Die Früherkennung von Prostatakrebs ist weiterhin eine Herausforderung. Der Stockholm3-Test kombiniert PSA-Wert, Proteinbiomarker, polygenen Risikoscore und klinische Faktoren – und eseine Sensitivität ist der des klassischen PSA-Test klar überlegen. So könnten potenziell deutlich mehr klinisch signifikante Prostatakarzinome erkannt werden, ohne die Rate unnötiger Folgeuntersuchungen zu erhöhen.
Stockholm3-Test schlägt PSA-Test bei Prostatakrebs-Früherkennung
Der PSA-Test ist unbestritten wichtig für die Früherkennung von Prostatakrebs, wenn auch seine alleinige Aussagekraft umstritten ist (PSA: prostataspezifisches Antigen). Im Stockholm3-Test wird der PSA-Wert deshalb mit einem Proteinbiomarker im Plasma, einem polygenen Risikoscore sowie klinische Faktoren zu einem „multivariaten Risikoscore“ kombiniert. Und tatsächlich erkennt der kombinierte Ansatz Prostatakarzinome zuverlässiger als der PSA-Test allein , wie eine Sekundäranalyse der prospektiven, randomisierten Screeningstudie STHLM3-MRI vermuten lässt.
Bevölkerungsweites Screening – systematische vs. MRT-gesteuerte Biopsie
In die Studie eingeschlossen waren Männer im Alter von 50–74 Jahren, bei denen beide Tests – PSA und Stockholm3 – durchgeführt wurden. Männer mit einem auffälligen Screeningbefund (PSA ≥ 3 ng/ml oder Stockholm3 ≥ 11) wurden anschließend randomisiert: Im Verhältnis 2:3 erhielten sie entweder eine systematische Prostatabiopsie oder nur eine gezielte Biopsie von Läsionen ab einem PI-RADS-Score ≥ 3 nach einer MRT-Bildgebung (Pi-RADS: Prostate Imaging Reporting and Data System). Über einen Nachbeobachtungszeitraum von 2 Jahren wurde bei 443 der insgesamt 12.670 Studienteilnehmer ein klinisch signifikantes Prostatakarzinom diagnostiziert – das entspricht 3,5%.
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