Klassische Studienedpunkte wie das progressionsfreie Überleben bilten den Nutzen metastasengerichteter Therapien nicht ausreichend ab. Eine internationale Expertengruppe hat nun 2 neue Messgrößen definiert, die behandlungsfreie Zeit und minimale Nebenwirkungen erfassen – Faktoren, die für Patienten unmittelbar relevant sein können. Ihr Konsenspapier, so die Studienautoren, markiere einen Paradigmenwechsel in der Krebsvorschung.
Oligometastasierter Krebs: Zwei neue patientenrelevante Studienendpunkte definiert
Es ist ein Krankheitsstadium zwischen lokal begrenzter Erkrankung und weit fortgeschrittener Metastasierung: Mit oligometastatischem Krebs können heute einige Patientinnen noch viele Jahre bei guter Lebensqualität leben. Dieser Fortschritt ist vor allem metastasengerichteten Therapien (MDT) zu verdanken, dazu gehören etwa hochpräzise lokale Behandlungsmethoden wie die stereotaktische ablative Strahlentherapie (SABR).
Bisherige Endpunkte bilden Patientennutzen unzureichend ab
Einige Experten kritisieren unterdessen, dass die bisher verwendeten Studienendpunkte den Nutzen dieser Therapien nur unzureichend abbilden. Um dieses Problem anzugehen, hat eine internationale Expertengruppe nun Endpunkte für klinische Studien und Krebspatienten mit einzelnen Metastasen definiert. Unter Leitung der MedUni Wien führte das Team eine systematische Übersichtsarbeit internationaler Studienregister durch, ergänzt durch ein Delphi-Konsensverfahren mit 30 Experten und 5 Patientenvertretern. Ziel des Konsensuspapiers ist es, den Nutzen moderner metastasengerichteten Therapien anhand von Messgrößen zu bewerten, die für die Patienten „besonders relevant“ sind.
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