In einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie bricht am frühen Morgen ein Feuer aus, greift auf den Dachstuhl über und fordert zwei Todesopfer. Rund 60 Patienten werden evakuiert, das Herzkatheter-Labor ist durch Löschwasser beschädigt – 90 Feuerwehrleute stehen im Großeinsatz.
Krankenhausbrand in Ludwigslust: Zwei Tote nach Feuer in der Gefäßchirurgie
Feuer in Patientenzimmer der Gefäßchirurgie ausgebrochen
Beim Brand des Dachstuhls eines Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind zwei Menschen gestorben. «Wir haben zwei Tote», sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bei den beiden Opfern handelt es sich um Patienten.
Ersten Erkenntnissen zufolge war es in einem Patientenzimmer der Station D1 – der Gefäßchirurgie – zu dem Feuer gekommen. Laut Auskunft des Landrats lag einer der später Verstorbenen im Patientenzimmer, in dem das Feuer ausbrach, der andere im Nachbarzimmer. Einer der beiden war zunächst wiederbelebt worden, allerdings erfolglos.
Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen. Inzwischen heißt es vom Landkreis Ludwigslust-Parchim, dass es nur einen Verletzten mit einer Rauchgasvergiftung gebe.
Evakuierung von 60 Patienten läuft kontrolliert ab
Der Dachstuhl des Krankenhauses hatte den Angaben zufolge gegen 4.20 Uhr Feuer gefangen. Die Lage vor Ort sei aktuell höchst dynamisch, hieß es am Morgen. Patienten und Krankenhaus-Beschäftigte wurden aus dem Gebäude evakuiert. Zwischenzeitlich war das gesamte Krankenhaus geräumt worden, wie Klinikleiter Alexander Groß der dpa sagte. Den Angaben zufolge lagen zum Zeitpunkt des Feuers knapp 60 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus.
Aufgrund des guten Brandschutzes habe die Feuerwehr nicht betroffene Stationen aber wieder freigeben können. Dort würden viele Patientinnen und Patienten auch versorgt. Fünf Patienten wurden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.
Die Evakuierung habe sehr gut funktioniert, sagte der Klinikleiter weiter. Es sei alles extrem ruhig und kontrolliert gelaufen. «Alle Patienten sind jetzt versorgt.» Angehörige müssten sich keine Sorgen machen. Es seien alle Ärzte des Hauses im Dienst – auch die, die keine Schichten haben, sagte Klinikleiter Groß weiter. Den Angaben zufolge gibt es auch eine Angehörigen-Hotline. Sie ist unter +49 3874 433 502 zu erreichen.
Am Morgen schlugen Flammen und Rauch aus dem Dach des fünfgeschossigen Hauses. Vor dem Haus der Wiese saßen Menschen, die in Rettungsdecken gewickelt waren. Klinik-Beschäftigte schoben Patienten aus dem Haus über das Krankenhausgelände. Einige Patienten konnten langsam selbst laufen, andere warteten in Rollstühlen und auf Bänken vor der Klinik auf das Ende des Einsatzes. Viele hatten Handtücher um ihre Schultern gelegt.
Löschwasser beschädigt Technik im Herzkatheter-Labor
Die Radiologie-Abteilung sei nicht betroffen, hieß es weiter. Allerdings sei durch das Löschwasser die Technik des Herzkatheter-Labors beschädigt worden.
Der Internetseite des Krankenhauses zufolge hat das Krankenhaus 160 Betten. Es ist das einzige Krankenhaus in der Stadt, und es stellt als Akutklinik unter anderem die Grund- und Regelversorgung in der Region sicher.
Großeinsatz mit 90 Feuerwehrleuten – Drohnen suchen Glutnester
Das Feuer konnte bereits gelöscht werden. Am Vormittag sollten noch Drohnen über dem Gebäude fliegen, um zu prüfen, ob es Glutnester gibt, die von außen nicht zu sehen sind. Den Angaben der Landkreis-Sprecherin zufolge haben in der Spitze etwa 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr die Flammen bekämpft. Zudem waren etwa 40 Beamtinnen und Beamte der Polizei im Einsatz.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) hat den zahlreichen Kräften für ihren Einsatz gedankt. «Die Feuerwehr, der Rettungsdienst, die Polizei und die Beschäftigten des Krankenhauses leisten derzeit Außergewöhnliches», sagte Pegel laut einer Mitteilung. Der Minister sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus. Die zuständigen Behörden arbeiteten mit Hochdruck daran, den Hergang des Brandes aufzuklären.