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Diabetes mellitus

Der Themenbereich „Diabetes mellitus“ umfasst die Vielfalt diabetischer Krankheitsbilder – von Typ‑1‑ und Typ‑2‑Diabetes über Gestationsdiabetes bis zu speziellen Formen wie MODY und LADA. Im Fokus stehen differenzierte Diagnostik, individualisierte Therapie und der Einsatz moderner Diabetestechnologien.

Zudem beleuchten die Inhalte akute und chronische Komplikationen, einschließlich mikro‑ und makrovaskulärer Folgeschäden sowie des diabetischen Fußsyndroms. Ergänzend werden Schulung, Prävention und die strukturierte Transition in die Erwachsenenversorgung adressiert, um eine langfristig optimale Betreuung zu unterstützen.

Neuste Artikel

Auswahl eiweißreicher Lebensmittel mit rohem Fleisch, Fisch, Käse, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und frischem Gemüse auf einem Holztisch
Malnutrition jenseits des BMI

Mangelernährung bei geriatrischen Diabetespatienten – eine unterschätzte Gefahr

Bis zu 50 % der geriatrischen Patienten sind mangelernährt, rund ein Drittel dehydriert – bei Diabetes eine gefährliche Konstellation. Unveränderte antidiabetische Medikation trifft auf reduzierte Nahrungsaufnahme und treibt das Hypoglykämierisiko in die Höhe. Weite Kleidung, trockene Haut und stehen gelassene Mahlzeiten sind frühe Warnsignale – dann muss auch die Medikation auf den Prüfstand.
Eine Patientin erhält Augentropfen zur Pupillenerweiterung vor einer Augenuntersuchung
Weniger Aufwand, gleicher Nutzen

Fundusfotografie erleichtert das Retinopathie-Screening bei Diabetes

Die Fundusfotografie ist eine praxistaugliche Alternative für das Retinopathie-Screening bei Diabetes: Ihr Nutzen ist dem der Ophthalmoskopie zwar „nur" vergleichbar, die Fundusfotografie bietet aber viele organisatorische Vorteile. Da das Weittropfen der Pupillen meist entfällt, könnte das Screening künftig auch dezentral, hausärztlich oder telemedizinisch stattfinden und mehr Diabetiker erreichen.
Frau mit Haarbürste in der viele ausgefallene Haare zu sehen sind
Neues Sicherheitssignal?

GLP-1-Rezeptoragonisten erhöhen Risiko für Haarausfall bei Typ-2-Diabetes

Semaglutid, Tirzepatid & Co. stehen im Verdacht, Haarausfall zu begünstigen – ein Verdacht, den eine Target-Trial-Emulation-Analyse jetzt erneut bestätigt: Unter GLP-1-Rezeptoragonisten ist das Risiko für eine klinisch dokumentierte Alopezie signifikant höher als unter SGLT2- oder DPP-4-Inhibitoren. Betroffen ist vor allem die nicht vernarbende, meist reversible Form – ein für Beratung und Therapietreue relevanter Nebeneffekt, auch wenn das absolute Risiko gering bleibt.
Braunes Fettgewebe unter dem Mikroskop
Licht und Schatten

Tirzepatid aktiviert braunes Fettgewebe – aber auch den Knochenumbau

Der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid wirkt nicht nur über Appetitsuppression: In der randomisierten TABFAT-Studie steigerte die Substanz die Aktivität des braunen Fettgewebes bei prämenopausalen Frauen mit Adipositas unabhängig vom Gewichtsverlust – ein potenziell neuer thermogener Wirkmechanismus. Parallel zeigte sich jedoch ein signifikanter Knochendichteverlust an Hüfte und Femurhals mit deutlich gesteigerter Knochenresorption - insbesondere bei einem sehr schnellen Gewichtverlust sollte dies im Blick behalten werden. Beide Analysen waren Thema auf der Jahrestagung der Endocrine Society (END= 2026) in Chicago.
Eine Person mit Diabetes betrachtet auf einem Smartphone die Werte eines kontinuierlichen Glukosemesssystems (CGM), während ein Sensor auf dem Oberarm getragen wird.
CE-Kennzeichnung allein reicht nicht!

Fachbündnis fordert verbindliche Qualitätsstandards für CGM-Systeme

Einheiltliche und verbindliche europäische Bewertungsstandards für kontinuierliche Glukosemessgeräte, dies fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) sowie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) . Zwar sind die eingesetzten CGM-Systeme in der Regel sicher und leistungsfähig, aktuell liefern sie bei ein und demselben Patienten deutlich abweichende Kennzahlen wie Time in Range oder Glucose Management Indicator, was eine medizinische Einordnung schwer möglich macht.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Real-World-Daten

Abgesetzt, wieder aufgenommen – ein häufiges Muster der GLP-1-RA-Therapie bei Diabetes

