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Genetischer Marker für schwere CED

HLA-DRB1*01:03 markiert aggressive Verläufe bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

|von Simone Ritter

Ein einzelnes HLA-Allel könnte künftig helfen, Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und besonders ungünstigem Verlauf früh zu erkennen. In der bislang größten Genotyp-Phänotyp-Analyse mit über 43.000 Betroffenen zeigt HLA-DRB1*01:03 eine unabhängige Assoziation mit Perianalbefall, Kolektomie, Kolonresektion, früherem Therapiebedarf und schlechterem Ansprechen auf Anti-TNF- und JAK-Inhibitoren – über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hinweg.

DNA-Doppelhelix vor blau-orangem Hintergrund
HLA-DRB1_01:03 identifiziert eine Subgruppe von CED-Patienten mit besonders aggressivem Krankheitsverlauf. (© deepagopi2011/stock.adobe.com)

Warum manche Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) einen besonders aggressiven Verlauf zeigen, während andere über Jahre stabil bleiben, ist bislang nur unzureichend verstanden. Bekannt ist, dass ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen und Umweltfaktoren die Suszeptibilität für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bedingt. Innerhalb der HLA-Region wurde HLA-DRB1*01:03 bereits als wichtigster gemeinsamer Suszeptibilitätslocus beider Entitäten identifiziert und mit schwerer, hospitalisierungspflichtiger Colitis ulcerosa in Verbindung gebracht. Neue Daten zeigen zudem, dass dieses Allel die Bildung neutralisierender Autoantikörper gegen IL-10 induzieren kann – ein Mechanismus, der die klinische Bedeutung des Haplotyps über die Kolektomiehäufigkeit hinaus erweitern könnte.

Großangelegte Genotyp-Phänotyp-Analyse in zwei UK-Kohorten

Ein britisches Konsortium hat nun in der bislang größten Genotyp-Phänotyp-Studie zur CED die Rolle von HLA-DRB1_01:03 über das gesamte Spektrum klinisch relevanter Subphänotypen systematisch untersucht. Ausgewertet wurden Daten von 43.762 Patienten europäischer Abstammung (21.839 mit Morbus Crohn, 21.923 mit Colitis ulcerosa oder nicht klassifizierter CED) aus 2 UK weiten Biobanken – der NIHR IBD BioResource und dem UK IBD Genetics Consortium. Die Rekrutierung erfolgte zwischen 2005 und 2025 an mehr als 100 Kliniken. HLA-Allele wurden per Imputation aus Genotypisierungsdaten bestimmt; die Analyse berücksichtigte Geschlecht, Rauchstatus, Nachbeobachtungszeit, Diagnosejahr, genetische Hauptkomponenten sowie 6 in Kopplungsungleichgewicht mit HLA-DRB1_01:03 stehende HLA-Allele. Zeitabhängige Endpunkte wurden über Cox-Regressionsmodelle analysiert.

Deutlich erhöhtes Risiko für Perianalbefall und Operation

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