Startseite Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

Der Themenbereich „Diabetes mellitus“ umfasst die Vielfalt diabetischer Krankheitsbilder – von Typ‑1‑ und Typ‑2‑Diabetes über Gestationsdiabetes bis zu speziellen Formen wie MODY und LADA. Im Fokus stehen differenzierte Diagnostik, individualisierte Therapie und der Einsatz moderner Diabetestechnologien.

Zudem beleuchten die Inhalte akute und chronische Komplikationen, einschließlich mikro‑ und makrovaskulärer Folgeschäden sowie des diabetischen Fußsyndroms. Ergänzend werden Schulung, Prävention und die strukturierte Transition in die Erwachsenenversorgung adressiert, um eine langfristig optimale Betreuung zu unterstützen.

Neuste Artikel

Zielscheibe mit Pfeilen und Schriftzug „Diabetes"
Fast jeder zweite Senior potenziell übertherapiert

HbA1c-Ziele bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes werden häufig verfehlt oder ignoriert

Bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes empfiehlt die American Diabetes Association individualisierte HbA1c-Ziele je nach Gesundheitszustand. In der Praxis wird davon jedoch selten Gebrauch gemacht: Sowohl Intensivierungen bei entgleistem HbA1c als auch Deintensivierungen bei zu niedrigen Werten bleiben US-amerikanischen Registerdaten zufolge die Ausnahme. Besonders brisant: Fast die Hälfte der Patienten mit schlechtem Gesundheitszustand und unterschrittenem Zielwert erhält weiterhin Sulfonylharnstoffe oder Insulin.
Dialysegerät
Terminale Niereninsuffizienz

GLP-1-Rezeptoragonisten bei Hämodialyse: Weniger Entzündung und ESA-Bedarf

Eine Real-World-Analyse mit 2.468 Hämodialysepatienten zeigt, dass Semaglutid, Dulaglutid und Tirzepatid Entzündungsmarker senken und den Bedarf an erythropoesestimulierenden Agenzien reduzieren – bei stabilem Hämoglobin. Welche Effekte die Studie im Detail belegt und was das für die Nephrologie bedeutet.
Ein älterer Mann sictz vor einem Puzzle - ein Kopf in dem noch einige Puzzlestücke fehelen
Hyperglykämie hinterlässt Spuren

Typ-2-Diabetes beschleunigt regionale Hirnatrophie – unabhängig von Alzheimer-Pathologie

Bei kognitiv unauffälligen älteren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes schreitet die kortikale Ausdünnung in frontalen, parietalen und okzipitalen Regionen deutlich schneller voran als bei Nicht-Diabetikern – und zwar unabhängig von Amyloid, Tau, White-Matter-Hyperintensities und APOE-ε4-Status. Höhere HbA1c-Werte sagen die Atrophie voraus, selbst unterhalb der diabetischen Schwelle. Die regionale Neurodegeneration erklärt zudem einen relevanten Teil des beschleunigten Verlusts an Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Eine Person hält ein Smartphone mit beiden Händen über einen Holztisch und fotografiert eine Mahlzeit bestehend aus Nudeln, einem grünen Burger mit Pommes und einem Smoothie, um die Kalorien per App zu erfassen.
Foto statt Waage – wie zuverlässig ist das?

KI-Kalorien-Apps unterschätzen Energiegehalt von Mahlzeiten um ein Drittel

KI-gestützte Ernährungs-Apps versprechen präzise Kalorienangaben per Smartphone-Foto – doch sie unterschätzen den tatsächlichen Energiegehalt von Mahlzeiten systematisch, besonders wenn es um Fett geht. Experten warnten auf der Nutrition 2026: Wer die Portionsgrößen nicht manuell anpasst oder die Mengen nicht selbst eingibt, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Kalorien zu sich, als die App anzeigt.
Ein Mann hält eine Spritze mit dem Wirkstoff Semaglutid in der Hand. (gestellte Szene)
Debatte um Adipositas-Therapie

Abnehmspritze auf Rezept? AOK-Chefin warnt vor Milliardenkosten

Sollten Abnehmspritzen als GKV-Leistung bei Adipositas zugelassen w4erden, könnte dies jährliche Zusatzkosten von bis zu 45 Milliarden Euro verursachen, warnt die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann. Anlass ist ein Vorstoß der neuen G-BA-Vorsitzenden Sonja Optendrenk, GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy® oder Mounjaro® bei schwerer Adipositas auf Kassenrezept zu ermöglichen.
Eine 3D-Illustration verschiedener blauer und violetter Viren und Bakterien auf dunkelblauem Hintergrund
Dritthäufigste Todesursache

Infektionen bei Diabetes – ein unterschätztes Risiko mit potenziell tödlichen Folgen

