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Metabolische Erkrankungen

Der Bereich „Metabolische Erkrankungen“ bündelt aktuelle Erkenntnisse zu Störungen dzu zentralen Stoffwechselstörungen wie Adipositas, metabolischem Syndrom und Fettstoffwechselstörungen. Im Fokus stehen pathophysiologische Zusammenhänge, diagnostische Strategien und moderne Therapieansätze.

Die Beiträge unterstützen dabei, neue Studien, Leitlinien und individualisierte Behandlungskonzepte einzuordnen, um metabolische Risiken frühzeitig zu erkennen und eine evidenzbasierte, patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten.

Neuste Artikel

Eine Person im weißen Kittel zeigt auf eine halbtransparente Darstellung von Leber und Bauchspeicheldrüse. Um die Organe sind digitale Netzwerkstrukturen und medizinische Symbole eingeblendet, die Stoffwechsel- und Gesundheitsprozesse symbolisieren.
GLP-1 trifft Glukagon

Survodutid senkt Gewicht und HbA1c bei Typ-2-Diabetes mit Adipositas deutlich

Tirzepatid hat die Messlatte für moderne Adipositastherapien hochgelegt. Mit Survodutid rückt aktuell ein neuer Dualagonist in den Fokus, der GLP-1- und Glukagon-Rezeptoren gleichzeitig aktiviert. In der Phase-III-Studie SYNCHRONIZE-2 – präsentiert auf dem Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand – der verloren Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas bis zu 13% ihres Körpergewichts. Das besondere Plus: Der Wirkmechanismus könnte auch bei MASH therapeutische Vorteile bieten.
Füße einer Person auf einer digitalen Waage mit der Anzeige „HELP!“ vor einem Holzfußboden.
Neue Option bei Adipositas

Petrelintid: Adipositastherapie ohne die üblichen Magen-Darm-Hürden?

Ein neues Wirkprinzip abseits der bekannten Abnehmspritzen zeigt in einer Phase-II-Studie erfreuliche Ergebnisse: Das Amylin-Analogon Petrelintid half übergewichtigen Erwachsenen, deutlich an Gewicht zu verlieren – und das bei einer Verträglichkeit, die kaum schlechter war als unter Placebo. Fast alle Teilnehmer kamen gut mit dem Wirkstoff zurecht, kaum jemand brach die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Vorgestellt wurden die Daten der ZUPREME-1-Studie auf dem Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand. Damit könnte Petrelintid künftig eine Alternative für Menschen sein, die mit den bisherigen Medikamenten nicht zurechtkommen.
Drei farbige Puzzleteile in Orange, Blau und Gelb sind miteinander verbunden und bilden eine zusammenhängende Struktur auf hellem Hintergrund.
Triple-Agonist setzt neuen Maßstab

Rekord-Gewichtsreduktion bei Adipositas und Typ-2-Diabetes – Phase-III-Daten der TRIUMPH-2-Studie

Warum wirken Abnehmmedikamente bei Menschen mit Typ-2-Diabetes schlechter als bei Stoffwechselgesunden? Diese Frage treibt die Forschung seit Jahren an. Ein neuer Wirkstoff könnte zumindest einen Teil der Lücke schließen: Retatrutid greift gleich an 3 Rezeptoren an – GIP, GLP-1 und Glukagon. Auf dem Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) wurden nun die Ergebnisse der TRIUMPH-2-Studie vorgestellt, die einen Wendepunkt markieren könnten: Noch nie wurde in dieser Patientengruppe unter einer Pharmakotherapie eine so starke Gewichtsabnahme dokumentiert. Dazu verbesserten sich Langzeitblutzucker, Blutdruck, Blutfette und Entzündungsmarker spürbar.
Drei Personen unterschiedlicher Ethnien in Sportkleidung stehen in einem Fitnessstudio. Eine Person misst mit einem Maßband den Taillenumfang einer anderen Person. Im Hintergrund sind große Fenster und Fitnessgeräte zu sehen.
Armut, Migration, Übergewicht

Früh auftretender Typ-2-Diabetes folgt sozialen Mustern

Immer mehr Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren erkranken an Typ-2-Diabetes, mit besonders ungünstiger Prognose. Doch nicht nur Übergewicht und eine familiäre Vorbelastung erhöhten das Risiko. Niedrige Bildung, Armut und eigene Migrationserfahrung verdoppeln die Wahrscheinlichkeit für einen früh auftretenden Typ-2-Diabetes als eigenständige Risikofaktoren. Besonders deutlich wird die soziale Ungleichheit bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas.
Person in Sportkleidung macht auf einer asphaltierten Straße im Grünen eine kurze Pause während des Trainings und stützt die Hände auf die Knie. Im Hintergrund sind Bäume und Sonnenlicht zu sehen.
Prävention mit Potenzial

Bewegung schützt vor Diabetes: Ältere gewinnen am meisten

Regelmäßige moderate bis intensive körperliche Aktivität senkt das Risiko für einen Typ-2-Diabetes – das ist bekannt. Neu ist, dass Jüngere zwar prozentual stärker profitieren,  bei jüngeren Erwachsenen relativ stärker – doch der absolute Präventionsnutzen ist bei älteren Menschen und bei Personen mit prädiabetischer Stoffwechsellage am größten. Gerade bei älteren, metabolisch vorbelasteten Patientinnen und Patienten lohnt sich die Motivation zu mehr Bewegung besonders. Wichtig ist dabei das erreichte Gesamtvolumen, das möglichst nahe an oder über den von der WHO empfohlenen 150 Minuten pro Woche liegen sollte.
Dreidimensionale Darstellung einer Proteinstruktur mit Alpha-Helices und Beta-Faltblättern vor einem digitalen Datenhintergrund
Molekulare Warnsignale schon im Jugendalter nachweisba

