Eine sichere Schwangerschaft ist heute für die meisten Patientinnen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung möglich, wenn Therapie und interdisziplinäre Betreuung frühzeitig abgestimmt sind. Neue Daten zu Hochrisiko-APS und kongenitalem AV-Block eröffnen weitere Perspektiven – doch Widersprüche zwischen Beipackzetteln und Leitlinien führen weiterhin zu unnötigen, zum Teil sogar gefährlichen Therapieabbrüchen.
Rheuma und Schwangerschaft – sichere Optionen auch bei Hochrisikoverläufen
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Rund 1,8 Millionen Erwachsene in Deutschland leben mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, viele davon in einer Lebensphase, in der Familienplanung und Elternschaft eine zentrale Rolle spielen [1]. Für die meisten Patientinnen ist eine sichere Schwangerschaft heute möglich, so Dr. Isabell Haase, Hamburg, im Vorfeld des 54. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh): Der oft naheliegende Impuls, alle Medikamente abzusetzen, sei riskant – denn eine aktive Erkrankung gefährde Mutter und Kind ebenso wie eine ungeeignete Therapie.
„Eine gut kontrollierte Erkrankung ist das Beste, was man auch für die Schwangerschaft tun kann.“
Dr. Isabell Haase, Hamburg
Rheuma und Schwangerschaft: Was gilt es zu bachten?
Eine sichere Schwangerschaft ist heute auch für Patientinnen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung mölgich. Das ist für eine sichere Versrogung Ihrer Patientinnen notwendig:
Rheumatische Patientinnen – und Patienten – sollten frühzeitig und proaktiv auf das Thema Familienplanung angesprochen werden, idealerweise bevor eine Schwangerschaft eintritt.
Medikation prüfen, individuelle Risiken identifizieren und die Therapie wo nötig anpassen – möglichst vor der Konzeption, nicht erst beim positiven Schwangerschaftstest.
Ein unkontrollierter Therapieabbruch kann gefährlicher sein als eine leitliniengerechte Weiterführung der antirheumatischen Behandlung.
Rheumatologie und Gynäkologie sollten frühzeitig und engmaschig zusammenarbeiten – eine abgestimmte Betreuung ist entscheidend, um Krankheitskontrolle, Therapiewahl und geburtshilfliche Risiken gemeinsam im Blick zu behalten.
APS und Anti-SSA/Ro-Antikörper erfordern besondere Aufmerksamkeit und eine engmaschige interdisziplinäre Begleitung durch Rheumatologie und Geburtshilfe.
Planung vor der Konzeption entscheidet über den Verlauf
Haase plädierte daher dafür, rheumatische Patientinnen präkonzeptionell zu beraten, die Medikation zu prüfen, individuelle Risiken frühzeitig zu identifizieren und wo nötig und möglich zu modifizieren – genau wie es die European League Against Rheumatism (EULAR) empfiehlt [2]. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild: Patientinnen kommen erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft in die rheumatologische Betreuung, haben die Medikation bereits eigenmächtig abgesetzt und erleiden infolgedessen einen Krankheitsschub – eine Konstellation, die sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind mit erhöhten Risiken verbunden ist.
Dabei wäre genau das vermeidbar: Denn wenn Krankheitskontrolle und Therapiewahl im Rahmen einer Zusammenarbeit von Rheumatologie und Geburtshilfe frühzeitig aufeinander abgestimmt sind, lässt sich das Risiko für Mutter und Kind deutlich reduzieren. Dass dies zunehmend gelingt, ist auch der gewachsenen Evidenzlage zu verdanken – auch bei besonders gefährdeten Schwangerschaften und Hochrisikokonstellationen.
Übrigens: Auch bei Männern mit Kinderwunsch sollte vor einem Therapieabbruch eine fachärztliche Beratung erfolgen – die EULAR-Empfehlungen listen eine Reihe von Substanzen auf, die auch unter diesem Aspekt als kompatibel eingestuft werden [2].
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