GLP-1-Rezeptoragonisten sind aus der Typ-2-Diabetes-Therapie kaum mehr wegzudenken – doch im Versorgungsalltag setzen viele Betroffene die Präparate früh ab: Im ersten Jahr sind dies 4 von 10 der Behandelten, nach 2 Jahren sogar etwa 6 von 10, so eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Versichertendaten, präsentiert auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO) 2026 in Chicago. Dabei haben sich gastrointestinale Nebenwirkungen als eine der zentralen modifizierbaren Stellschrauben herauskristallisiert. Immerhin: Mehr als die Hälfte der Abbrecher startet ihre GLP-1-RA-Therapie innerhalb von 12 Monaten erneut.
Thermometer vor Himmel mit Wolken im Hintergrund.
Wenn Hitze zur Stoffwechselfalle wird

Hitze treibt Hypoglykämierisiko bei Typ-1-Diabetes nach oben

Heiße Sommertage sind für Menschen mit Typ-1-Diabetes mehr als eine Belastung – sie sind ein echtes Stoffwechselrisiko. Besonders auffällig: Der Effekt setzt bereits am ersten Hitzetag ein und klingt in den Folgetagen nur langsam wieder ab. Bei Menschen mit niedrigen HbA1c-Werten oder eingeschränkter Hypoglykämiewahrnehmung empfiehlt sich daher eine vorausschauende Anpassung der Basalinsulindosis, sobald Hitze angekündigt ist. Bemerkenswert: Auch Kälte erhöht das Hypoglykämierisiko – allerdings deutlich schwächer als hohe Temperaturen.
Rotes Warnsymbol unter einer Lupe
GLP-1-RA und SGLT2i praktisch gleichauf

DPP-4-Hemmer mit auffälligem Autoimmunprofil – von protektiv bis risikobehaftet

Moderne Antidiabetika unterscheiden sich nicht nur kardiorenal, sondern offenbar auch immunologisch. DPP-4-Inhibitoren zeigen dabei ein 2-ischneidiges Profil: weniger Psoriasis und Autoimmunthyreoiditis, aber mehr Dermatomyositis, bullöses Pemphigoid und Riesenzellarteriitis. GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren liegen dagegen praktisch gleichauf. it dies jetzt ein Argument dafür, das immunologische Risikoprofil bei der individuellen Substanzwahl mitzudenken?.
Definition von Konsens auf einer Seite in einem Lexikon in englischer Sprache
Erstmals konkrete, praxisnahe Empfehlungen

Konsensuspapier zur sicheren Off-label-Anwendung inkretinbasierter Therapien bei Typ-1-Diabetes

Übergewicht und Adipositas betreffen inzwischen rund zwei Drittel der Menschen mit Typ-1-Diabetes – gleichzeitig erreichen weniger als 30% die HbA1c-Zielwerte. Immer häufiger kommen daher GLP-1- und duale GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten off-label zum Einsatz. Ein internationales Expertengremium hat nun praxisnahe Empfehlungen zur sicheren adjunktiven Anwendung veröffentlicht: Sie umfassen Dosistitration, CGM-basierte Insulinanpassung, Ketonmonitoring sowie das Management gastrointestinaler und ophthalmologischer Risiken.
Schwangere auf Waage
Übermäßige Gewichtszunahme

Hilfe per App für adipöse Schwangere

Adipositas geht bei Schwangeren sowie bei ihren Kindern mit gesundheitlichen Risiken einher. Eine Studie hat untersucht, ob eine App eine übermäßige Gewichtszunahme bei den Betroffenen verhindern kann.
Amputationsraten senken, Extremitäten erhalten

GLP-1-Rezeptoragonisten senken Amputations- und Sterberisiko bei Typ-2-Diabetes mit pAVK

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und peripherer arterieller Verschlusskrankheit waren GLP-1-Rezeptoragonisten im 5-Jahres-Verlauf mit einer signifikant niedrigeren Mortalität, weniger Major- und Minor-Amputationen sowie selteneren Revaskularisationen und Hospitalisierungen assoziiert als eine Metformintherapie. Besonders ausgeprägt fiel der Nutzen bei Betroffenen mit chronisch extremitätenbedrohender Ischämie und Adipositas aus – ein Argument für den frühen Einsatz dieser Substanzklasse in der diabetologischen Versorgung.
Frau mit CGM-Sensor am Oberarm liest Glukosewert am Smartphone ab. In der anderen Hand hält sie einen Insulin-Pen
Diabetesversorgung neu gedacht

CGM aus „erster Hand“: Hausärzte erzielen starke Ergebnisse

Die kontinuierliche Glukosemessung ist längst in der Versorgung von Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes angekommen – doch verordnet wird sie meist in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. Aber auch wenn Hausärzte ein CGM-System verordnen, sinken HbA1c-Werte klinisch relevant und deutlich stärker als ohne Sensor. Zugleich gehen wiederkehrende Krankenhausaufenthalte und Notaufnahmebesuche spürbar zurück – auch wenn keine diabetologische Schwerpunktpraxis die Behandlung unterstützt.