Die innere Uhr beeinflusst weit mehr als nur Schlaf und Hormone – offenbar auch das Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitoren. Wer PD-1- und PD-L1-Blocker früh am Tag erhält, hat deutlich bessere Überlebenschancen. Der Effekt zieht sich durch nahezu alle untersuchten Tumorentitäten – und könnte einen pragmatischen Ansatz für die onkologische Praxis darstellen.
„Früher Vogel“ – Wirkt die Immuntherapie morgens besser?
Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) gegen PD-1, PD-L1 und CTLA-4 haben die Behandlung zahlreicher solider Tumoren verändert und gehören in vielen Indikationen längst zum Therapiestandard. Doch ein bislang oft übersehener Faktor rückt zunehmend in den Fokus: der zirkadiane Rhythmus. Die innere Uhr steuert nicht nur Schlaf-Wach-Zyklen, sondern auch zentrale immunologische Prozesse.
So unterliegen Zahl und Funktion von Immunzellen im Tumormikromilieu ebenso tageszeitlichen Schwankungen wie die Expression von Checkpoint-Molekülen wie PD-L1 und CTLA-4. Daraus leitet sich eine spannende Hypothese ab: Könnte allein der Zeitpunkt der ICI-Gabe über Wirken oder Versagen mitentscheiden? Genau dieser Frage widmet sich das wachsende Feld der Chronotherapie – bislang allerdings vor allem auf Basis kleiner retrospektiver Studien mit uneinheitlichen Definitionen.
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