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Gewalt im Klinikalltag

Angriff in Erlanger Notaufnahme: Tatverdächtiger soll in Psychiatrie

|von dpa

Nach einem Angriff auf eine Polizistin in der Notaufnahme des Waldkrankenhauses Erlangen und dem darauf folgenden Schusswechsel ordnet ein Gericht nun die vorläufige Unterbringung des 35‑jährigen Tatverdächtigen in einer psychiatrischen Klinik an. Hinweise auf eingeschränkte Schuldfähigkeit verändern die juristische Bewertung des Falls.

Polizeiabsperrband vor Notaufnahme
Polizeieinsatz in der Erlanger Notaufnahme: Nach dem Angriff eines 35‑Jährigen wird nun eine psychiatrische Unterbringung vorbereitet (© Daniel Löb/dpa)

Nach dem Schuss eines Polizisten auf einen mutmaßlich verwirrten und aggressiven Mann in einem Krankenhaus in Erlangen soll dieser zunächst in einer Psychiatrie untergebracht werden. Es gebe Hinweise auf eine eingeschränkte Schuldfähigkeit des 35-Jährigen zum Tatzeitpunkt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.

Gericht sieht eingeschränkte Schuldfähigkeit als möglich an

Daher sei ein sogenannter Unterbringungsbefehl beantragt worden, den das Amtsgericht erlassen habe. Sobald es medizinisch möglich sei, werde der durch den Schuss verletzte Deutsche in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht, teilte sie weiter mit. Gegen den Mann werde weiter wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Aggressiver Vorfall in der Notaufnahme eskaliert

Der augenscheinlich verwirrte 35-Jährige soll in der Nacht zu Dienstag in der Notaufnahme des Waldkrankenhauses Erlangen angegeben haben, vergiftet worden zu sein. Ein Arzt habe wegen des auffälligen Verhaltens die Polizei verständigt. Als die Beamten kamen, wurde der Mann nach bisherigen Ermittlungen aggressiv. Er habe ein Pfefferspray gegen eine Polizistin eingesetzt und sie mit einem Messer angegriffen. Der 25 Jahre alte Kollege der Frau habe daraufhin einen Schuss aus einer Pistole abgefeuert und den Angereifer am Oberschenkel getroffen, teilten die Beamten mit.

Lebensgefahr bestand nicht, der 35-Jährige wird seither in dem Krankenhaus behandelt. Die Polizistin wurde leicht durch das Pfefferspray verletzt. Ihr Kollege blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte danach zunächst Haftantrag gegen den Angreifer wegen versuchten Totschlags gestellt, nach weiteren Ermittlungen nun allerdings den Unterbringungsbefehl beantragt.


Quellen

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