Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Semaglutid senkt Kalorienaufnahme langfistig – trotz nachlassendem Sättigungsgefühl
Weniger Kalorien, mehr Kontrolle

Semaglutid senkt Kalorienaufnahme langfistig – trotz nachlassendem Sättigungsgefühl

|von Stephanie Schikora

Semaglutid reduziert die Kalorienaufnahme bei Menschen mit Adipositas nachhaltig. Das gilt auch dann, wenn die anfangs stark ausgeprägten subjektiven Effekte auf Hunger und Sättigung nach einigen Monaten nachlassen. Diese anhaltend niedrigere Energiezufuhr erklärt, warum der Gewichtsverlust langfristig stabil bleibt. Der nachlassende Appetit-Effekt ist also nicht als Wirkungsverlust zu werten – eine wichtige Information auch für Ihre Patienten.

Aus Reiskörnern gestreute Silhouette eines menschlichen Kopfes im Profil auf dunklem Holz. Der Gehirnbereich ist mit einer bunten Auswahl an Lebensmitteln wie Kiwi, Beeren, Tomaten und Nüssen ausgelegt.
Semaglutid drosselt die Kalorienaufnahme nachweislich auch über einen langen Zeitraum von 60 Wochen. (©Stefano ShardsOfLife/stock.adobe.com)

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Dass Semaglutid Appetit, Nahrungsbelohnung und Energieaufnahme deutlich verringert, ist durch Kurzzeitstudien von bis zu 20 Wochen gut belegt. In einer 20-wöchigen Untersuchung sank die Kalorienaufnahme unter dem GLP-1-Rezeptoragonisten um rund 35% gegenüber Placebo (GLP-1: Glucagon-like Peptide 1) [1]. Genau dieser Effekt gilt als Motor der starken initialen Gewichtsreduktion. In der STEP-1-Studie verloren die Teilnehmenden unter Semaglutid im Verlauf von 68 Wochen im Mittel rund 15% ihres Ausgangsgewichts [2].

Offen war bislang jedoch eine zentrale Frage: Bleiben die Veränderungen des Essverhaltens auch dann bestehen, wenn der Gewichtsverlust abflacht oder ein Plateau erreicht ist? Erste Hinweise lieferten Langzeitdaten:

  • In der 2-jährigen STEP-5-Studie berichteten Semaglutid-Behandelte bis Woche 104 über eine stärkere Kontrolle über Essgelüste als unter Placebo [3]. Die anfänglichen Gruppenunterschiede bei Hunger und Sättigung persistierten allerdings nicht über Woche 20 hinaus.
  • Auch Erfahrungen mit Liraglutid 3,0 mg über 52 Wochen legten nahe, dass der subjektiv wahrgenommene Appetiteffekt im Verlauf nachlässt – während der Gewichtsverlust erhalten bleibt [4].

Was diesen Studien fehlte, war eine objektive Messung der tatsächlichen Energieaufnahme. Genau diese Lücke schließt eine aktuelle Untersuchung [5].

Wirkung bleibt – auch wenn das Hungergefühl zurückkehrt

Semaglutid reduziert die objektiv messbare Kalorienaufnahme auch nach 40 und 60 Wochen signifikant –selbst dann, wenn subjektive Effekte wie vermindertes Hungergefühl nachlassen oder der „Food noise“ im Verlauf wieder stärker zutage tritt [5]. Ein partielles Wiederauftreten von Appetitempfindungen ist demnach kein Zeichen eines Wirkverlusts, sondern gehört zum normalen Langzeitverlauf unter Therapie.

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