Infektionen bei Diabetes werden noch immer unterschätzt, dabei sind sie häufig, verlaufen oft schwer und sind nicht selten tödlich – sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes und Prädiabetes. Bei Typ-2-Diabetes sind Infektionen – nach Herzerkrankungen und Krebs – sogar die dritthäufigste Todesursache. Entscheidend ist dabei nicht nur der HbA1c-Wert an sich, sondern auch seine Variabilität. Umso wichtiger erscheint eine effiziente Glukosekontrolle und die Früherkennung von Infektionen in der täglichen Praxis. Auch in den Leitlinien sollte das Infektionsmanagement stärker zum Tragen kommen.
Auswahl eiweißreicher Lebensmittel mit rohem Fleisch, Fisch, Käse, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und frischem Gemüse auf einem Holztisch
Malnutrition jenseits des BMI

Mangelernährung bei geriatrischen Diabetespatienten – eine unterschätzte Gefahr

Bis zu 50 % der geriatrischen Patienten sind mangelernährt, rund ein Drittel dehydriert – bei Diabetes eine gefährliche Konstellation. Unveränderte antidiabetische Medikation trifft auf reduzierte Nahrungsaufnahme und treibt das Hypoglykämierisiko in die Höhe. Weite Kleidung, trockene Haut und stehen gelassene Mahlzeiten sind frühe Warnsignale – dann muss auch die Medikation auf den Prüfstand.
Eine Patientin erhält Augentropfen zur Pupillenerweiterung vor einer Augenuntersuchung
Weniger Aufwand, gleicher Nutzen

Fundusfotografie erleichtert das Retinopathie-Screening bei Diabetes

Die Fundusfotografie ist eine praxistaugliche Alternative für das Retinopathie-Screening bei Diabetes: Ihr Nutzen ist dem der Ophthalmoskopie zwar „nur" vergleichbar, die Fundusfotografie bietet aber viele organisatorische Vorteile. Da das Weittropfen der Pupillen meist entfällt, könnte das Screening künftig auch dezentral, hausärztlich oder telemedizinisch stattfinden und mehr Diabetiker erreichen.
Frau mit Haarbürste in der viele ausgefallene Haare zu sehen sind
Neues Sicherheitssignal?

GLP-1-Rezeptoragonisten erhöhen Risiko für Haarausfall bei Typ-2-Diabetes

Semaglutid, Tirzepatid & Co. stehen im Verdacht, Haarausfall zu begünstigen – ein Verdacht, den eine Target-Trial-Emulation-Analyse jetzt erneut bestätigt: Unter GLP-1-Rezeptoragonisten ist das Risiko für eine klinisch dokumentierte Alopezie signifikant höher als unter SGLT2- oder DPP-4-Inhibitoren. Betroffen ist vor allem die nicht vernarbende, meist reversible Form – ein für Beratung und Therapietreue relevanter Nebeneffekt, auch wenn das absolute Risiko gering bleibt.
Braunes Fettgewebe unter dem Mikroskop
Licht und Schatten

Tirzepatid aktiviert braunes Fettgewebe – aber auch den Knochenumbau

Der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid wirkt nicht nur über Appetitsuppression: In der randomisierten TABFAT-Studie steigerte die Substanz die Aktivität des braunen Fettgewebes bei prämenopausalen Frauen mit Adipositas unabhängig vom Gewichtsverlust – ein potenziell neuer thermogener Wirkmechanismus. Parallel zeigte sich jedoch ein signifikanter Knochendichteverlust an Hüfte und Femurhals mit deutlich gesteigerter Knochenresorption - insbesondere bei einem sehr schnellen Gewichtverlust sollte dies im Blick behalten werden. Beide Analysen waren Thema auf der Jahrestagung der Endocrine Society (END= 2026) in Chicago.
Eine Person mit Diabetes betrachtet auf einem Smartphone die Werte eines kontinuierlichen Glukosemesssystems (CGM), während ein Sensor auf dem Oberarm getragen wird.
CE-Kennzeichnung allein reicht nicht!

Fachbündnis fordert verbindliche Qualitätsstandards für CGM-Systeme

Einheiltliche und verbindliche europäische Bewertungsstandards für kontinuierliche Glukosemessgeräte, dies fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) sowie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) . Zwar sind die eingesetzten CGM-Systeme in der Regel sicher und leistungsfähig, aktuell liefern sie bei ein und demselben Patienten deutlich abweichende Kennzahlen wie Time in Range oder Glucose Management Indicator, was eine medizinische Einordnung schwer möglich macht.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Real-World-Daten

Abgesetzt, wieder aufgenommen – ein häufiges Muster der GLP-1-RA-Therapie bei Diabetes

GLP-1-Rezeptoragonisten sind aus der Typ-2-Diabetes-Therapie kaum mehr wegzudenken – doch im Versorgungsalltag setzen viele Betroffene die Präparate früh ab: Im ersten Jahr sind dies 4 von 10 der Behandelten, nach 2 Jahren sogar etwa 6 von 10, so eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Versichertendaten, präsentiert auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO) 2026 in Chicago. Dabei haben sich gastrointestinale Nebenwirkungen als eine der zentralen modifizierbaren Stellschrauben herauskristallisiert. Immerhin: Mehr als die Hälfte der Abbrecher startet ihre GLP-1-RA-Therapie innerhalb von 12 Monaten erneut.