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Endokrinologie & Diabetes

Hormonelle Regulation und Stoffwechselprozesse beeinflussen nahezu jedes Organsystem. Der Bereich "Endokrinologie & Diabetes" greift diese Komplexität auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die endokrine und diabetologische Fragestellungen in einen klaren klinischen Kontext setzen.

Neuste Artikel

Eine Person mit Diabetes betrachtet auf einem Smartphone die Werte eines kontinuierlichen Glukosemesssystems (CGM), während ein Sensor auf dem Oberarm getragen wird.
CE-Kennzeichnung allein reicht nicht!

Fachbündnis fordert verbindliche Qualitätsstandards für CGM-Systeme

Einheiltliche und verbindliche europäische Bewertungsstandards für kontinuierliche Glukosemessgeräte, dies fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) sowie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) . Zwar sind die eingesetzten CGM-Systeme in der Regel sicher und leistungsfähig, aktuell liefern sie bei ein und demselben Patienten deutlich abweichende Kennzahlen wie Time in Range oder Glucose Management Indicator, was eine medizinische Einordnung schwer möglich macht.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Real-World-Daten

Abgesetzt, wieder aufgenommen – ein häufiges Muster der GLP-1-RA-Therapie bei Diabetes

GLP-1-Rezeptoragonisten sind aus der Typ-2-Diabetes-Therapie kaum mehr wegzudenken – doch im Versorgungsalltag setzen viele Betroffene die Präparate früh ab: Im ersten Jahr sind dies 4 von 10 der Behandelten, nach 2 Jahren sogar etwa 6 von 10, so eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Versichertendaten, präsentiert auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO) 2026 in Chicago. Dabei haben sich gastrointestinale Nebenwirkungen als eine der zentralen modifizierbaren Stellschrauben herauskristallisiert. Immerhin: Mehr als die Hälfte der Abbrecher startet ihre GLP-1-RA-Therapie innerhalb von 12 Monaten erneut.
Thermometer vor Himmel mit Wolken im Hintergrund.
Wenn Hitze zur Stoffwechselfalle wird

Hitze treibt Hypoglykämierisiko bei Typ-1-Diabetes nach oben

Heiße Sommertage sind für Menschen mit Typ-1-Diabetes mehr als eine Belastung – sie sind ein echtes Stoffwechselrisiko. Besonders auffällig: Der Effekt setzt bereits am ersten Hitzetag ein und klingt in den Folgetagen nur langsam wieder ab. Bei Menschen mit niedrigen HbA1c-Werten oder eingeschränkter Hypoglykämiewahrnehmung empfiehlt sich daher eine vorausschauende Anpassung der Basalinsulindosis, sobald Hitze angekündigt ist. Bemerkenswert: Auch Kälte erhöht das Hypoglykämierisiko – allerdings deutlich schwächer als hohe Temperaturen.
Aus Reiskörnern gestreute Silhouette eines menschlichen Kopfes im Profil auf dunklem Holz. Der Gehirnbereich ist mit einer bunten Auswahl an Lebensmitteln wie Kiwi, Beeren, Tomaten und Nüssen ausgelegt.
Weniger Kalorien, mehr Kontrolle

Semaglutid senkt Kalorienaufnahme langfistig – trotz nachlassendem Sättigungsgefühl

Semaglutid reduziert die Kalorienaufnahme bei Menschen mit Adipositas nachhaltig. Das gilt auch dann, wenn die anfangs stark ausgeprägten subjektiven Effekte auf Hunger und Sättigung nach einigen Monaten nachlassen. Diese anhaltend niedrigere Energiezufuhr erklärt, warum der Gewichtsverlust langfristig stabil bleibt. Der nachlassende Appetit-Effekt ist also nicht als Wirkungsverlust zu werten – eine wichtige Information auch für Ihre Patienten.
Rotes Warnsymbol unter einer Lupe
GLP-1-RA und SGLT2i praktisch gleichauf

DPP-4-Hemmer mit auffälligem Autoimmunprofil – von protektiv bis risikobehaftet

Moderne Antidiabetika unterscheiden sich nicht nur kardiorenal, sondern offenbar auch immunologisch. DPP-4-Inhibitoren zeigen dabei ein 2-ischneidiges Profil: weniger Psoriasis und Autoimmunthyreoiditis, aber mehr Dermatomyositis, bullöses Pemphigoid und Riesenzellarteriitis. GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren liegen dagegen praktisch gleichauf. it dies jetzt ein Argument dafür, das immunologische Risikoprofil bei der individuellen Substanzwahl mitzudenken?.
Definition von Konsens auf einer Seite in einem Lexikon in englischer Sprache
Erstmals konkrete, praxisnahe Empfehlungen

Konsensuspapier zur sicheren Off-label-Anwendung inkretinbasierter Therapien bei Typ-1-Diabetes

