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Entzündliche Gelenkerkrankungen

Entzündliche (Gelenk-)Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum immunvermittelter und kristallinduzierter Erkrankungen des Bewegungsapparats. Der Schwerpunkt liegt auf rheumatoider Arthritis, Spondyloarthritiden wie Morbus Bechterew oder Psoriasisarthritis, undifferenzierten Arthritiden sowie Kristallarthropathien wie Gicht und Pseudogicht. Ergänzt wird das Spektrum durch entzündliche Wirbelsäulen- und Weichteilerkrankungen. Die Beiträge bieten aktuelle Einblicke in Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie und unterstützen dabei, neue Erkenntnisse evidenzbasiert in die klinische Praxis einzuordnen.

Neuste Artikel

Vier Hände unterschiedlicher Generationen nebeneinander – von 93 über 63 und 33 bis 2 Jahre
Erkrankung über die gesamte Lebensspanne

Still-Erkrankung neu gedacht: Neue Nomenklatur, neue therapeutische Möglichkeiten

Die Still-Erkrankung gilt heute als einheitliche autoinflammatorische Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg. Während zielgerichtete IL-1- und IL-6-Therapien bei den meisten Betroffenen wirksam sind, bleiben einzelne Patienten schwer behandelbar. Erste Daten deuten darauf hin, dass die gezielte Kombination mehrerer Wirkprinzipien die Entzündung kontrollieren und den Bedarf an Glukokortikoiden deutlich senken könnte. Noch bleibt eine solche Multiple Targeted Therapy jedoch spezialisierten interdisziplinären Zentren und individuellen Therapieentscheidungen vorbehalten.
Person im weißen Arztkittel mit Stethoskop zeigt auf ein rotes Schutzschild mit der Aufschrift „Rheumatoid Arthritis“ vor blauem Hintergrund mit medizinischen Symbolen
Handeln vor dem ersten Schub

Prävention der rheumatoiden Arthritis gewinnt an Fahrt

Die rheumatoide Arthritis beginnt immunologisch oft Jahre vor den ersten Gelenkschmerzen – ein Zeitfenster, das sich präventiv nutzen lässt. Rauchstopp, Gewichtsreduktion und Zahnhygiene senken das Erkrankungsrisiko messbar. Bei Hochrisikopersonen mit ACPA-Nachweis kann eine kurzzeitige Abatacept-Therapie den Krankheitsausbruch um bis zu 4–5 Jahre verzögern. Tatsächlich gebe es viele Ansatzpunkte die Prävention – gestützt durch den Hausarzt – in die rheumatologische Regelversorgung zu integrieren.
Älterer Mann sitzt auf einem Sofa und greift sich an den schmerzenden Fuß.
Wenn Rheuma grau wird

Älter, multimorbide, entzündet – eine Herausforderung für Rheumatologen und Hausärzte

Die alternde Gesellschaft verändert die Rheumatologie grundlegend. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen werden häufiger bei älteren Menschen diagnostiziert oder begleiten Betroffene bis ins hohe Lebensalter. Aber auch bzw. insbesondere im hohen Alter gefährden unkontrollierte Entzündungen nicht nur Gelenke, sondern auch Herz, Gefäße und Selbstständigkeit. Leitlinien empfehlen deshalb auch im hohen Alter eine konsequente, risikoadaptierte Therapie sowie eine strukturierte Prävention kardiovaskulärer Begleiterkrankungen.
Typische Prädilektionsstellen der rheumatoiden Arthritis: Schulter, Hand, Halswirbelsäule, Hüfte, Knie und Sprunggelenk mit hervorgehobenen Schmerzpunkten
Immunzellen auf Dauerangriff

Gefangen im Entzündungsmodus: Warum Rheuma nicht abschaltet

Entzündliche Rheumaerkrankungen verlaufen über Jahre oder Jahrzehnte. Doch warum endet die Entzündung im betroffenen Gelenk nicht von selbst? Forschende aus Leipzig erforrschen aktuell einen neuen Erklärungsansatz: Sauerstoff- und Energiemangel versetzen Immunzellen in einen dauerhaften Alarmmodus. Im Zentrum stehen der Mevalonatweg, das Inflammasom und ein „eingefrorenes“ Zellskelett. Die Erkenntnisse könnten neue Behandlungsstrategien für schwer therapierbare Patienten eröffnen.
Schwangere Rheumapatientin hält einen Tablettenblister vor den Bauch
Weniger absetzen, mehr steuern

Rheuma und Schwangerschaft – sichere Optionen auch bei Hochrisikoverläufen

Eine sichere Schwangerschaft ist heute für die meisten Patientinnen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung möglich, wenn Therapie und interdisziplinäre Betreuung frühzeitig abgestimmt sind. Neue Daten zu Hochrisiko-APS und kongenitalem AV-Block eröffnen weitere Perspektiven – doch Widersprüche zwischen Beipackzetteln und Leitlinien führen weiterhin zu unnötigen, zum Teil sogar gefährlichen Therapieabbrüchen.
Früh, gezielt, risikoadaptiert

Rheumatoide Arthritis: Neue S3-Leitlinie schärft Treat-to-Target und Glukokortikoid-Stopp

