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Große Sorgen wegen Hitze

Hitze in Deutschland: Jeder Dritte klagt über Gesundheitsbeschwerden

|von dpa

Hitze belastet die Gesundheit in Deutschland immer stärker: Rund ein Drittel der Menschen berichtet laut DAK-Hitzereport 2026 von körperlichen Beschwerden – von Müdigkeit über Kreislaufprobleme bis zu Schlafstörungen. Frauen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. Eine neue Meta-Studie zeigt zudem gravierende psychische Folgen von Hitzewellen.

Eine Person im weißen Kittel mit Stethoskop zeigt mit beiden Zeigefingern auf Holzwürfel, auf denen das Wort „HITZE“ geschrieben steht.
Hitze in Deutschland belastet die Gesundheit vieler Menschen – Frauen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. (© HNFOTO/stock.adobe.com)

Jeder Dritte klagt über hitzebedingte Beschwerden

Rund jede und jeder Dritte in Deutschland hat persönlich bereits gesundheitliche Probleme durch Hitze gehabt. Das seien mehr Menschen als bei der gleichen Umfrage in den Vorjahren gewesen, erklärte die Krankenkasse DAK-Gesundheit, die eine entsprechende Forsa-Studie in Auftrag gegeben hat.

Zu den häufigsten Beschwerden gehörten Müdigkeit und Abgeschlagenheit (71%) sowie Schlafprobleme (68%). Außerdem gab jeweils mehr als die Hälfte der Menschen mit Gesundheitsbeschwerden an, unter Kreislaufbeschwerden (64%) und Kopfschmerzen (52%) gelitten zu haben. Schwindel (32%) und Appetitlosigkeit (27%) traten ebenfalls auf, einige Menschen (7%) klagten auch über Verwirrtheit.

Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer

Unter den befragten Frauen erklärten 40%, belastet zu sein – der Wert liegt fast doppelt so hoch wie bei den Männern (21%). Fünf Prozent der Befragten haben demnach wegen Beschwerden infolge von Hitze einen Arzt aufgesucht. Viel mehr meinten aber, es wäre sinnvoll gewesen, einen aufzusuchen – ganze 13% stimmten der Aussage zu.

Welche psychischen Auswirkungen eine Hitzewelle haben kann: Damit beschäftigt sich eine gerade erschienene länderübergreifende Meta-Studie im Fachjournal «Nature Health». Die Forschenden fanden heraus, dass die Menschen nach einer Hitzewelle häufiger wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen in ein Krankenhaus kamen.

Psychische Folgen: Von Angststörungen bis Demenz

Die Fachleute der Monash University in Australien meinen, eine mögliche Erklärung sei die erhöhte Ausschüttung von Cortisol und anderen Stresshormonen bei extremer Hitze. Das steigere die Reizbarkeit, Angst und kognitive Beeinträchtigungen – und könne zum Beispiel Schizophrenie und Persönlichkeitsstörungen verschlimmern.

Andere Störungen traten den Forschenden zufolge nicht unmittelbar am Hitzetag vermehrt auf, sondern erst nach einigen Tagen, darunter Depressionen, bipolare Störungen, Angststörungen und Demenz. Dabei spielten vermutlich Faktoren wie Schlafstörungen durch Hitzenächte und anhaltender psychologischer Stress eine Rolle.

Hitzeschutz aus Sicht der Bevölkerung unzureichend

Bei der DAK-Studie gaben knapp zwei Drittel der Befragten an, sie machten sich große oder sehr große Sorgen wegen Hitze. Drei Viertel halten die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für nicht ausreichend. Das sei alarmierend, meint der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm.

Die größte Betroffenheit sieht die Mehrheit der Befragten vor allem bei denjenigen, die schwere körperliche Arbeit verrichten, etwa im Handwerk, Bau und Produktion (89%). Auch in der Pflege wird die Betroffenheit als sehr hoch angesehen (86%). 58% der Befragten sehen Schulen und Kindergärten durch Hitze stark eingeschränkt.

Für den Hitzereport der DAK-Gesundheit wurden 1.519 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren vom Forsa-Institut online befragt. Die repräsentative Erhebung wurde vom 22. Juni bis zum 1. Juli 2026 durchgeführt. Der DAK-Hitzereport wurde 2022 erstmals erstellt.

Fazit

Hitze entwickelt sich zunehmend zu einem relevanten Gesundheitsrisiko in der hausärztlichen und fachärztlichen Versorgung. Die steigende Zahl körperlicher wie psychischer Beschwerden – von Kreislaufproblemen bis hin zu Depressionen und Demenz – erfordert eine proaktive Aufklärung und gezielte Prävention insbesondere bei Risikogruppen.


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