders anfällig sind Verhinderungspflege, häusliche Krankenpflege und Verbandmittel-Rezepte – mit teils dreisten Betrugsmaschen.