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Metabolische Erkrankungen

Der Bereich „Metabolische Erkrankungen“ bündelt aktuelle Erkenntnisse zu Störungen dzu zentralen Stoffwechselstörungen wie Adipositas, metabolischem Syndrom und Fettstoffwechselstörungen. Im Fokus stehen pathophysiologische Zusammenhänge, diagnostische Strategien und moderne Therapieansätze.

Die Beiträge unterstützen dabei, neue Studien, Leitlinien und individualisierte Behandlungskonzepte einzuordnen, um metabolische Risiken frühzeitig zu erkennen und eine evidenzbasierte, patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten.

Neuste Artikel

Drei Personen unterschiedlicher Ethnien in Sportkleidung stehen in einem Fitnessstudio. Eine Person misst mit einem Maßband den Taillenumfang einer anderen Person. Im Hintergrund sind große Fenster und Fitnessgeräte zu sehen.
Armut, Migration, Übergewicht

Früh auftretender Typ-2-Diabetes folgt sozialen Mustern

Immer mehr Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren erkranken an Typ-2-Diabetes, mit besonders ungünstiger Prognose. Doch nicht nur Übergewicht und eine familiäre Vorbelastung erhöhten das Risiko. Niedrige Bildung, Armut und eigene Migrationserfahrung verdoppeln die Wahrscheinlichkeit für einen früh auftretenden Typ-2-Diabetes als eigenständige Risikofaktoren. Besonders deutlich wird die soziale Ungleichheit bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas.
Person in Sportkleidung macht auf einer asphaltierten Straße im Grünen eine kurze Pause während des Trainings und stützt die Hände auf die Knie. Im Hintergrund sind Bäume und Sonnenlicht zu sehen.
Prävention mit Potenzial

Bewegung schützt vor Diabetes: Ältere gewinnen am meisten

Regelmäßige moderate bis intensive körperliche Aktivität senkt das Risiko für einen Typ-2-Diabetes – das ist bekannt. Neu ist, dass Jüngere zwar prozentual stärker profitieren,  bei jüngeren Erwachsenen relativ stärker – doch der absolute Präventionsnutzen ist bei älteren Menschen und bei Personen mit prädiabetischer Stoffwechsellage am größten. Gerade bei älteren, metabolisch vorbelasteten Patientinnen und Patienten lohnt sich die Motivation zu mehr Bewegung besonders. Wichtig ist dabei das erreichte Gesamtvolumen, das möglichst nahe an oder über den von der WHO empfohlenen 150 Minuten pro Woche liegen sollte.
Dreidimensionale Darstellung einer Proteinstruktur mit Alpha-Helices und Beta-Faltblättern vor einem digitalen Datenhintergrund
Molekulare Warnsignale schon im Jugendalter nachweisba

CKMD beginnt im Kinderzimmer: Proteine verraten das Risiko Jahrzehnte vor der Erkrankung

Kardiovaskuläre, renale und metabolische Erkrankungen entstehen nicht erst im Erwachsenenalter. Eine umfangreiche Proteomanalyse zeigt, dass sich die biologischen Weichen für spätere Herzinfarkte, Diabetes, Fettleber und Nierenerkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter stellen. Tausende Blutproteine offenbaren dabei Risikomuster, die klassischen Screeningverfahren oft verborgen bleiben und sogar therapeutisch beeinflussbar sein könnten.
Person in sitzender Position hält sich das Knie; das Kniegelenk ist mit einer rot hervorgehobenen Schmerzzone dargestellt.
Gemeinsame immunologische Stellschraube

Adipositas und Rheuma teilen dieselbe Entzündungsachse – Colchicin als neue Option

Lange galt vor allem das Übergewicht als Belastungsfaktor für die Gelenke. Nun rückt eine gemeinsame Entzündungsachse von Adipositas und rheumatoider Arthritis in den Fokus. Intermediäre Monozyten sind sowohl bei rheumatoider Arthritis als auch bei Adipositas deutlich vermehrt und treiben die Entzündung an. Nach bariatrischer Operation normalisiert sich das Muster – anders als unter moderater Lebensstilintervention. Eine randomisierte Leipziger Studie prüft nun, ob eine antientzündliche Therapie mit Colchicin oder IL-1-Blockade die Insulinempfindlichkeit bei Adipositas verbessert. Für RA-Patienten mit Adipositas könnte sich ein gemeinsamer therapeutischer Ansatzpunkt eröffnen.
Microdosing statt Eskalation

Reicht wenig Inkretintherapie für einen messbaren Gewichtsverlust und kardiometabolische Benefits?

