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Arzneimittel & Abrechnung

Markttrends, Rote-Hand-Briefe und Abrechnungstipps für den Praxisalltag

Der Themenbereich „Arzneimittel & Abrechnung“ bietet Ärzten einen schnellen, fundierten Überblick über aktuelle Markttrends, sicherheitsrelevante Arzneimittelmeldungen und wichtige Abrechnungsänderungen.

Die Beiträge beleuchten die dynamische Entwicklung des Apotheken‑ und Arzneimittelmarktes, zudem informiert der Themenbereich über essenzielle Sicherheitswarnungen wie z.B. Rote-Hand-Briefe. Auch die Abrechnungsrealität in Arztpraxen steht im Fokus.

Nutzen Sie den kompakten, interdisziplinär nutzbaren Überblick , um in Ihrem Praxisalltag Verordnungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und moderne Versorgungskompetenz zu stärken.

Neuste Artikel

Rotes Warndreieck mit Ausrufezeichen und zeigende Hand.
Durchstechflaschen mit Verbördelungsfehler

Libtayo®-Rückruf: Cemiplimab-Charge wegen Verschlussmangel sperren

Rückruf von Libtayo® (Cemiplimab) 350 mg: Regeneron zieht die Charge 8494100007 wegen eines Verbördelungsfehlers an den Durchstechflaschen zurück. Die Sterilität des Verschlusses ist nicht garantiert. Kliniken und onkologische Praxen müssen Bestände sofort sperren. Ersatzware wird kostenfrei bereitgestellt, sodass die Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten sichergestellt bleibt.
Ein älterer Mann liegt nach einem Sturz auf dem Teppichboden und wird von einer Pflegekraft oder Angehörigen an der Hand hochgezogen; im Vordergrund liegt sein Gehstock.
Bröckelnde Evidenz

Kalzium und Vitamin D ohne relevanten Nutzen bei Fraktur- und Sturzprävention

Kalzium- und Vitamin-D-Präparate zählen zu den am häufigsten verordneten Supplementen zur Prävention osteoporotischer Frakturen und Stürze. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zieht die klinische Relevanz dieser Praxis grundlegend in Zweifel: Weder die Monotherapie noch eine kombinierte Supplementation erreichten die vorab definierten Schwellenwerte für einen klinisch bedeutsamen Nutzen – auch nicht in Hochrisikogruppen.
Frau mit CGM-Sensor am Oberarm liest Glukosewert am Smartphone ab. In der anderen Hand hält sie einen Insulin-Pen
Diabetesversorgung neu gedacht

CGM aus „erster Hand“: Hausärzte erzielen starke Ergebnisse

Die kontinuierliche Glukosemessung ist längst in der Versorgung von Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes angekommen – doch verordnet wird sie meist in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. Aber auch wenn Hausärzte ein CGM-System verordnen, sinken HbA1c-Werte klinisch relevant und deutlich stärker als ohne Sensor. Zugleich gehen wiederkehrende Krankenhausaufenthalte und Notaufnahmebesuche spürbar zurück – auch wenn keine diabetologische Schwerpunktpraxis die Behandlung unterstützt.
Ältere Frau nimmt eine Tablette mit einem Glas Wasser ein
Von der Abnehmspritze zur Abnehmpille

Orales Semaglutid erhält EU-Zulassung zur Adipositastherapie

Jetzt ist es offiziell: Mit der Wegovy® Tablette steht erstmals ein oraler GLP-1-Rezeptoragonist zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen zur Verfügung – ganz ohne Spritze. Voraussichtlich im dritten Quartal 2026 wird die neue „Abnehmtablette“ in Deutschland erhältlich sein.
Zwei elektronische Versichertenkarten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liegen auf einem Tisch.
Millionenbetrug bei Kassen

Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen: AOK meldet Rekordzahl an Verdachtsfällen

Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen erreicht ein neues Rekordniveau: Die AOK Hessen verzeichnet 1.232 Hinweise auf Fehlverhalten, 195 Strafanzeigen und gesicherte Forderungen von 4,8 Millionen Euro. Besonders anfällig sind Verhinderungspflege, häusliche Krankenpflege und Verbandmittel-Rezepte – mit teils dreisten Betrugsmaschen.
Zeichen für einen Rote Hand Brief
Rote-Hand-Brief