CKMD beginnt im Kinderzimmer: Proteine verraten das Risiko Jahrzehnte vor der Erkrankung

Kardiovaskuläre, renale und metabolische Erkrankungen entstehen nicht erst im Erwachsenenalter. Eine umfangreiche Proteomanalyse zeigt, dass sich die biologischen Weichen für spätere Herzinfarkte, Diabetes, Fettleber und Nierenerkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter stellen. Tausende Blutproteine offenbaren dabei Risikomuster, die klassischen Screeningverfahren oft verborgen bleiben und sogar therapeutisch beeinflussbar sein könnten.
Person in sitzender Position hält sich das Knie; das Kniegelenk ist mit einer rot hervorgehobenen Schmerzzone dargestellt.
Gemeinsame immunologische Stellschraube

Adipositas und Rheuma teilen dieselbe Entzündungsachse – Colchicin als neue Option

Lange galt vor allem das Übergewicht als Belastungsfaktor für die Gelenke. Nun rückt eine gemeinsame Entzündungsachse von Adipositas und rheumatoider Arthritis in den Fokus. Intermediäre Monozyten sind sowohl bei rheumatoider Arthritis als auch bei Adipositas deutlich vermehrt und treiben die Entzündung an. Nach bariatrischer Operation normalisiert sich das Muster – anders als unter moderater Lebensstilintervention. Eine randomisierte Leipziger Studie prüft nun, ob eine antientzündliche Therapie mit Colchicin oder IL-1-Blockade die Insulinempfindlichkeit bei Adipositas verbessert. Für RA-Patienten mit Adipositas könnte sich ein gemeinsamer therapeutischer Ansatzpunkt eröffnen.
Microdosing statt Eskalation

Reicht wenig Inkretintherapie für einen messbaren Gewichtsverlust und kardiometabolische Benefits?

In der täglichen Praxis erreichen nicht alle Patienten die empfohlene Erhaltungsdosis von Semaglutid oder Tirzepatid. Doch reicht das für einen therapeutischen Effekt? Ein messbarer Gewichtsverlust scheint selbst ohne Dosiseskalation möglich zu sein, insbesondere unter Tirzepatid. Die aus Studien bekannten kardiorenalen Vorteile bleiben jedoch aus. Zudem deutet sich unter niedrig dosiertem Tirzepatid ein mögliches renales Warnsignal an.
Hand hält Smartphone mit geöffneter Ernährungstracking-App über einer Schale mit frischem Gemüsesalat und buntem Gemüse auf einem Holztisch.
Konsistenz schlägt Perfektion

Jeder zusätzliche Tag digitales Ernährungstracking steigert den Abnehmerfolg

Nahrungsmittel-Tracking-Apps helfen beim Abnehmen – und zwar umso mehr, je regelmäßiger sie genutzt werden. In einer retrospektiven Kohortenstudie erreichten 7 von 10 Abnehmwilligen nach 6 Monaten einen klinisch relevanten Gewichtsverlust. Jeder zusätzliche Tracking-Tag pro Woche steigerte die Erfolgschancen signifikant. Auch lange, ununterbrochene Dokumentationsserien zahlten sich deutlich aus. Damit sind die KI-gestützten Apps ein niederschwelliger Baustein für das Gewichtsmanagement in der Praxis.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Abnehm-Pille ab September

Orales Semaglutid zwischen DMP-Lücke und Lifestyle-Paragraf

Mit der Markteinführung von oralem Semaglutid am 1. September 2026 erweitert sich das Therapiespektrum bei Adipositas und Typ-2-Diabetes um eine weitere Option, die allerdings auch mit einer neuen Verantwortung gepaart ist. Wichtig sind individuelle Indikation, Einbindung in Ernährungs- und Bewegungstherapie, Muskelerhalt und engmaschige Verlaufskontrolle. Solange Lifestyle-Paragraf und fehlendes DMP die Versorgung blockieren, kommt der Praxis eine zentrale Lotsenfunktion zu.
Eine Person hält ein Smartphone mit beiden Händen über einen Holztisch und fotografiert eine Mahlzeit bestehend aus Nudeln, einem grünen Burger mit Pommes und einem Smoothie, um die Kalorien per App zu erfassen.
Foto statt Waage – wie zuverlässig ist das?

KI-Kalorien-Apps unterschätzen Energiegehalt von Mahlzeiten um ein Drittel

KI-gestützte Ernährungs-Apps versprechen präzise Kalorienangaben per Smartphone-Foto – doch sie unterschätzen den tatsächlichen Energiegehalt von Mahlzeiten systematisch, besonders wenn es um Fett geht. Experten warnten auf der Nutrition 2026: Wer die Portionsgrößen nicht manuell anpasst oder die Mengen nicht selbst eingibt, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Kalorien zu sich, als die App anzeigt.
Ärztin misst Bauchumfang eines Patienten mit Adipositas
Deutlich ausbaufähig

Adipositasversorgung in Deutschland: Große Lücke zwischen Leitlinie und gelebter Praxis

Übergewicht und Adipositas sind in Deutschland weit verbreitet – doch die Nutzung evidenzbasierter Behandlungsangebote bleibt weit hinter den Leitlinienempfehlungen zurück: Drei von vier versuchen die Gewichtsreduktion im Alleingang, weniger als die Hälfte spricht überhaupt mit dem Hausarzt darüber, und nur ein Bruchteil nutzt strukturierte Verhaltensprogramme, digitale Gesundheitsanwendungen oder Pharmakotherapie. Bekanntheit und Interesse klaffen dabei besonders bei DiGAs deutlich auseinander.