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Christines Kolumne

Quo vadis… Bad Gandersheim?

|von Christine Zilinski

Willkommen in unserer neuen Rubrik Christines Kolumne. Hier nehme ich das Gesundheitssystem im weitesten Sinne aufs Korn – denn manchmal hilft nur noch Humor.

Schreibtisch mit Laptop, der den Schriftzug Kolumne trägt
Das Mini-Kankenhaus in Bad Gandersheim schließt - wohin jetzt mit dem offenen Bruch? (© MALLMO PHOTOGRAPHY/stock.adobe.com_edited by Thieme)

Kennen Sie das Örtchen Bad Gandersheim? Nein? Ich auch nicht. Aber – ich weiß ja nicht, ob Sie es schon wussten – das scheint ein extrem gesunder Ort zu sein. Weil es dort kaum Patienten gibt. Weil dort selbst das Mini-Krankenhaus (sic!) geschlossen hat – eben wegen zu wenig Patienten. Oder, genauer gesagt, schon Patienten – aber halt zu wenig, um die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu gewährleisten. Pars pro Toto – denkt der Lateiner in mir. Oder auch – hab ich doch schon öfter gehört, dieses Klinik.. pardon, Mini-Krankenhaus-Schließen.

Günther Jauch – der Arzt, dem nicht nur Frauen vertrauen

Aber sind wir wirklich alle gesünder? Gehen wir wirklich weniger zum Arzt? Oder liegt’s daran, dass wir uns inzwischen eh alles online besorgen, inklusive Diagnose von Dr. Google?  Ein Glück, dass es on top bald ohnehin Medikamente direkt im Drogeriemarkt gibt, wenn man sich sein Kollagenpulver (Hallo Mitvierzigerin) in den echten Korb – nicht den Cart, Sie wissen schon – legt, kann man sich doch auch gleich seine Kopfschmerztabletten dazulegen. Oder wird es bald auch schon Zytostatika als OTC geben? Mit E-Rezept von Günther Jauch ausgestellt und direkt einlösbar, wenn man die Karte dranhält? Ich weiß, das mag für Sie jetzt noch absurd klingen, aber in Zeiten von KI ist heute schon möglich, was gestern nicht mal denkbar war. Oder hätten Sie gedacht, dass Sie sich in Echtzeit auf Suaheli unterhalten könnten – wenn Sie es wöllten? Einfach nur Handy raus, App auf, Knöpfchen drücken, los geht’s.

Herzinfarkt am Selbst-Checkout

Zurück nach Bad Gandersheim. Laut dpa bleibt die ambulante hausärztliche Versorgung und die psychiatrische Tagesklinik weiter in Betrieb – nur bei der Verlegung zu Maximalversorgern bleibt’s künftig still, weil rechtliche Regelungen fehlen und faire Kostenerstattungen sowieso. Schon blöd, irgendwie. Beinbruch und Herzinfarkt sind auch in Zeiten von KI erstmal nicht an der Selbstzahlerkasse scann- und behandelbar. Hilft alles nix, ab in die nächstgrößere Klinik. Die dann hoffentlich so wirtschaftlich ist, dass sie nicht auch als nächstes geschlossen wird.


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