Bis zu 50 % der geriatrischen Patienten sind mangelernährt, rund ein Drittel dehydriert – bei Diabetes eine gefährliche Konstellation. Unveränderte antidiabetische Medikation trifft auf reduzierte Nahrungsaufnahme und treibt das Hypoglykämierisiko in die Höhe. Weite Kleidung, trockene Haut und stehen gelassene Mahlzeiten sind frühe Warnsignale – dann muss auch die Medikation auf den Prüfstand.
Mangelernährung bei geriatrischen Diabetespatienten – eine unterschätzte Gefahr
Mangelernährung ist nicht gleichbedeutend mit Untergewicht. Auch normal- oder übergewichtige Patienten können relevante Defizite an Eiweiß, Energie, Vitaminen oder Mineralstoffen aufweisen. Bei Menschen mit Diabetes verschärft sich das Problem: Bleibt die antidiabetische Medikation bei reduzierter Nahrungsaufnahme unverändert, steigt das Hypoglykämierisiko deutlich. Die Ernährungstherapie muss daher parallel Mangelernährung und Unterzuckerungen adressieren.
„Gerade bei älteren Menschen mit Diabetes reicht der Blick auf den Blutzucker allein nicht aus. Wenn Gewicht verloren geht, Mahlzeiten ausfallen oder Getränke stehen bleiben, verändert sich die gesamte Therapiesituation. Dann müssen Ernährung, Alltag und Medikation gemeinsam betrachtet werden.“
Kathrin Boehm, Bad Mergentheim – Vorsitzende des VDBD, Diabetesberaterin, ausgebildete Diätassistentin und Diabetes Coach
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