Sofortiger Therapiestart nach Diagnose, anhaltende Remission als Ziel und Kontrollen alle 1 bis 3 Monate: Die neue S3-Leitlinie zur rheumatoiden Arthritis stellt Treat-to-Target konsequent in den Mittelpunkt. Methotrexat bleibt Grundlage der Erstlinie, Glukokortikoide werden auf maximal drei Monate begrenzt. Vor jeder Eskalation steht die konsequente Optimierung der csDMARD-Strategie. Neu sind zudem die risikoadaptierte Positionierung von JAK-Inhibitoren, flexiblere Switching-Optionen und eine eigenständige Deeskalationsempfehlung – ohne vollständiges Absetzen der DMARD-Therapie.
Rheumatoide Arthritis: Neue S3-Leitlinie schärft Treat-to-Target und Glukokortikoid-Stopp
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Seit der letzten S2e-Fassung von 2018 hat sich die Therapielandschaft der rheumatoiden Arthritis [RA) deutlich erweitert – neue Wirkstoffe, aktuelle Sicherheitsdaten (u. a. zu JAK-Inhibitoren) und der Anspruch, Glukokortikoide (GC) konsequent zu minimieren, machten ein Update notwendig. Die federführend von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) erarbeitete S3-Leitlinie liefert nun praxisnahe Empfehlungen für Erstlinientherapie, Eskalation, Switching und Deeskalation im Sinne einer konsequenten Treat-to-Target-Strategie (T2T).
☑ Früher Therapiestart: DMARD-Therapie sofort nach Diagnosestellung beginnen.
☑ Klares Ziel definieren: Anhaltende Remission oder zumindest niedrige Krankheitsaktivität.
☑ Engmaschige Kontrolle: Alle 1–3 Monate; Anpassung bei fehlender Besserung nach 3 bzw. fehlender Remission nach 6 Monaten.
☑ MTX zuerst: Bevorzugt als Bestandteil der Erstlinie; bei Kontraindikation Leflunomid oder Sulfasalazin.
☑ Glukokortikoide nur kurzzeitig: Maximal 30 mg Prednisolonäquivalent/Tag zu Beginn, Beendigung möglichst innerhalb von 3 Monaten.
☑ Optimieren vor Eskalieren: Erst nach ausgeschöpfter csDMARD-Strategie Intensivierung mit bDMARD oder – risikoadaptiert – JAK-Inhibitor.
☑ Kombination bevorzugen: bDMARDs und JAK-Inhibitoren möglichst mit Methotrexat; ohne Methotrexat bevorzugt IL-6R-Inhibitoren oder JAK-Inhibitoren.
☑ Flexibles Switching: Nach TNFi-/IL-6Ri-Versagen sowohl Wirkprinzipwechsel als auch zweiter Wirkstoff derselben Klasse möglich.
☑ Kontrollierte Deeskalation: Schrittweise Dosisreduktion oder Intervallverlängerung nach GC-Absetzen und anhaltender Remission – kein vollständiges Absetzen.
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