Übergewicht und Adipositas betreffen inzwischen rund zwei Drittel der Menschen mit Typ-1-Diabetes – gleichzeitig erreichen weniger als 30% die HbA1c-Zielwerte. Immer häufiger kommen daher GLP-1- und duale GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten off-label zum Einsatz. Ein internationales Expertengremium hat nun praxisnahe Empfehlungen zur sicheren adjunktiven Anwendung veröffentlicht: Sie umfassen Dosistitration, CGM-basierte Insulinanpassung, Ketonmonitoring sowie das Management gastrointestinaler und ophthalmologischer Risiken.
Schwangere auf Waage
Übermäßige Gewichtszunahme

Hilfe per App für adipöse Schwangere

Adipositas geht bei Schwangeren sowie bei ihren Kindern mit gesundheitlichen Risiken einher. Eine Studie hat untersucht, ob eine App eine übermäßige Gewichtszunahme bei den Betroffenen verhindern kann.
Zeichen für einen Rote Hand Brief
Rote-Hand-Brief

Eferox: Neue Zusammensetzung erfordert Kontrolle bei Umstellung

Ab August 2026 ist Eferox® (Levothyroxin-Natrium) in neuer Zusammensetzung mit dem zusätzlichen Hilfsstoff Maisstärke erhältlich. Wegen des engen therapeutischen Fensters von Levothyroxin empfiehlt der Aristo Pharma eine engmaschige Kontrolle der Schilddrüsenstoffwechsellage – inklusive TSH-Bestimmung 6–8 Wochen nach Umstellung.
Amputationsraten senken, Extremitäten erhalten

GLP-1-Rezeptoragonisten senken Amputations- und Sterberisiko bei Typ-2-Diabetes mit pAVK

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und peripherer arterieller Verschlusskrankheit waren GLP-1-Rezeptoragonisten im 5-Jahres-Verlauf mit einer signifikant niedrigeren Mortalität, weniger Major- und Minor-Amputationen sowie selteneren Revaskularisationen und Hospitalisierungen assoziiert als eine Metformintherapie. Besonders ausgeprägt fiel der Nutzen bei Betroffenen mit chronisch extremitätenbedrohender Ischämie und Adipositas aus – ein Argument für den frühen Einsatz dieser Substanzklasse in der diabetologischen Versorgung.
Frau mit CGM-Sensor am Oberarm liest Glukosewert am Smartphone ab. In der anderen Hand hält sie einen Insulin-Pen
Diabetesversorgung neu gedacht

CGM aus „erster Hand“: Hausärzte erzielen starke Ergebnisse

Die kontinuierliche Glukosemessung ist längst in der Versorgung von Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes angekommen – doch verordnet wird sie meist in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. Aber auch wenn Hausärzte ein CGM-System verordnen, sinken HbA1c-Werte klinisch relevant und deutlich stärker als ohne Sensor. Zugleich gehen wiederkehrende Krankenhausaufenthalte und Notaufnahmebesuche spürbar zurück – auch wenn keine diabetologische Schwerpunktpraxis die Behandlung unterstützt.
Ältere Frau nimmt eine Tablette mit einem Glas Wasser ein
Von der Abnehmspritze zur Abnehmpille

Orales Semaglutid erhält EU-Zulassung zur Adipositastherapie

Jetzt ist es offiziell: Mit der Wegovy® Tablette steht erstmals ein oraler GLP-1-Rezeptoragonist zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen zur Verfügung – ganz ohne Spritze. Voraussichtlich im dritten Quartal 2026 wird die neue „Abnehmtablette“ in Deutschland erhältlich sein.
Gesichtshälften im Vergleich: deutlich sichtbare Hyperpigmentierung der Haut als typisches klinisches Zeichen der primären Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison; links).
Selten, aber lebensbedrohlich

Erschöpfung und Hyperpigmentierung? An Morbus Addison denken!

Niedriger Blutdruck, Salzhunger, ungeklärte Müdigkeit und eine braungebrannte Haut ohne Sonne: Die Symptome der primären Nebenniereninsuffizienz sind unspezifisch – und die korrekte Diagnose lässt oft Jahre auf sich warten. Jeder 13. Betroffene erleidet jährlich eine potenziell letale Addison-Krise. Zwei retardierte Hydrocortison-Präparate bilden die zirkadiane Rhythmik unterschiedlich gut nach – mit spürbaren Effekten auf Lebensqualität, Fatigue und Immunprofil.

Endokrinologie & Diabetes: Häufige Fragen zum Themenbereich bei Thieme Praxis

Der Themenbereich bündelt aktuelle, praxisrelevante Beiträge zu hormonellen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus. Im Fokus stehen unter anderem Diagnostik und Therapie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen sowie seltenen endokrinologischen Krankheitsbildern und ihren Auswirkungen auf weitere Organsysteme.