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Diabetes mellitus

Der Themenbereich „Diabetes mellitus“ umfasst die Vielfalt diabetischer Krankheitsbilder – von Typ‑1‑ und Typ‑2‑Diabetes über Gestationsdiabetes bis zu speziellen Formen wie MODY und LADA. Im Fokus stehen differenzierte Diagnostik, individualisierte Therapie und der Einsatz moderner Diabetestechnologien.

Zudem beleuchten die Inhalte akute und chronische Komplikationen, einschließlich mikro‑ und makrovaskulärer Folgeschäden sowie des diabetischen Fußsyndroms. Ergänzend werden Schulung, Prävention und die strukturierte Transition in die Erwachsenenversorgung adressiert, um eine langfristig optimale Betreuung zu unterstützen.

Neuste Artikel

Arzt mit Stethoskop tippt auf ein digitales Feld mit der Aufschrift Type 1 diabetes vor einem Hintergrund mit medizinischen Symbolen
Management des Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen

Neuer ADA/EASD-Konsensus: Präzisere Diagnostik, smarte Therapie und (kardiovaskuläre) Prävention

Der neue ADA/EASD-Konsensus zum Typ-1-Diabetes ist mehr als ein reines Update. Er schärft die Diagnostik mit einem strukturierten Algorithmus, etabliert automatisierte Insulinabgabesysteme als bevorzugte Therapieform und widmet dem kardiovaskulären Risikomanagement, dem Komplikationsscreening und der Adipositastherapie erstmals eigene Kapitel. Zudem rücken krankheitsmodifizierende Ansätze wie Teplizumab stärker in den Fokus.
Vier an Fäden aufgehängte Kugeln vor violettem Hintergrund. Links schwingt eine rote Kugel mit der Aufschrift „Diabetes“, rechts drei dunkle Kugeln, von denen eine die Aufschrift „Kidney Disease“ trägt. Die Kugeln sind wie ein Newton-Pendel angeordnet.
Keine universelle Nephroprotektion

Renale Effekte von SGLT2-Hemmern und GLP-1-Rezeptoragonisten vor allem bei Albuminurie

SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten gelten als nierenprotektive Säulen der Typ-2-Diabetes-Therapie. Der renoprotektive Effekt scheint jedoch an das Vorliegen einer Albuminurie gebunden zu sein. Bei normoalbuminurischen Patienten blieb der Nutzen im Rahmen einer sogenannten Target-Trial-Emuliation aus. Und Achtung: Sulfonylharnstoffe waren bei dieser Patientengruppe sogar mit einem beschleunigten Nierenfunktionsverlust assoziiert.
Person in Sportkleidung macht auf einer asphaltierten Straße im Grünen eine kurze Pause während des Trainings und stützt die Hände auf die Knie. Im Hintergrund sind Bäume und Sonnenlicht zu sehen.
Prävention mit Potenzial

Bewegung schützt vor Diabetes: Ältere gewinnen am meisten

Regelmäßige moderate bis intensive körperliche Aktivität senkt das Risiko für einen Typ-2-Diabetes – das ist bekannt. Neu ist, dass Jüngere zwar prozentual stärker profitieren,  bei jüngeren Erwachsenen relativ stärker – doch der absolute Präventionsnutzen ist bei älteren Menschen und bei Personen mit prädiabetischer Stoffwechsellage am größten. Gerade bei älteren, metabolisch vorbelasteten Patientinnen und Patienten lohnt sich die Motivation zu mehr Bewegung besonders. Wichtig ist dabei das erreichte Gesamtvolumen, das möglichst nahe an oder über den von der WHO empfohlenen 150 Minuten pro Woche liegen sollte.
Ältere Person mit weißem Haar, Brille und gemustertem Schal sitzt in einem Innenraum vor einem Bücherregal und spricht mit einer Pflegekraft, die mit dem Rücken zur Kamera zu sehen ist.
Wenn weniger mehr sein könnte

Zu strenge Blutzuckerkontrolle im Pflegeheim?

Muss ein älterer Mensch mit Diabetes in ein Pflegeheim, ist er meist gebrechlich, multimorbide und hat eine begrenzte Lebenserwartung. Eigentlich sprechen in dieser Situation viele Faktoren für eine vorsichtige Diabetesbehandlung mit Fokus auf Lebensqualität und der Vermeidung von Hypoglykämien. Dennoch bleiben die HbA1c-Werte häufig unter den in dieser Situation empfohlenen Zielbereichen und es kommen komplexe Therapien zum Einsatz. Über eine De-Intensivierung wird eher selten nachgedacht.
Frühe Therapie zahlt sich aus

Frühe Statintherapie bei Typ-2-Diabetes senkt Demenzrisiko

Bei Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes war der frühe Beginn einer Statintherapie in einer landesweiten dänischen Kohortenstudie mit 132.585 statin-naiven Patienten mit einem um 15% geringeren relativen Demenzrisiko über 10 Jahre assoziiert – deutlich stärker ausgeprägt als bei verzögertem Therapiebeginn. Besonders vaskulär bedingte Demenzen wurden seltener beobachtet. Die auf dem ESC Congress 2026 vorgestellten Daten liefern ein weiteres Argument gegen die verbreitete Therapieträgheit beim LDL-Cholesterin-Management.
Zielscheibe mit Pfeilen und Schriftzug „Diabetes"
Fast jeder zweite Senior potenziell übertherapiert

