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MHH in der Vorreiterrolle

Krebsdiagnostik in Rekordzeit: Ganzkörperbilder in weniger als einer Minute

|von dpa

Schneller, genauer und deutlich schonender: An der Medizinischen Hochschule Hannover ist erstmals in Deutschland ein Total‑Body‑PET/CT im Einsatz. Das neue Gerät liefert gestochen scharfe Ganzkörperbilder in weniger als einer Minute – bei geringerer Strahlenbelastung.

Drei hölzerne Gliederpuppen in einer medizinischen Szene: Eine liegt auf einer Liege unter einer transparenten Röhre, während zwei weitere daneben stehen und die Untersuchung beobachten.
Hochauflösende Ganzkörperaufnahmen in unter einer Minuten – das neue Total‑Body‑PET/CT an der Medizinischen Hochschule Hannover macht es möglich. (© C. Schüßler/stock.adobe.com)

Ein neues Gerät an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) soll für Krebsdiagnosen schnellere und genauere Bilder liefern. Mit dem neuen Gerät können nach Angaben der Hochschule 3-dimensionale Bilder fast des gesamten menschlichen Körpers in einem einzigen Untersuchungsschritt erstellt werden.

Das sogenannte Total-Body-PET/CT ist das erste in Deutschland und erst das vierte weltweit. Den Angaben der MHH nach arbeitet das System schneller, präziser und mit geringerer Strahlenbelastung als herkömmliche Anlagen, die die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und die Computertomografie (CT) kombinieren. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) sagte: «Es eröffnet uns neue Möglichkeiten in der Krankenversorgung, weil wir beim Patienten einfach sehr viel schonender und sehr viel schneller sehr viel mehr wissen.» 

Ganzkörperdiagnostik in Sekunden

Nach Angaben der Klinik für Nuklearmedizin erfasst das neue System ein Sichtfeld von bis zu 150 Zentimetern. Damit seien Ganzkörperaufnahmen in weniger als 1 Minute möglich. Bisherige Geräte deckten lediglich etwa 25 Zentimeter ab, weshalb mehrere Einzelaufnahmen nötig sind. Die neue Technik ermögliche genauere Darstellungen bei zugleich kürzerer Untersuchungsdauer und geringerer Strahlenbelastung. Dies sei vor allem ein Vorteil für Kinder oder schmerzgeplagte Patienten. 

Vom neuen Gerät sollen besonders an Krebs Erkrankte profitieren. Klinikdirektor Prof. Dr. Frank Bengel sagte: «Was vorher fast eine halbe Stunde gedauert hat für den Patienten in der Röhre, dauert jetzt 5 Minuten oder auch nur eine.» Mit der neuen Technik seien die Bilder mit einer Auflösung von bis zu 3 Millimetern sogar besser als zuvor (bisheriger Standard: > 4 Millimeter).

Neue Chancen für Medizin und Forschung

Neben der Krebsdiagnostik wird das Total-Body-PET/CT unter anderem in der Herz-, Immun- und Hirndiagnostik eingesetzt. Ferner eröffnet die Technik neue Perspektiven für die Entwicklung und Erprobung von Medikamenten und sogenannten Tracern, also schwach radioaktiven Markersubstanzen.


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