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Internationaler Hebammen-Tag

Kaiserschnitt-Rate 2024 auf Rekordhoch: Jede dritte Klinikgeburt operativ

|von dpa

2024 kam jedes dritte Kind operativ zur Welt – so viele wie nie seit der Wiedervereinigung. Die Rate hat sich seit 1991 mehr als verdoppelt, regional klaffen die Werte zwischen Hamburg und Sachsen deutlich auseinander. Auch bei Hebammen und alternativen Geburtsmethoden zeigt die Statistik klare Trends.

Chirurgische Instrumente liegen während einer Kaiserschnittentbindung auf einem Tisch.
Kaiserschnitt-Rate auf Rekordhoch: 33 Prozent aller Klinikgeburten in Deutschland erfolgten 2024 operativ – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. (© Daniel Karmann/dpa)

Noch nie seit der Wiedervereinigung wurden mehr Kinder in Kliniken per Kaiserschnitt geboren. Mit 33 Prozent erreichte der Anteil der Kaiserschnitte an den Klinik-Geburten den seither höchsten Wert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

654.600 Frauen haben 2024 im Krankenhaus entbunden, 215.900 von ihnen per Kaiserschnitt. Seit 1991 hat sich die Kaiserschnittrate der Statistik zufolge mehr als verdoppelt: Damals waren nur 15 Prozent aller Klinikgeburten ein Kaiserschnitt.

Kaiserschnittrate: Hamburg vorn, Sachsen am niedrigsten

«In Bezug auf die Geburtshilfe gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede», so die Statistiker. Am höchsten war der Anteil der Entbindungen per Kaiserschnitt in Hamburg mit 36,4 Prozent. Es folgte das Saarland mit einer Kaiserschnittrate von 35,9 Prozent und Hessen mit 35,6 Prozent. Den niedrigsten Anteil von Kaiserschnitten an den Klinik-Geburten gab es in Sachsen (27,4 Prozent), gefolgt von Brandenburg (27,6 Prozent) und Berlin (29,9 Prozent).

Saugglocke und Geburtszange weiter im Rückzug

Neben dem Kaiserschnitt gibt es noch weitere, wenn auch seltener angewandte Methoden der Geburtshilfe, wie das Amt anlässlich des Internationalen Hebammentags am 5. Mai berichtet. Eine Saugglocke wurde bei 6,7 Prozent der Entbindungen im Jahr 2024 eingesetzt, eine Geburtszange bei 0,2 Prozent der Entbindungen. 60,1 Prozent der Frauen im Krankenhaus haben auf natürlichem Weg entbunden.

Hebammen in Kliniken: Zahl steigt um 3,3 Prozent (optional)

Hebammen und Entbindungspfleger spielen bei Geburten sowie der Begleitung von Frauen während und nach der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Im Jahr 2024 leisteten rund 12.900 Angehörige dieses Berufsstands Geburtshilfe in deutschen Krankenhäusern. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 89 Prozent waren fest angestellt, der Rest waren sogenannte Belegkräfte.

Fazit

Die steigende Kaiserschnittrate stellt Geburtshilfe und Klinikplanung vor neue Herausforderungen. Für die Praxis bedeutet die Entwicklung: Aufklärung über Indikationen und Risiken operativer Entbindungen gewinnt an Bedeutung – ebenso wie die Stärkung hebammengeleiteter Versorgungsmodelle, um regionale Unterschiede auszugleichen und natürliche Geburten zu fördern.


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