HbA1c-Ziele bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes werden häufig verfehlt oder ignoriert

Bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes empfiehlt die American Diabetes Association individualisierte HbA1c-Ziele je nach Gesundheitszustand. In der Praxis wird davon jedoch selten Gebrauch gemacht: Sowohl Intensivierungen bei entgleistem HbA1c als auch Deintensivierungen bei zu niedrigen Werten bleiben US-amerikanischen Registerdaten zufolge die Ausnahme. Besonders brisant: Fast die Hälfte der Patienten mit schlechtem Gesundheitszustand und unterschrittenem Zielwert erhält weiterhin Sulfonylharnstoffe oder Insulin.
Dialysegerät
Terminale Niereninsuffizienz

GLP-1-Rezeptoragonisten bei Hämodialyse: Weniger Entzündung und ESA-Bedarf

Eine Real-World-Analyse mit 2.468 Hämodialysepatienten zeigt, dass Semaglutid, Dulaglutid und Tirzepatid Entzündungsmarker senken und den Bedarf an erythropoesestimulierenden Agenzien reduzieren – bei stabilem Hämoglobin. Welche Effekte die Studie im Detail belegt und was das für die Nephrologie bedeutet.
Ein älterer Mann sictz vor einem Puzzle - ein Kopf in dem noch einige Puzzlestücke fehelen
Hyperglykämie hinterlässt Spuren

Typ-2-Diabetes beschleunigt regionale Hirnatrophie – unabhängig von Alzheimer-Pathologie

Bei kognitiv unauffälligen älteren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes schreitet die kortikale Ausdünnung in frontalen, parietalen und okzipitalen Regionen deutlich schneller voran als bei Nicht-Diabetikern – und zwar unabhängig von Amyloid, Tau, White-Matter-Hyperintensities und APOE-ε4-Status. Höhere HbA1c-Werte sagen die Atrophie voraus, selbst unterhalb der diabetischen Schwelle. Die regionale Neurodegeneration erklärt zudem einen relevanten Teil des beschleunigten Verlusts an Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Eine Person hält ein Smartphone mit beiden Händen über einen Holztisch und fotografiert eine Mahlzeit bestehend aus Nudeln, einem grünen Burger mit Pommes und einem Smoothie, um die Kalorien per App zu erfassen.
Foto statt Waage – wie zuverlässig ist das?

KI-Kalorien-Apps unterschätzen Energiegehalt von Mahlzeiten um ein Drittel

KI-gestützte Ernährungs-Apps versprechen präzise Kalorienangaben per Smartphone-Foto – doch sie unterschätzen den tatsächlichen Energiegehalt von Mahlzeiten systematisch, besonders wenn es um Fett geht. Experten warnten auf der Nutrition 2026: Wer die Portionsgrößen nicht manuell anpasst oder die Mengen nicht selbst eingibt, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Kalorien zu sich, als die App anzeigt.
Ein Mann hält eine Spritze mit dem Wirkstoff Semaglutid in der Hand. (gestellte Szene)
Debatte um Adipositas-Therapie

Abnehmspritze auf Rezept? AOK-Chefin warnt vor Milliardenkosten

Sollten Abnehmspritzen als GKV-Leistung bei Adipositas zugelassen w4erden, könnte dies jährliche Zusatzkosten von bis zu 45 Milliarden Euro verursachen, warnt die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann. Anlass ist ein Vorstoß der neuen G-BA-Vorsitzenden Sonja Optendrenk, GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy® oder Mounjaro® bei schwerer Adipositas auf Kassenrezept zu ermöglichen.
Eine 3D-Illustration verschiedener blauer und violetter Viren und Bakterien auf dunkelblauem Hintergrund
Dritthäufigste Todesursache

Infektionen bei Diabetes – ein unterschätztes Risiko mit potenziell tödlichen Folgen

Infektionen bei Diabetes werden noch immer unterschätzt, dabei sind sie häufig, verlaufen oft schwer und sind nicht selten tödlich – sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes und Prädiabetes. Bei Typ-2-Diabetes sind Infektionen – nach Herzerkrankungen und Krebs – sogar die dritthäufigste Todesursache. Entscheidend ist dabei nicht nur der HbA1c-Wert an sich, sondern auch seine Variabilität. Umso wichtiger erscheint eine effiziente Glukosekontrolle und die Früherkennung von Infektionen in der täglichen Praxis. Auch in den Leitlinien sollte das Infektionsmanagement stärker zum Tragen kommen.
Auswahl eiweißreicher Lebensmittel mit rohem Fleisch, Fisch, Käse, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und frischem Gemüse auf einem Holztisch
Malnutrition jenseits des BMI

Mangelernährung bei geriatrischen Diabetespatienten – eine unterschätzte Gefahr

Bis zu 50 % der geriatrischen Patienten sind mangelernährt, rund ein Drittel dehydriert – bei Diabetes eine gefährliche Konstellation. Unveränderte antidiabetische Medikation trifft auf reduzierte Nahrungsaufnahme und treibt das Hypoglykämierisiko in die Höhe. Weite Kleidung, trockene Haut und stehen gelassene Mahlzeiten sind frühe Warnsignale – dann muss auch die Medikation auf den Prüfstand.