KI-Assistenzsysteme in der Koloskopie gelten als vielversprechendes Werkzeug zur Adenom-Detektion. Doch bei Menschen mit Lynch-Syndrom zeigt die internationale CADLY2-Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Bonn ein unerwartetes Bild. In spezialisierten Zentren mit erfahrenen Untersuchenden erkennt die künstliche Intelligenz nicht mehr Krebsvorstufen als die hochwertige Standarduntersuchung.
Darmkrebsvorsorge bei Lynch-Syndrom: KI bringt keinen Zusatznutzen in Expertenhand
Lynch-Syndrom: Warum spezialisierte Zentren den Unterschied machen
Das Lynch-Syndrom betrifft schätzungsweise einen von 300 Menschen und ist damit die häufigste erbliche Ursache für Darmkrebs. Trotz regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen liegt das Lebenszeitrisiko für Darmkrebs bei vielen Betroffenen weiterhin in der Größenordnung von etwa 50%. Umso wichtiger ist die bestmögliche Qualität der Darmspiegelung.
„Menschen mit Lynch-Syndrom unterziehen sich oft über Jahrzehnte hinweg regelmäßigen Darmspiegelungen. Für sie ist jede Verbesserung der Vorsorge von großer Bedeutung. Deshalb wollten wir wissen, ob künstliche Intelligenz einen zusätzlichen Beitrag leisten kann, um Krebsvorstufen noch zuverlässiger zu erkennen.“
– Co-Erstautor Dr. Robert Hüneburg, Oberarzt an der Medizinischen Klinik I des UKB, Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Bonn
CADLY2-Studie: Größte KI-Untersuchung bei erblichem Darmkrebs
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