Aufgrund des flächendeckenden Mammografiescreenings und des häufigeren Einsatzes von Stanz- und Vakuumbiopsien bekommen benigne und präinvasive Läsionen der Mamma eine zunehmend größere Bedeutung. Für das weitere diagnostische und therapeutische Procedere wurde hier die B-Klassifikation für die Beurteilung mittels invasiver Diagnostik gewonnener Biopsate von der European Working Group in Breast Screening Pathology (EWGBSP) und der National…
B3-Läsionen der Mamma
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Aufgrund des flächendeckenden Mammografiescreenings und des häufigeren Einsatzes von Stanz- und Vakuumbiopsien bekommen benigne und präinvasive Läsionen der Mamma eine zunehmend größere Bedeutung. Für das weitere diagnostische und therapeutische Procedere wurde hier die B-Klassifikation für die Beurteilung mittels invasiver Diagnostik gewonnener Biopsate von der European Working Group in Breast Screening Pathology (EWGBSP) und der National Coordinating Group for Breast Screening Pathology (NHSBSP) entwickelt (Tab. 17.13). Bei den B3-Läsionen handelt es sich um grundlegend benigne Läsionen, jedoch mit einem unsicheren biologischen Potenzial. Das Vorgehen nach Diagnose in der Stanzbiopsie ist heterogen und komplex und erfordert ein individuelles interdisziplinäres Vorgehen.
| Kategorie | Beschreibung | histologischer Befund/ Beispiel |
| B 1 a | normales Gewebe | oftmals unzureichendes Korrelat zur Klinik oder Bildgebung |
| B 1 b | nicht interpretierbar | oftmals unzureichendes Korrelat zur Klinik oder Bildgebung |
| B 2 | benigne Läsion | fibrozystische Mastopathie, Fibroadenom |
| B 3 | benigne, aber mit unsicherem malignem Potenzial | atypische epitheliale Proliferate vom duktalen Typ, lobuläre Neoplasie, papilläre Läsion, radiäre Narbe |
| B 4 | malignitätsverdächtig | vermutlich maligne, jedoch Beurteilung eingeschränkt |
| B 5 | maligne | DCIS, invasives Karzinom |
Definition
- Bei der Gruppe der B3-Läsionen handelt es sich um eine heterogene Gruppe; zu dieser gehören u.a.
- atypische duktale Hyperplasie (ADH):
- Kombination zytologischer Kriterien eines low-risk duktalen Carcinoma in situ (DCIS) mit Architektur einer Hyperplasie.
- Aktuell auch definiert als kleines DCIS vom niedrigen Malignitätsgrad < 2 mm.
- flache epitheliale Atypie (FEA):
- früheste morphologisch sichtbare neoplastische Proliferation der terminalen duktulo-lobulären Einheit mit einer bis wenigen Zellreihen mit Low-grade-Atypien
- signifikant mit einer ADH, DCIS oder invasivem Karzinom assoziiert (9 %)
- Papillom:
- zentrales (überlicherweise retroareolär) und peripheres Milchgangspapillom (meist multipel)
- atypisches Papillom bei Vorhandensein von Foci mit atypischer Proliferation (in bis zu 20% mit einem DCIS oder invasiven Karzinom assoziiert: Indikatorläsion)
- radiär sklerosierende Läsion:
- benigne pseudoinfiltrierende Läsion mit zentralem fibroelastischem Kern und radiärem Aufbau
- beinhaltet radiäre Narbe und komplexe sklerosierende Läsion (> 1 cm mit heterogenerem Aufbau als die radiäre Narbe)
- häufig ADH, DCIS oder invasive Karzinom benachbart
- Phylloidestumore:
- seltene fibroepitheliale Tumore
- klassifiziert als benigne (75% aller), Borderline oder maligne (die ersten beiden zugehörig zur B3-Kategorie)
- lobuläre Neoplasie
- Gruppe bestehend aus atypischer lobulärer Hyperplasie (ALH) und LCIS
- wenig kohäsiv und E-Cadherin-negative Zellen.
- atypische duktale Hyperplasie (ADH):
Synonyme
- atypische duktale Hyperplasie (ADH):
- atypische intraduktale Epithelproliferation, atypische epitheliale Proliferation vom duktalen Typ (ADP)
- flache epitheliale Atypie (FEA):
- Kolumnarzellmetaplasie bzw. -hyperplasie mit Atypien, atypisch zystische Lobuli, duktale intraepitheliale Neoplasie Grad 1a
- Phylloidestumore:
- Cystosarcoma phylloides (wird nicht mehr verwendet)
Keywords
B3-Läsion, FEA, ADH, Papillom, Phylloidestumor
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