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Portale Hypertension

Leberzirrhose: Neuer TIPS-Stent erstmals im klinischen Alltag

Am Universitätsklinikum Dresden wurde die nächste Stent-Generation weltweit erstmals außerhalb einer Studie eingesetzt. Das Verfahren senkt den Druck in der Pfortader präziser und reduziert das Risiko einer hepatischen Enzephalopathie – ein Fortschritt für Patienten mit portaler Hypertension.

Stethoskop und Leber aus Papier vor blauem Hintergrund.
Ein neuer TIPS-Stent ermöglicht bei Leberzirrhose eine präzisere Drucksenkung in der Pfortader und reduziert das Risiko einer hepatischen Enzephalopathie. (© meeboonstudio/stock.adobe.com)

Weltpremiere in Dresden

Mediziner aus dem Institut und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden haben in Zusammenarbeit mit Ärzten der Gastroenterologie weltweit erstmals eine neue Therapieoption bei Portaler Hypertension außerhalb einer klinischen Studie angewendet. Bei mehreren Patienten wurde ein Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Stentshunt (TIPS) der neuesten Generation eingesetzt. Das Dresdner Team war zuvor maßgeblich an der Entwicklung sowie begleitenden Studien zur Einführung des neuartigen Stents beteiligt.

„Das Beispiel aus unserer interventionellen Radiologie steht für Innovationstransfer und das stete Streben nach einer Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie im Sinne der Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.

Portale Hypertension gezielter behandeln

Alle Patienten mit Leberzirrhose und Aszites werden zunächst konservativ mittels entwässernder Medikamente behandelt. Bei Versagen der medikamentösen Therapie kommt dann die TIPS-Anlage ins Spiel. In den letzten Jahren gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass eine frühzeitige TIPS-Anlage nicht nur weitere Bauchwasserpunktionen verhindern kann, sondern auch das Überleben der Patienten günstig beeinflusst.

Treten Blutungen als Folge der Umgehungskreisläufe auf, behandeln die Mediziner zunächst endoskopisch mittels minimalinvasiver Verfahren. Besteht ein hohes Risiko für eine erneute Blutung, kann mit einer TIPS-Anlage in den ersten Tagen nach dem Blutungsereignis bei einem Teil der Patienten die Prognose deutlich verbessert werden.

Schmalere Stents senken Risiko für hepatische Enzephalopathie

Dabei wählt das Team aus interventionellen Radiologen und Hepatologen den Stent in Abhängigkeit von der gewünschten Drucksenkung. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass für den gewünschten Therapieerfolg häufig schmale Stents ausreichen, was das Risiko für die gefürchtete Komplikation der Hepatischen Enzephalopathie (HE) deutlich reduzieren kann. Die Hepatische Enzephalopathie ist eine Gehirnstörung, die mit Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Verwirrtheit einhergehen kann. Sie wird durch eine innere Vergiftung durch die kranke Leber mit nur noch eingeschränkter Filterfunktion des Blutes ausgelöst. Die neue Generation an TIPS-Stents ermöglicht es den Medizinern nun noch präziser, individueller und schonender auf den jeweiligen Patienten einzugehen.

Vom Studienzentrum in den klinischen Alltag

Die nun erfolgten ersten Eingriffe mit dem Stent sind Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit, die das Institut und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie begleitet hat. Direktor Prof. Ralf-Thorsten Hoffmann war an der in vitro Erprobung beteiligt und Studienleiter der Erprobungsstudie, an der eine Vielzahl an Studienzentren weltweit beteiligt waren.

„Wir sind sehr stolz, nun das Ergebnis auch unserer Bemühungen im klinischen Alltag nutzen zu können und damit weltweit die ersten zu sein, die den Stent außerhalb einer klinischen Studie einsetzen können. Das ist Ansporn für uns, nicht nur als Mediziner unseren Patienten zu helfen, sondern auch die Forschung neuer therapeutischer Möglichkeiten federführend zu gestalten“, sagt er.

Fazit

Der erstmalige Einsatz des neuartigen TIPS-Stents im klinischen Alltag markiert einen wichtigen Fortschritt in der Therapie der portalen Hypertension bei Leberzirrhose. Schmalere Stents ermöglichen eine präzisere Drucksenkung und senken zugleich das Risiko einer hepatischen Enzephalopathie. Für die hepatologische Praxis eröffnet sich damit eine individualisierte, schonendere Behandlungsoption – insbesondere für Patientinnen und Patienten mit therapierefraktärem Aszites oder hohem Blutungsrisiko.


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