Übergewicht und Adipositas betreffen inzwischen rund zwei Drittel der Menschen mit Typ-1-Diabetes – gleichzeitig erreichen weniger als 30% die HbA1c-Zielwerte. Immer häufiger kommen daher GLP-1- und duale GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten off-label zum Einsatz. Ein internationales Expertengremium hat nun praxisnahe Empfehlungen zur sicheren adjunktiven Anwendung veröffentlicht: Sie umfassen Dosistitration, CGM-basierte Insulinanpassung, Ketonmonitoring sowie das Management gastrointestinaler und ophthalmologischer Risiken.
Konsensuspapier zur sicheren Off-label-Anwendung inkretinbasierter Therapien bei Typ-1-Diabetes
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Rund zwei Drittel der Menschen mit Typ-1-Diabetes (T1D) sind heute übergewichtig oder adipös – ein Wandel, der frühere Annahmen zum typischen Phänotyp dieser Erkrankung obsolet macht. Trotz moderner Insulinformulierungen, kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) und automatisierter Insulinabgabe (AID) erreichen weniger als 30% der Betroffenen die empfohlenen HbA1c-Zielwerte von <7,0% (<53 mmol/mol). Gleichzeitig bleibt – verglichen mit stoffwechselgesunden Menschen – ihr kardiovaskuläres Risiko 2- bis 4-fach und ihr Risiko für eine chronische Nierenerkrankung 3- bis 5-fach erhöht.
Adjuvante Therapieoptionen, die über die reine Insulingabe hinausgehen, sind daher dringend gefragt – doch bislang ist keine der etablierten Substanzklassen aus der Typ-2-Diabetes-Therapie für den Einsatz bei Typ-1-Diabetes zugelassen.
Off-label-Einsatz nimmt zu – Leitlinien fehlten bislang
In der Praxis greifen immer mehr Menschen mit Typ-1-Diabetes auf Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) und duale GLP-1/Glucose-abhängiges insulinotropes Polypeptid-Rezeptoragonisten (GLP-1/GIP-RA) zurück – meist über die Zulassung zur Adipositasbehandlung. Semaglutid und Tirzepatid stehen dabei im Fokus.
Ein internationales Expertengremium unter Federführung von Satish K. Garg hat nun in einem Konsensuspapier praktische Empfehlungen zur sicheren adjunktiven Anwendung dieser Substanzen bei Typ-1-Diabetes veröffentlicht. Das Papier wird unter anderem von der Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD), der International Diabetes Federation Europe (IDF-Europe), der American Association of Clinical Endocrinology (AACE) und der International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes (ISPAD) unterstützt.
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