Startseite Innere Medizin Darmkrebs-Mortalität: Entscheidet der Wohnort über das Überleben?
Sozioökonomische Einflüsse auf das kolorektale Karzinom

Darmkrebs-Mortalität: Entscheidet der Wohnort über das Überleben?

|von Daniela Lukaßen-Held

In sozioökonomisch schwachen Wohngegenden ist das Sterberisiko bei Darmkrebs deutlich erhöht. Entscheidende Faktoren sind späte Diagnosen, ein häufiger Verzicht auf die Operation und die Art der Krankenversicherung – selbst Privatversicherte sind betroffen. Die zugrundeliegenden Mechanismen offenbaren wichtige therapeutische Stellschrauben.

Ein Wegweiser mit zwei Schildern mit den Aufschriften „Landleben“ und „Stadtleben“ an einer Metallstange vor blauem Himmel mit Wolken.
Der Wohnort kann darüber entscheiden, wie früh Darmkrebs erkannt und behandelt wird – mit weitreichenden Folgen für die Überlebenschancen.(© Thomas Reimer/stock.adobe.com)

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und daran zu versterben, ist für ärmere Menschen Untersuchungen zufolge erhöht. Doch welche Risikofaktoren spielen hier die größte Rolle? Warum versterben Menschen, die in sozioökonomisch schwachen Stadtteilen leben, häufiger an Darmkrebs? In einer Kohortenstudie stand diese Frage im Mittelpunkt.

Deutliches Mortalitätsgefälle nach Wohnort

Einbezogen wurden 5.028 Menschen aus 382 städtischen Zählbezirken, bei denen Dickdarmkrebs neu diagnostiziert worden war. Im Schnitt waren die Betroffenen 64,6 Jahre alt. Von den Patienten, die in armen Gebieten lebten, starben 53,3%. Von den Menschen, die in anderen Stadtteilen lebten, starben 43,7%. Dabei zeigten sich signifikante Hinweise auf die wichtigsten Faktoren. Identifiziert wurden:

  • das Stadium bei der Diagnose
  • der Verzicht auf Operationen
  • die Art der Krankenversicherung

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