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Licht und Schatten

Tirzepatid aktiviert braunes Fettgewebe – aber auch den Knochenumbau

|von Stephanie Schikora

Der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid wirkt nicht nur über Appetitsuppression: In der randomisierten TABFAT-Studie steigerte die Substanz die Aktivität des braunen Fettgewebes bei prämenopausalen Frauen mit Adipositas unabhängig vom Gewichtsverlust – ein potenziell neuer thermogener Wirkmechanismus. Parallel zeigte sich jedoch ein signifikanter Knochendichteverlust an Hüfte und Femurhals mit deutlich gesteigerter Knochenresorption – insbesondere bei einem sehr schnellen Gewichtverlust sollte dies im Blick behalten werden. Beide Analysen waren Thema auf der Jahrestagung der Endocrine Society (END= 2026) in Chicago.

Braunes Fettgewebe unter dem Mikroskop
Tirzepatid aktiviert die thermogene Kapazität brauner Adipozyten und steigert so den Energieverbrauch – unabhängig vom Ausmaß der Gewichtsreduktion. (© Spectral-Design/stock.adobe.com)

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Die gewichtsreduzierende Wirkung des dualen GIP/GLP-1-Rezeptoragonisten Tirzepatid (GIP: glukoseabhängiges insulinotropes Peptid; GLP-1: Glucagon-like Peptide-1) wurde bislang vor allem auf eine verringerte Energieaufnahme durch Appetitsuppression zurückgeführt. Es steckt aber möglicherweise mehr dahinter: Möglicherweise kann der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist auch den Energieverbrauch auf Gewebeebene modulieren [1].

Braunes Fettgewebe (brown adipose tissue, BAT) gilt als attraktives therapeutisches Target, da es Wärme produziert und Kalorien verbrennt – bei Adipositas ist seine Aktivität allerdings deutlich supprimiert. Bislang war moderate Kälteexposition der stärkste bekannte Aktivator. Parallel rücken jedoch skelettale Nebenwirkungen der potenten inkretinbasierten Therapien in den Fokus.

Randomisiertes Design mit multimodaler Bildgebung

In der 24-wöchigen, einfach verblindeten, placebokontrollierten TABFAT-Studie [1]wurden 34 prämenopausale Frauen mit Adipositas (medianes Alter 39,5 Jahre; Body-Mass-Indes [BMI] 36,9 kg/m²) 1:1 randomisiert und erhielten einmal wöchentlich subkutan Tirzepatid (mittlere Dosis 8,8 ± 1,3 mg) oder Placebo. Um die Aktivität des brauenen Fettgewebes zu messen, nutze das Forscherteam eine kältestimulierte PET/CT-Bildgebung und MRT-Scans. Der Ruheenergieumsatz (REE) wurde per indirekter Kalorimetrie bestimmt.

In einer parallelen Analyse [2] wurde die Knochendichte an Lendenwirbelsäule, Gesamthüfte, Femurhals und Ganzkörper untersucht. Als Marker des Knochenumbaus dienten C-terminales Telopeptid des Typ-I-Kollagens (CTX) und N-terminales Propeptid des Prokollagens Typ I (PINP).

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