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Rheumatologie

Entzündliche Gelenkbeschwerden, systemische Manifestationen und ein oft langwieriger Krankheitsverlauf machen rheumatologische Erkrankungen besonders anspruchsvoll. Der Bereich "Rheumatologie" greift diese Vielschichtigkeit auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die klinische Fragestellungen in einen fachlich fundierten Zusammenhang setzen.

Statt isolierter Informationen steht die Einordnung im Vordergrund: Wie lassen sich neue Erkenntnisse sinnvoll bewerten, und welche Konsequenzen ergeben sich für Diagnostik und Therapie? "Rheumatologie" bietet eine fachlich fundierte Grundlage, um immunvermittelte Erkrankungen differenziert zu beurteilen und diagnostische wie therapeutische Entscheidungen sicher abzustützen.

Neuste Artikel

Kinesiotaping der Schulter bei muskuloskelettalen Beschwerden durch eine Physiotherapeut
Kurzfristiger Nutzen, unsichere Evidenz

Kinesiotaping bei muskuloskelettalen Beschwerden auf dem Prüfstand

Kinesiotapes sind in Sport und Physiotherapie allgegenwärtig – doch was leisten sie wirklich bei muskuloskelettalen Erkrankungen? Eine umfassende Analyse liefert ernüchternde Antworten: Unmittelbar und kurzfristig lassen sich Schmerzen zwar lindern und die Funktion verbessern, mittelfristig verpuffen die Effekte weitgehend. Zudem ist die methodische Qualität der Evidenz überwiegend kritisch niedrig.
Nahaufnahme eines Sportlers in Laufkleidung im Park, der sich mit beiden Händen an sein schmerzendes Knie fasst. Das Knie ist durch eine rote Färbung als Schmerzzentrum markiert, zudem sind die Ober- und Unterschenkelknochen angedeutet. Im Hintergrund ist unscharf ein weiterer Läufer zu sehen.
Weniger Sitzen, mehr Bewegung

EULAR hat die Bewegungsempfehlungen bei Arthritis und Arthrose aktualisiert

Regelmäßige körperliche Aktivität und kürzere Sitzzeiten gehören bei entzündlicher Arthritis und Arthrose in die Regelversorgung. Die EULAR hat ihre aktualisierten Empfehlungen vor Kurzem publziert und dabei erstmals sedentäres Verhalten, digitale Anwendungen und verhaltensbezogene Strategien systematisch berücksichtigt. Unsere 7 praxisorientierten Handlungsempfehlungen geben konkrete Orientierung für Screening, Beratung und individuelle Bewegungsverordnung – von der strukturierten Verordnung nach FITT-VP-Prinzip bis zum gezielten Einsatz von Wearables und kurzen Aktivitätsphasen im Alltag.
Impfstoff-Ampullen mit Spritze
Infektionsrisiko messbar senken

DGRh konkretisiert Impf-Empfehlungen zu Zoster, HPV, Polio und Co.

Welche Impfungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind jenseits von Atemwegs- und Reiseimpfungen relevant? Und welche Besonderheiten bei Indikation, Schema und Sicherheit gelten? Mit diesen Fragen befasst sich ein aktuelles Positionspapier der DGRh. Die zentrale Botschaft: Impfungen Zoster, HPV, Polio und Co. sollen weder durch aktive Krankheitsphasen noch durch geplante Therapieeskalationen verzögert werden. Vor allem die Zoster-Impfung ab 18 Jahren, das erweiterte HPV-Schema und die konsequente Nutzung von Totimpfstoffen bieten konkrete Ansatzpunkte, das Infektionsrisiko dieser vulnerablen Patientengruppe im Alltag messbar zu senken.
Symbolbild zur Vernetzung: Eine geöffnete Hand trägt ein schwebendes, dreidimensionales Netzwerk aus miteinander verbundenen blauen Personen-Symbolen (männlich und weiblich) und transparenten Kugeln vor einem hellen, unscharfen Hintergrund.
Entzündung mit Weitblick

Bei IMIDs auch ans Auge denken: Interdisziplinäre Versorgung gewinnt an Bedeutung

Immunvermittelte entzündliche Erkrankungen und Uveitis sind enger verknüpft als bislang gedacht. Für 12 untersuchten Autoimmun- und Entzündungserkrankungen hat eine aktuelle Studie ein signifikant erhöhtes Uveitisrisiko dokumentiert – am ausgeprägtesten bei ankylosierender Spondylitis, juveniler idiopathischer Arthritis und systemischen Vaskulitiden. Und Uveitispatienten tragen umgekehrt ein deutlich gesteigertes Risiko für eine spätere Autoimmundiagnose. Die Konsequenz: Rheumatologie und Ophthalmologie müssen enger kooperieren.
Das Bild zeigt eine stehende Person von hinten in einem blauen Sportoberteil und einer blauen Shorts. Eine eingeblendete anatomische Grafik des Beckens macht die Hüftgelenke sichtbar. Das linke Hüftgelenk ist durch einen rot-orange leuchtenden Bereich hervorgehoben
Effekt ist geringer als gedacht

Sport ist kein „Wundermittel“ gegen Schmerzen bei Hüftarthrose

Bewegung gilt als Basismaßnahme bei Hüftarthrose – doch wie groß ist der analgetische Effekt wirklich? Laut einem aktuellen Cochrane-Review reduzieren strukturierte Trainingsprogramme Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Mittel nur um wenige Punkte auf einer 100-Punkte-Skala. Damit bleiben die Effekte unterhalb der Schwelle einer klinisch relevanten Verbesserung. Als Add-on zu anderen Therapien senkt Bewegung immerhin das Risiko unerwünschter Ereignisse leicht.
Die trabekuläre Knochenstruktur im Hüftgelenk bei Osteoporose.
Notwebduge Sekundärprävention hat Vorrang

