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Frühes Monitoring bei systemischer Sklerose per mDAI zahlt sich aus

|von Stephanie Schikora

Der modifizierte EUSTAR Disease Activity Index (mDAI) erlaubt bei systemischer Sklerose eine klinisch belastbare Stratifizierung nach Krankheitsaktivität. Besteht eine aktive Erkrankung, entwickeln Betroffene deutlich häufiger und schneller Haut-, Lungen- und Herzbeteiligungen – und benötigen intensivere immunsuppressive sowie antifibrotische Therapien. Ein frühes Aktivitätsmonitoring wird damit zum entscheidenden Baustein der Versorgung, dieses Fazit zogen Experten auf dem EULAR-Kongress 2026 in London.

Nahaufnahme von Händen mit verfärbten Fingern als Zeichen eines Raynaud-Syndroms, einem typischen Frühsymptom der systemischen Sklerose.
Das Raynaud-Syndrom als typisches Symptom der systemischen Sklerose. SSc-Patientinnen und -Patienten profitieren von einer frühzeitigen Erfassung ihrer Krankheitsaktivität mit dem mDAI, der aufgrund der besseren Risikostratifizierung die Therapieplanung erleichtert. (© Creative Cat Studio/stock.adobe.com)

Die systemische Sklerose (SSc) zählt zu den heterogensten Erkrankungen der Rheumatologie – eine Tatsache, die sowohl die klinische Versorgung als auch das Design von Studien erheblich erschwert [1]. Auf dem diejährigen Kongress der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) präsentierte Daten unterstreichen nun, wie wichtig eine frühe und strukturierte Erfassung der Krankheitsaktivität ist. Im Fokus stand der modifizierte EUSTAR Disease Activity Index (mDAI), der Patientinnen und Patienten anhand ihres Aktivitätsstatus stratifiziert und damit sowohl klinische Entscheidungen als auch die Kohortenanreicherung für Studien unterstützen könnte [2].

Longitudinale Analyse aus der EUSTAR-Datenbank

Grundlage der von Tânia Santiago vorgestellten Analyse ist die Datenbank der European Union of Scleroderma Trials and Research (EUSTAR), in der prospektiv mehr als 25.000 Patientinnen und Patienten aus über 200 internationalen Zentren erfasst sind. Für die longitudinale Auswertung wurden 3.214 Personen mit systemischer Sklerose eingeschlossen und nach ihrem mDAI-Score zu Baseline stratifiziert: Ein Wert unter 2,5 galt als inaktiv, ein Wert von 2,5 oder höher als aktiv. 59,1% der Kohorte wies zu Studienbeginn eine inaktive Erkrankung auf [2].

Ziel war es, Organbeteiligung und Krankheitsprogression sowie die jeweilige Zeit bis zum Ereignis in Abhängigkeit vom Aktivitätsstatus zu charakterisieren – und damit den prognostischen Wert des mDAI im klinischen Alltag zu prüfen.

Deutlich höhere Ereignisraten bei aktiver Erkrankung

Bereits nach 1 Jahr zeigten sich klinisch relevante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen: Patientinnen und Patienten mit aktiver Erkrankung zum Start der Studie wiesen deutlich höhere kumulative Inzidenzraten für Organbeteiligungen und Multiorganmanifestationen auf. Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede bei

  • Hautbeteiligung,
  • digitalen Ulzera bzw. Gangrän,
  • interstitieller Lungenerkrankung (ILD) und
  • kardialer Beteiligung.

Auch die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser Ereignisse war in der Gruppe mit aktiver Erkrankung signifikant kürzer als bei Patientinnen und Patienten mit inaktivem Verlauf [2]. Der mDAI erweist sich damit als robustes Instrument, um Hochrisikoverläufe früh sichtbar zu machen.

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