Fast die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem systemischem Lupus erythematodes (SLE) häuft bereits in den ersten Jahren rasch Begleiterkrankungen an – und das bleibt nicht ohne Folgen: Therapieziele werden seltener erreicht, Organschäden nehmen zu, schwere Komplikationen treten häufiger auf. Dabei lassen sich 3 klinisch relevante Verlaufsmuster unterscheiden. Entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf sind vor allem 2 Faktoren, die sich in den ersten 24 Monaten herauskristallisieren: schwere Schübe und eine hohe Glukokortikoidexposition. Das Gute daran – beide sind prinzipiell beeinflussbar.
Fast jeder zweite Lupuspatient entwickelt sehr früh neue Begleiterkrankungen
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Patientinnen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) tragen bekanntermaßen eine erhebliche Komorbiditätslast, die mit erhöhter Symptombelastung, Funktionseinschränkungen, häufigerer Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und höherer Mortalität einhergeht. Bisher stammen die meisten Erkenntnisse jedoch aus Kohorten mit länger bestehender Erkrankung. Doch wie schnell entwickeln sich Begleiterkrankungen? Fügen sie sich zu klinisch bedeutsamen Mustern zusammen? Und welche frühen Krankheitsmerkmale begünstigen eine beschleunigte Akkumulation? Genau diese Lücke adressiert eine aktuelle Analyse einer griechisch-italienischen Inzeptionskohorte.
Komorbiditäten von Beginn an systematisch erfasst
In die retrospektive Studie wurden 311 SLE-Patienten (92,3% Frauen) aus 2 Lupus-Kliniken in Heraklion und Ferrara aufgenommen. Alle Teilnehmenden wurden kurz nach ihrer SLE-Diagnose – im Median bereits im Diagnosemonat selbst – eingeschlossen und anschließend 5 Jahre lang begleitet. Im Schnitt waren die Betroffenen 42,8 Jahre alt, die mittlere Krankheitsaktivität (SLEDAI-2K (Systemic Lupus Erythematosus Disease Activity Index 2000)) betrug 7, und mehr als die Hälfte (56 %) nahm zu Studienbeginn orale Glukokortikoide ein. Neben Krankheitsaktivität, Therapie, Organschäden und dem Erreichen definierter Therapieziele erfasste das Studienteam systematisch 140 mögliche Begleiterkrankungen – abgeleitet aus gängigen Komorbiditätsindizes und Sicherheitsbewertungen.
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