Bis zu 70% der mit Taxanen behandelten Patientinnen entwickeln eine periphere Neuropathie – wirksame Präventionsstrategien existieren bislang kaum. Ein neues, prospektiv validiertes Risikomodell auf Basis von 5 klinischen Parametern ermöglicht es, besonders gefährdete Patientinnen bereits vor Chemotherapiebeginn zu identifizieren. Zwischen der niedrigsten und der höchsten Risikogruppe lag die Neuropathierate um fast 37 Prozentpunkte auseinander.
Fünf klinische Risikofaktoren ermöglichen TIPN-Vorhersage vor Therapiebeginn
Taxane zählen zu den wichtigsten Zytostatika bei Mamma-, Ovarial- und nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Ihre dosislimitierende Nebenwirkung ist die taxaninduzierte periphere Neuropathie (TIPN), die bei bis zu 70 % der Behandelten auftritt. Wirksame Präventions- oder Therapiemaßnahmen fehlen weitgehend; die wichtigste Gegenmaßnahme bleibt die Dosisreduktion – die jedoch das Gesamtüberleben kompromittieren kann. Zwar wurden in früheren Arbeiten zahlreiche Risikofaktoren beschrieben, die Datenlage war jedoch inkonsistent, da viele Studien retrospektiv angelegt waren oder unterschiedliche Neuropathie-Definitionen verwendeten.
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