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Autoimmunerkrankungen

Systemische Autoimmunerkrankungen zählen zu den komplexesten Krankheitsbildern der Rheumatologie. Der Themenbereich umfasst Erkrankungen wie den systemischen Lupus erythematodes (SLE), die systemische Sklerose, das Sjögren-Syndrom, die Dermato- und Polymyositis sowie Mischkollagenosen.

Im Fokus stehen aktuelle Erkenntnisse zu Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie sowie die vielfältigen Organmanifestationen dieser Erkrankungen. Die Beiträge unterstützen dabei, neue Studienergebnisse, Biomarker und Behandlungsstrategien differenziert einzuordnen und evidenzbasiert in die klinische Praxis zu übertragen.

Neuste Artikel

Systemischer Lupus erythematodes als Puzzle mit Begriffen zu Komorbiditäten, Krankheitsaktivität und Therapie
Multimorbidität beginnt früher als gedacht

Fast jeder zweite Lupuspatient entwickelt sehr früh neue Begleiterkrankungen

Fast die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem systemischem Lupus erythematodes (SLE) häuft bereits in den ersten Jahren rasch Begleiterkrankungen an – und das bleibt nicht ohne Folgen: Therapieziele werden seltener erreicht, Organschäden nehmen zu, schwere Komplikationen treten häufiger auf. Dabei lassen sich 3 klinisch relevante Verlaufsmuster unterscheiden. Entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf sind vor allem 2 Faktoren, die sich in den ersten 24 Monaten herauskristallisieren: schwere Schübe und eine hohe Glukokortikoidexposition. Das Gute daran – beide sind prinzipiell beeinflussbar.
Epstein-Barr-Virus: Blutprobe auf Laborzettel
Mehr als nur Pfeiffersches Drüsenfieber

Epstein-Barr-Virus: Vom harmlosen Kuss-Erreger zum Treiber von MS, Autoimmunität und Lymphomen

Das Epstein-Barr-Virus infiziert rund 95 % der Weltbevölkerung – und ist längst nicht mehr nur als Auslöser der infektiösen Mononukleose bekannt. Über raffinierte Latenzprogramme reprogrammiert es B-Lymphozyten, unterläuft die Immunüberwachung und trägt zur Pathogenese von Multipler Sklerose, Autoimmunerkrankungen, lymphoproliferativen Erkrankungen und hämophagozytischer Lymphohistiozytose bei. Ein aktuelles Review beleuchtet die molekularen Mechanismen und zeigt, welche therapeutischen und präventiven Strategien derzeit in der Pipeline stehen.
Arzt in blauer Kleidung mit Stethoskop tippt auf digitale Symbole rund um den Begriff „Autoimmune Disease" – Diagnostik, Forschung, Medikation und Therapie
Immuntherapie statt Dauerentzündung?

Immun-Reset bei Lupus, rheumatoider Arthris & Co. – Hoffnung nach Therapieversagen

Wenn Biologika und zielgerichtete Therapien versagen, stoßen viele Patienten mit schweren rheumatologischen Autoimmunerkrankungen an therapeutische Grenzen. Zellbasierte Immuntherapien wie CAR-T-Zellen und bispezifische T-Cell Engager könnten das ändern: Sie eliminieren gezielt krankheitsauslösende Immunzellen und ermöglichen bei manchen Betroffenen einen tiefgreifenden „Immun-Reset“. Noch sind die Verfahren Studien vorbehalten, die Ergebnisse gelten jedoch als vielversprechend.
Symbolbild zur Vernetzung: Eine geöffnete Hand trägt ein schwebendes, dreidimensionales Netzwerk aus miteinander verbundenen blauen Personen-Symbolen (männlich und weiblich) und transparenten Kugeln vor einem hellen, unscharfen Hintergrund.
Entzündung mit Weitblick

Bei IMIDs auch ans Auge denken: Interdisziplinäre Versorgung gewinnt an Bedeutung