Sofortiger Therapiestart nach Diagnose, anhaltende Remission als Ziel und Kontrollen alle 1 bis 3 Monate: Die neue S3-Leitlinie zur rheumatoiden Arthritis stellt Treat-to-Target konsequent in den Mittelpunkt. Methotrexat bleibt Grundlage der Erstlinie, Glukokortikoide werden auf maximal drei Monate begrenzt. Vor jeder Eskalation steht die konsequente Optimierung der csDMARD-Strategie. Neu sind zudem die risikoadaptierte Positionierung von JAK-Inhibitoren, flexiblere Switching-Optionen und eine eigenständige Deeskalationsempfehlung – ohne vollständiges Absetzen der DMARD-Therapie.
Nahaufnahme der Hände einer Frau mit rheumatoider Arthritis, die im Schoß ruhen
Fehlgeleitetes Immungedächtnis wird zurückgesetzt

CAR-T-Zell-Therapie lässt schwere rheumatoide Arthritis abklingen

CD19-CAR-T-Zellen greifen bei therapierefraktärer rheumatoider Arthritis auch in Gelenken, Knochenmark und Lymphknoten an: In der COMPARE-Phase-I-Studie der Charité sank bei allen 6 Behandelten die Krankheitsaktivität deutlich, 3 erreichten eine medikamentenfreie Remission. Das fehlgeleitete B-Zell-Gedächtnis ließ sich offenbar gezielt zurücksetzen.
Übergewichtige Frau mit Kniebeschwerden
BMI als Wirkbremse

Adipositas mindert Wirkung von JAK-Inhibitoren bei rheumatoider Arthritis

Adipositas gilt als anerkannter Faktor für ein vermindertes Ansprechen auf TNF-Inhibitoren – bei Tocilizumab und Rituximab ist der Effekt weniger deutlich, bei Abatacept fehlt er ganz. Nun zeigt sich: Auch die Wirkung von Januskinase-Inhibitoren bei rheumatoider Arthritis lässt mit steigendem Body-Mass-Index nach. Bei schwerer Adipositas sprachen 18 von 100 Patienten weniger auf die Therapie an als Normalgewichtige – ein Effekt, der in den Placeboarmen nicht auftrat und für eine echte Wirkabschwächung spricht.
Medizinische Illustration mit Symbolen von Lunge, Nieren, Knochen und Herz vor dunklem Hintergrund, verbunden mit einem zentralen Schutzschild-Symbol mit medizinischem Kreuz.
Reaktivierte Killerzellen beseitigen Fibrosegewebe

Neuer Therapieansatz bei Rheuma-Komplikation: Das Immunsystem als Verbündeter gegen Lungenfibrose

Lungenfibrose bei systemischer Sklerose und rheumatoider Arthritis gilt als kaum reversibel – ein Heidelberger Forschungsteam zeigt nun einen Ausweg: Über den Antikörper Monalizumab lassen sich natürliche Killerzellen reaktivieren, die seneszente Fibroblasten gezielt eliminieren. Erste präklinische Daten deuten sogar auf eine Rückbildung fibrotischer Prozesse hin.
Nahaufnahme eines Sportlers in Laufkleidung im Park, der sich mit beiden Händen an sein schmerzendes Knie fasst. Das Knie ist durch eine rote Färbung als Schmerzzentrum markiert, zudem sind die Ober- und Unterschenkelknochen angedeutet. Im Hintergrund ist unscharf ein weiterer Läufer zu sehen.
Weniger Sitzen, mehr Bewegung

EULAR hat die Bewegungsempfehlungen bei Arthritis und Arthrose aktualisiert

Regelmäßige körperliche Aktivität und kürzere Sitzzeiten gehören bei entzündlicher Arthritis und Arthrose in die Regelversorgung. Die EULAR hat ihre aktualisierten Empfehlungen vor Kurzem publziert und dabei erstmals sedentäres Verhalten, digitale Anwendungen und verhaltensbezogene Strategien systematisch berücksichtigt. Unsere 7 praxisorientierten Handlungsempfehlungen geben konkrete Orientierung für Screening, Beratung und individuelle Bewegungsverordnung – von der strukturierten Verordnung nach FITT-VP-Prinzip bis zum gezielten Einsatz von Wearables und kurzen Aktivitätsphasen im Alltag.
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06:05 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Plants for Joints: Eine Lebensstilintervention verbessert rheumatische Erkrankungen langfristig | Study Snacks – Rheumatologie #053

Pflanzliche Ernährung, mehr Bewegung und gezieltes Stressmanagement: Eine niederländische Studie zeigt, dass eine multidisziplinäre Lebensstilintervention bei rheumatoider Arthritis und metabolischem Syndrom-assoziierter Arthrose auch nach zwei Jahren noch wirkt – und den Medikamentenbedarf senken kann.
Podcast Cover: Study Snacks Rheumatologie 1200x627
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Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Therapie in der Remission: Was passiert beim Ausschleichen von TNF-Blockern? | Study Snacks – Rheumatologie #049

Können Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) in anhaltender Remission ihre TNF-Inhibitoren langfristig reduzieren oder ganz absetzen? Eine norwegische Multicenter-Studie liefert nun klare 3-Jahres-Daten – und ein deutliches Ergebnis.