In der täglichen Praxis erreichen nicht alle Patienten die empfohlene Erhaltungsdosis von Semaglutid oder Tirzepatid. Doch reicht das für einen therapeutischen Effekt? Ein messbarer Gewichtsverlust scheint selbst ohne Dosiseskalation möglich zu sein, insbesondere unter Tirzepatid. Die aus Studien bekannten kardiorenalen Vorteile bleiben jedoch aus. Zudem deutet sich unter niedrig dosiertem Tirzepatid ein mögliches renales Warnsignal an.
Hand hält Smartphone mit geöffneter Ernährungstracking-App über einer Schale mit frischem Gemüsesalat und buntem Gemüse auf einem Holztisch.
Konsistenz schlägt Perfektion

Jeder zusätzliche Tag digitales Ernährungstracking steigert den Abnehmerfolg

Nahrungsmittel-Tracking-Apps helfen beim Abnehmen – und zwar umso mehr, je regelmäßiger sie genutzt werden. In einer retrospektiven Kohortenstudie erreichten 7 von 10 Abnehmwilligen nach 6 Monaten einen klinisch relevanten Gewichtsverlust. Jeder zusätzliche Tracking-Tag pro Woche steigerte die Erfolgschancen signifikant. Auch lange, ununterbrochene Dokumentationsserien zahlten sich deutlich aus. Damit sind die KI-gestützten Apps ein niederschwelliger Baustein für das Gewichtsmanagement in der Praxis.
Chemische Strukturformel von Semaglutid auf hellem Papier, auf der die Abkürzung „GLP-1“ mit einem roten Holzfarbstift kreisförmig markiert ist. Darüber der Schriftzu g GLP-1
Abnehm-Pille ab September

Orales Semaglutid zwischen DMP-Lücke und Lifestyle-Paragraf

Mit der Markteinführung von oralem Semaglutid am 1. September 2026 erweitert sich das Therapiespektrum bei Adipositas und Typ-2-Diabetes um eine weitere Option, die allerdings auch mit einer neuen Verantwortung gepaart ist. Wichtig sind individuelle Indikation, Einbindung in Ernährungs- und Bewegungstherapie, Muskelerhalt und engmaschige Verlaufskontrolle. Solange Lifestyle-Paragraf und fehlendes DMP die Versorgung blockieren, kommt der Praxis eine zentrale Lotsenfunktion zu.
Eine Person hält ein Smartphone mit beiden Händen über einen Holztisch und fotografiert eine Mahlzeit bestehend aus Nudeln, einem grünen Burger mit Pommes und einem Smoothie, um die Kalorien per App zu erfassen.
Foto statt Waage – wie zuverlässig ist das?

KI-Kalorien-Apps unterschätzen Energiegehalt von Mahlzeiten um ein Drittel

KI-gestützte Ernährungs-Apps versprechen präzise Kalorienangaben per Smartphone-Foto – doch sie unterschätzen den tatsächlichen Energiegehalt von Mahlzeiten systematisch, besonders wenn es um Fett geht. Experten warnten auf der Nutrition 2026: Wer die Portionsgrößen nicht manuell anpasst oder die Mengen nicht selbst eingibt, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Kalorien zu sich, als die App anzeigt.
Ärztin misst Bauchumfang eines Patienten mit Adipositas
Deutlich ausbaufähig

Adipositasversorgung in Deutschland: Große Lücke zwischen Leitlinie und gelebter Praxis

Übergewicht und Adipositas sind in Deutschland weit verbreitet – doch die Nutzung evidenzbasierter Behandlungsangebote bleibt weit hinter den Leitlinienempfehlungen zurück: Drei von vier versuchen die Gewichtsreduktion im Alleingang, weniger als die Hälfte spricht überhaupt mit dem Hausarzt darüber, und nur ein Bruchteil nutzt strukturierte Verhaltensprogramme, digitale Gesundheitsanwendungen oder Pharmakotherapie. Bekanntheit und Interesse klaffen dabei besonders bei DiGAs deutlich auseinander.
Ein Mann hält eine Spritze mit dem Wirkstoff Semaglutid in der Hand. (gestellte Szene)
Debatte um Adipositas-Therapie

Abnehmspritze auf Rezept? AOK-Chefin warnt vor Milliardenkosten

Sollten Abnehmspritzen als GKV-Leistung bei Adipositas zugelassen w4erden, könnte dies jährliche Zusatzkosten von bis zu 45 Milliarden Euro verursachen, warnt die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann. Anlass ist ein Vorstoß der neuen G-BA-Vorsitzenden Sonja Optendrenk, GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy® oder Mounjaro® bei schwerer Adipositas auf Kassenrezept zu ermöglichen.
Frau mit Haarbürste in der viele ausgefallene Haare zu sehen sind
Neues Sicherheitssignal?

GLP-1-Rezeptoragonisten erhöhen Risiko für Haarausfall bei Typ-2-Diabetes

Semaglutid, Tirzepatid & Co. stehen im Verdacht, Haarausfall zu begünstigen – ein Verdacht, den eine Target-Trial-Emulation-Analyse jetzt erneut bestätigt: Unter GLP-1-Rezeptoragonisten ist das Risiko für eine klinisch dokumentierte Alopezie signifikant höher als unter SGLT2- oder DPP-4-Inhibitoren. Betroffen ist vor allem die nicht vernarbende, meist reversible Form – ein für Beratung und Therapietreue relevanter Nebeneffekt, auch wenn das absolute Risiko gering bleibt.
Abnehmtablette mit Semaglutid
Adipositas-Therapie

Abnehmtablette: Semaglutid ab September in deutschen Apotheken

Erstmals kommt eine Abnehmtablette auf Semaglutid-Basis in deutsche Apotheken. Die orale Form wirkt vergleichbar stark wie die Abnehmspritze, erfordert jedoch eine deutlich höhere Dosis und tägliche Einnahme unter strengen Nüchternregeln. Was Fachärzte zu Indikation, Wirksamkeit und Nebenwirkungen der GLP-1-Tablette wissen sollten.