Immunvermittelte entzündliche Erkrankungen und Uveitis sind enger verknüpft als bislang gedacht. Für 12 untersuchten Autoimmun- und Entzündungserkrankungen hat eine aktuelle Studie ein signifikant erhöhtes Uveitisrisiko dokumentiert – am ausgeprägtesten bei ankylosierender Spondylitis, juveniler idiopathischer Arthritis und systemischen Vaskulitiden. Und Uveitispatienten tragen umgekehrt ein deutlich gesteigertes Risiko für eine spätere Autoimmundiagnose. Die Konsequenz: Rheumatologie und Ophthalmologie müssen enger kooperieren.
Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit blauer Iris, umgeben von extrem trockener, rissiger Haut, die an eine ausgetrocknete Wüstenlandschaft erinnert.
Eine immunologisch heterogene Erkrankung

IFNα treibt eigenen Sjögren-Endotyp – neue Perspektive für Präzisionstherapie

Rund 60% der Menschen mit Sjögren-Krankheit weisen deutlich erhöhte Interferon-Alpha-Spiegel auf – verbunden mit Zytopenien, Hypergammaglobulinämie und Autoantikörpern gegen TRIM21/Ro52. Erstmals ließ sich in einem transgenen Mausmodell zeigen, dass chronisch erhöhtes IFNα diesen immunologischen Endotyp kausal auslöst. Die charakteristische Proteinsignatur ist bereits mehr als 10 Jahre vor der klinischen Diagnose im Blut nachweisbar – eine Grundlage für stratifizierte Therapieansätze und Frühdiagnostik.
Nahaufnahme von Händen mit verfärbten Fingern als Zeichen eines Raynaud-Syndroms, einem typischen Frühsymptom der systemischen Sklerose.
Instrument für die Routineversorgung und Forschung

Frühes Monitoring bei systemischer Sklerose per mDAI zahlt sich aus

Der modifizierte EUSTAR Disease Activity Index (mDAI) erlaubt bei systemischer Sklerose eine klinisch belastbare Stratifizierung nach Krankheitsaktivität. Besteht eine aktive Erkrankung, entwickeln Betroffene deutlich häufiger und schneller Haut-, Lungen- und Herzbeteiligungen – und benötigen intensivere immunsuppressive sowie antifibrotische Therapien. Ein frühes Aktivitätsmonitoring wird damit zum entscheidenden Baustein der Versorgung, dieses Fazit zogen Experten auf dem EULAR-Kongress 2026 in London.
Eine stilisierte Holzfigur stemmt sich mit ausgestreckten Armen und gebeugtem Körper gegen eine große graue Kugel, auf der in Großbuchstaben „AUTOIMMUNE DISEASE“ steht.
Kortison-Ausstieg lohnt sich

Glukokortikoide bei Vaskulitiden – früh ausschleichen oder doch fortführen?

Glukokortikoide sind der Eckpfeiler der Erstbehandlung bei Vaskulitiden und dienen dazu, Entzündungen schnell unter Kontrolle zu bringen und lebenswichtige Organe zu schützen. Dies ist den Empfehlungen der EULAR – der Europäischen Allianz der Rheumatologieverbände – klar zu entnehmen. Die Evidenzbasis zu ihrer Anwendung wächst jedoch weiter: Auf dem EULAR-Kongress 2026 stand insbesondere die Langzeitanwendung von Glukokortikoiden im Fokus.
systemischer Lupus erythematodes
Präziser definieren, gezielter behandeln

SLE und APS: Neue Definitionen und Biomarker schärfen Diagnostik und Risikostratifizierung

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) und Antiphospholipid-Syndrom (APS) überschneiden sich klinisch häufig. Trotz therapeutischer Fortschritte fehlen weiterhin tragfähige Definitionen für refraktäre Verläufe und verlässliche Biomarker für klinisch relevante Subgruppen. Auf dem Jahreskongress 2026 der EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) in London standen 3 Ansätze im Fokus: eine pragmatische Definition des schwer refraktären SLE, Autoantikörpersignaturen für die kardiovaskuläre Risikostratifizierung bei juvenilem SLE sowie ein neuartiger Autoantikörper beim seronegativen APS.
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07:09 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Neue Erkenntnisse zur Vorhersage der Mortalität bei SSc-ILD-Patienten | Study Snacks – Rheumatologie #050

Wie lässt sich das Mortalitätsrisiko bei Patientinnen und Patienten mit systemischer Sklerose und interstitieller Lungenerkrankung (SSc-ILD) zuverlässig einschätzen? Eine aktuelle EUSTAR-Analyse zeigt: Entscheidend sind nicht die Ausgangswerte, sondern die Veränderungen innerhalb von 12 Monaten.