Depressionen in Schwangerschaft und nach der Geburt sind häufig und beeinträchtigen Eltern-Kind-Interaktionen sowie die kindliche Entwicklung. Frühzeitige Therapie ist entscheidend: Psychotherapie bei leichteren Fällen, Medikamente oder Elektrokrampftherapie bei schweren Episoden. Informieren Sie sich über Symptome und Behandlungsoptionen.
Peripartale und postpartale Depression
Depressionen in der Schwangerschaft und nach der Entbindung treten bei mindestens 10–15% der Frauen und 5-7% der Männer auf. Gerade in dieser Lebensphase ist das Stigma sehr groß und die Hemmschwelle für eine Behandlung erhöht. Eine frühzeitige Therapie einer peripartalen Depression ist jedoch sehr wichtig, weil sich die Depression der Eltern ungünstig auf die Eltern-Kind-Interaktion und damit auch negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann. Bei schweren depressiven Episoden ist die Behandlung mit antidepressiven Medikamenten auch in Schwangerschaft und Stillzeit möglich, bei leichteren Episoden gibt es gute Evidenz für die Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren. Auch nichtinvasive Hirnstimulationsverfahren könnten zukünftig vermehrt eingesetzt werden, hier fehlt aber noch die Zulassung für die Behandlung in der Schwangerschaft. Bei sehr schwerer, therapierefraktärer Depression kann auch eine Elektrokrampftherapie in der Schwangerschaft erfolgen.
Definition
- Schwangerschaftsdepressionen sind depressive Verstimmungen, die in der Schwangerschaft auftreten.
- Postpartale Depressionen bezeichnen die depressiven Episoden, die nach Entbindung eines Kindes in der subakuten Postpartum-Periode bis zu 6 Wochen nach Geburt bzw. in der verlängerten Postpartum-Periode bis 6 bis 12 Monate nach Entbindung auftreten.
- Kernsymptome sind wie in anderen Lebensphasen auch gedrückte Stimmung, Antriebsdefizit und Freud- und Interessenlosigkeit.
- Dazu können noch Erschöpfung, Leeregefühl, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Angst vor Kontrollverlust, Ängste, das Kind nicht gut versorgen zu können und mit dem Kind alleine zu sein, Insuffizienzgefühle als Mutter/fehlende Muttergefühle, Selbstvorwürfe/Schuldgefühle, Bindungsverzögerung/Beziehungsstörung, ambivalente Gefühle gegenüber dem Kind und Suizid- und Infantizidgedanken kommen.
Synonyme
- postnatale Depression
- postpartale Depression
- Schwangerschaftsdepression
- peripartale Depression
Keywords
- postnatale Depression
- postpartale Depression
- Schwangerschaftsdepression
- peripartale Depression
Artikel kostenlos freischalten und weiterlesen
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu exklusiven Artikeln auf Thieme Praxis. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos mit wenigen Klicks – oder nutzen Sie Ihren bestehenden Thieme Account.