Tavneos® (Avacopan): EMA empfiehlt Zulassungswiderruf

Tavneos® (Avacopan) verliert die Wirksamkeitsgrundlage: Datenintegritätsprobleme in der pivotalen ADVOCATE-Studie und neue Fälle von arzneimittelinduzierten Leberschäden bewegen den CHMP zur Empfehlung, die EU-Zulassung zu widerrufen. Das bedeutet: Patienten mit aktiver Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) oder mikroskopischer Polyangiitis (MPA) dürfen nicht mehr neu auf Avacopan eingestellt werden, laufende Therapien sind zu beenden, und unter noch aktiven Therapien sind die Leberwerte engmaschig zu kontrollieren.
Zeichen für einen Rote Hand Brief
AkdÄ informiert

Rote-Hand-Brief zu Ixchiq: Chikungunya-Impfstoff nur noch bei hohem Infektionsrisiko

Der Chikungunya-Lebendimpfstoff darf laut EMA und Paul-Ehrlich-Institut nur noch bei Personen mit hohem Infektionsrisiko angewendet werden. Grund sind schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, darunter Fälle von aseptischer Meningitis mit Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Bei Immunsuppression besteht eine Kontraindikation.
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HPV-Impfung ab 27: Evidenz, Praxisrelevanz und Gesprächsstrategien

Bei HPV besteht ein mögliches lebenslanges Infektionsrisiko; eine Ansteckung ist nicht nur im Teenageralter möglich.¹ Deshalb kann eine HPV-Impfung auch für Frauen ab 27 Jahren individuell sinnvoll sein.²˒³
Modell einer Gebärmutter
Gebärmutterkörperkrebs aktuell

Aktualisierte S3-Leitlinie Endometriumkarzinom: risikoadaptierte Therapie und molekulare Klassifikation

Die überarbeitete Empfehlung stellt die risikoadaptierte, molekular-basierte Therapie in den Mittelpunkt, präzisiert Indikationen zur Sentinel-Lymphadenektomie und definiert, wann auf adjuvante Chemo- oder Strahlentherapie verzichtet werden kann – für weniger Übertherapie und mehr Lebensqualität.
Holzwaage mit Würfeln
Nutzenbewertungen

G-BA-Nutzenbewertungen aus dem Juni 2026

Nicht immer bietet ein zugelassenes Medikament bzw. ein neuer Wirkstoff auch einen Vorteil gegenüber dem bisherigen Therapiestandard. Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) seit 2011 die Aufgabe, nach Markteintritt von neu zugelassenen Arzneimitteln eine Nutzenbewertung durchzuführen. Er prüft, ob und in welchem Ausmaß ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie besteht.
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PraxisApp „Meine GynPraxis“

Die HPV-Impfung ist eine wichtige Präventionsmaßnahme gegen bestimmte HPV-assoziierte Erkrankungen. Die Impfquoten in Deutschland sind jedoch ausbaufähig.¹˒² Um Patientinnen und Patienten an die HPV-Impfung zu erinnern, können digitale Lösungen hilfreich sein, wie die PraxisApp der Monks – Ärzte im Netz GmbH „Meine GynPraxis“.³
drei Hände, die jeweils ein Puzzleteil hochhalten - eines rot, eines blau, eines gelb
Neue Klasse von Inkretin-Mimetika in der Adipositastherapie

Topline-Daten aus TRIUMPH-1: Bis zu 30% Gewichtsverlust mit Triple-Agonist

Bis zu 38,5 kg weniger Körpergewicht nach 104 Wochen – der Triple-Agonist Retatrutid aus der Phase-III-Studie TRIUMPH-1 nähert sich in der höchsten Dosierung Ergebnissen, die bislang nur die bariatrische Chirurgie erzielte. Auch die niedrige 4-mg-Dosis senkte das Gewicht um durchschnittlich 19%. Zusätzlich besserten sich Taillenumfang, Lipidprofil, Blutdruck und hsCRP. Die Verträglichkeit blieb auf dem Niveau bekannter Inkretin-Therapien.