Eine Auswertung mit über 124.000 Frauen zeigt messbare Einbußen bei Gedächtnis, Konzentration und emotionaler Stabilität nach der Menopause – verbunden mit einem Verlust grauer Substanz in relevanten Hirnarealen. Die Hormonersatztherapie (HRT) konnte diese Effekte nicht abmildern und ging teils sogar mit stärkeren psychischen Beschwerden einher.
Während der Menopause nimmt die graue Substanz ab und die psychische Belastung steigt
Viele sind von psychischen Herausforderungen, von Schlafstörungen und anderen Auswirkungen betroffen. Was vielen Frauen hilft, ist eine Hormonersatztherapie. Doch über die psychologischen Vorteile dieser Behandlung ist noch nicht ausreichend viel bekannt. Eine Studie hat daher nun die Auswirkungen von Menopause und Hormonersatztherapie auf die psychische Gesundheit, die kognitive Funktion und die Gehirnstruktur untersucht. Eine Erkenntnis: Die Menopause ist mit schlechteren psychischen Gesundheitsergebnissen und einer Verringerung des Volumens der grauen Substanz in wichtigen Gehirnregionen verbunden. Die Hormonersatztherapie kann diese nicht mildern und scheint sogar mit psychischen Herausforderungen einherzugehen.
Kognition und graue Substanz: Was sich nach der Menopause verändert
In die Studie einbezogen wurden 124.780 Teilnehmerinnen, davon:
49.772 Frauen in der Prämenopause
52.252 Frauen in der Postmenopause, die sich noch nie einer Hormonersatztherapie unterzogen hatten
22.756 Frauen in der Postmenopause, die sich einer Hormontherapie unterzogen
Für alle Teilnehmerinnen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten Daten mithilfe von Fragebögen, kognitiven Aufgaben und MRT-Scans (Magnetresonanztomographie) erhoben.
HRT ohne Schutzeffekt – Depression und Angst sogar häufiger
Deutlich wurde, dass Frauen nach der Menopause mit Blick auf Kognition und psychische Gesundheit schlechtere Werte aufwiesen. So waren sie etwa häufiger von Depressionen und Angstzuständen und schlechteren Schlafgewohnheiten betroffen. Die Wissenschaftler erklären dies mit der Abnahme der grauen Substanz im Gehirn in Bereichen, die mit Emotionen und Gedächtnis verbunden sind. Zudem zeigte sich, dass Frauen, die sich einer Hormonersatztherapie unterzogen, noch stärker von Depressionen und Angstzuständen und schlechteren Schlafgewohnheiten betroffen waren.
Fazit
- Die Menopause führt zu schlechteren psychischen Gesundheitsergebnissen und verringert das Volumen der grauen Substanz im Gehirn.
- Eine Studie untersuchte 124.780 Frauen in verschiedenen Menopausestadien hinsichtlich Kognition und psychischer Gesundheit.
- Frauen in der Postmenopause hatten höhere Raten von Depressionen und Angstzuständen, vor allem bei denen, die eine Hormonersatztherapie durchliefen.
- Die Abnahme der grauen Substanz in emotionalen und Gedächtnisbereichen erklärt die verschlechterte psychische Gesundheit.