Startseite Alle Beiträge Innere Medizin DPP-4-Hemmer mit auffälligem Autoimmunprofil – von protektiv bis risikobehaftet
GLP-1-RA und SGLT2i praktisch gleichauf

DPP-4-Hemmer mit auffälligem Autoimmunprofil – von protektiv bis risikobehaftet

|von Stephanie Schikora

Moderne Antidiabetika unterscheiden sich nicht nur kardiorenal, sondern offenbar auch immunologisch. DPP-4-Inhibitoren zeigen dabei ein 2-ischneidiges Profil: weniger Psoriasis und Autoimmunthyreoiditis, aber mehr Dermatomyositis, bullöses Pemphigoid und Riesenzellarteriitis. GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren liegen dagegen praktisch gleichauf. it dies jetzt ein Argument dafür, das immunologische Risikoprofil bei der individuellen Substanzwahl mitzudenken?.

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GLP-1-Rezeptoragonisten, DPP-4-Inhibitoren und SGLT2-Inhibitoren im Vergleich: Neue Daten zeigen klassenspezifische Unterschiede beim Risiko für Autoimmunerkrankungen. (© Dilok/ stock.adobe.com)

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Sie sind aus der Diabetestherapie nicht mehr wegzudenken: Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP-4-Inhibitoren), Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-Rezeptoragonisten) und Sodium-Glucose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2-Inhibitoren). In den USA beispielsweise erreichen sie mehr als jeden 10. Erwachsenen. Die kardiorenalen Effekte sind gut dokumentiert. Doch wie sicher sind diese Substanzen aus immunologischer Sicht?

Bislang gab es dazu nur ein Stückwerk an Daten: kleine Beobachtungsstudien, Fallserien, widersprüchliche Signale – mal protektiv, mal risikoerhöhend. Systematische Kopf-an-Kopf-Vergleiche innerhalb derselben Patientengruppe gab es bislang nicht. Genau diese Lücke hat ein US-amerikanisches Forschungsteam nun mit 3 parallel geführten Studienvergleichen geschlossen – und dabei tatsächlich Unterschiede zwischen den Substanzklassen zutage gefördert.

Drei emulierte Studien, mehr als 300.000 Patientenpaare

Basis der Analyse waren anonymisierte elektronische Patientenakten aus dem TriNetX-Netzwerk mit 152 Gesundheitseinrichtungen. Eingeschlossen wurden Erwachsene mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes zwischen 2016 und 2023. Sie mussten innerhalb eines Jahres nach Diagnose eine Monotherapie mit DPP-4-Inhibitoren, GLP-1-Rezeptoragonisten oder SGLT2-Inhibitoren begonnen haben. Vorbestehende Autoimmunerkrankungen oder eine immunsuppressive Therapie waren Ausschlusskriterien.

Nach Propensity-Score-Matching (1:1) – abgeglichen wurden Demografie, Komorbiditäten, Laborwerte und Begleitmedikation – entstanden 3 Vergleichsgruppen:

  • 118.419 gematchte Paare für DPP-4-Inhibitoren versus GLP-1-Rezeptoragonisten,
  • 102.810 Paare für DPP-4-Inhibitoren versus SGLT2-Inhibitoren,
  • 105.869 Paare für GLP-1-Rezeptoragonisten versus SGLT2-Inhibitoren.

Untersucht wurden die 3-Jahres-Inzidenzen von 18 Autoimmunerkrankungen. Darunter: Psoriasis, rheumatoide Arthritis, systemische Sklerose, Dermatomyositis, multiple Sklerose, bullöses Pemphigoid und Autoimmunthyreoiditis. Um einen sogenannten Immortal-Time-Bias zu vermeiden – eine methodische Verzerrung durch fälschlich mitgezählte Zeiträume vor Therapiebeginn –, startete die Nachbeobachtung erst 6 Monate nach Studieneinschluss.

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