Grünes Licht für frühe Osteoporosetherapie nach Fragilitätsfrakturen

Nach einer Fragilitätsfraktur wird die medikamentöse Osteoporosetherapie oft verzögert oder pausiert – aus Sorge vor Heilungsstörungen. Diese Sorge scheint jedoch unbegründet; diesen Schluss lässt eine aktuelle Metaanalyse zu: Bisphosphonate beeinträchtigen demnach weder die Zeit bis zur Knochenheilung noch die Rate an Pseudarthrosen. Teriparatid könnte die Frakturheilung sogar um durchschnittlich 3 Wochen verkürzen. Die Sekundärprävention sollte daher zeitnah eingeleitet oder fortgeführt werden.
Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit blauer Iris, umgeben von extrem trockener, rissiger Haut, die an eine ausgetrocknete Wüstenlandschaft erinnert.
Eine immunologisch heterogene Erkrankung

IFNα treibt eigenen Sjögren-Endotyp – neue Perspektive für Präzisionstherapie

Rund 60% der Menschen mit Sjögren-Krankheit weisen deutlich erhöhte Interferon-Alpha-Spiegel auf – verbunden mit Zytopenien, Hypergammaglobulinämie und Autoantikörpern gegen TRIM21/Ro52. Erstmals ließ sich in einem transgenen Mausmodell zeigen, dass chronisch erhöhtes IFNα diesen immunologischen Endotyp kausal auslöst. Die charakteristische Proteinsignatur ist bereits mehr als 10 Jahre vor der klinischen Diagnose im Blut nachweisbar – eine Grundlage für stratifizierte Therapieansätze und Frühdiagnostik.
Rotes Warnsymbol unter einer Lupe
GLP-1-RA und SGLT2i praktisch gleichauf

DPP-4-Hemmer mit auffälligem Autoimmunprofil – von protektiv bis risikobehaftet

Moderne Antidiabetika unterscheiden sich nicht nur kardiorenal, sondern offenbar auch immunologisch. DPP-4-Inhibitoren zeigen dabei ein 2-ischneidiges Profil: weniger Psoriasis und Autoimmunthyreoiditis, aber mehr Dermatomyositis, bullöses Pemphigoid und Riesenzellarteriitis. GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren liegen dagegen praktisch gleichauf. it dies jetzt ein Argument dafür, das immunologische Risikoprofil bei der individuellen Substanzwahl mitzudenken?.
Aspirin-Tabletten
Einfacher, günstiger, gleich sicher

ASS-Monotherapie nach Hüft- und Knie-TEP der Rivaroxaban-Strategie ebenbürtig

Nach totaler Hüft- oder Knieendoprothese reicht Acetylsalicylsäure allein zur Prävention symptomatischer venöser Thromboembolien aus – das legen die Daten der doppelblinden, randomisierten EPCAT-III-Studie nahe, die gerade auf dem Kongress 2026 der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) als Late-Breaker präsentiert wurden. Gegenüber einem initialen 5-tägigen Rivaroxaban-Kurs mit anschließender ASS-Prophylaxe zeigten sich weder Wirksamkeits- noch Sicherheitsnachteile. Die niedrigen VTE- und Blutungsraten sprechen für eine deutliche Vereinfachung der postoperativen Thromboseprophylaxe im klinischen Alltag.
Lupe personalisiert
Studienteilnehmer gesucht

Rheuma-Verdacht? Mit diesem Online-Tool kommen Betroffene gut vorbereitet zum Arzttermin

Auch wenn bereits ein Verdacht auf ein rheumatische Erkrankung besteht, sind die Diagnosewege oft lang: Viele Betroffene warten Monate oder sogar Jahre auf eine gesicherte Diagnose. Ein neues, kostenloses Online-Tool des Uniklinikums Erlangen soll Betroffenen helfen, Symptome strukturiert zu erfassen und besser vorbereitet ins Arztgespräch zu gehen. Für die begleitende Studie zur Weiterentwicklung von „Rheumatic?" werden nun Teilnehmende gesucht.
Ein älterer Mann liegt nach einem Sturz auf dem Teppichboden und wird von einer Pflegekraft oder Angehörigen an der Hand hochgezogen; im Vordergrund liegt sein Gehstock.
Bröckelnde Evidenz

Kalzium und Vitamin D ohne relevanten Nutzen bei Fraktur- und Sturzprävention

Kalzium- und Vitamin-D-Präparate zählen zu den am häufigsten verordneten Supplementen zur Prävention osteoporotischer Frakturen und Stürze. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zieht die klinische Relevanz dieser Praxis grundlegend in Zweifel: Weder die Monotherapie noch eine kombinierte Supplementation erreichten die vorab definierten Schwellenwerte für einen klinisch bedeutsamen Nutzen – auch nicht in Hochrisikogruppen.
Nahaufnahme von Händen mit verfärbten Fingern als Zeichen eines Raynaud-Syndroms, einem typischen Frühsymptom der systemischen Sklerose.
Instrument für die Routineversorgung und Forschung

Frühes Monitoring bei systemischer Sklerose per mDAI zahlt sich aus

Der modifizierte EUSTAR Disease Activity Index (mDAI) erlaubt bei systemischer Sklerose eine klinisch belastbare Stratifizierung nach Krankheitsaktivität. Besteht eine aktive Erkrankung, entwickeln Betroffene deutlich häufiger und schneller Haut-, Lungen- und Herzbeteiligungen – und benötigen intensivere immunsuppressive sowie antifibrotische Therapien. Ein frühes Aktivitätsmonitoring wird damit zum entscheidenden Baustein der Versorgung, dieses Fazit zogen Experten auf dem EULAR-Kongress 2026 in London.