Testosteronverordnungen bei Männern haben sich in den USA in den letzten 30 Jahren vervierfacht – die Diagnoseraten eines Hypogonadismus blieben jedoch stabil. Eine retrospektive Analyse aus Michigan zeigt nun, wie groß die Lücke zwischen Leitlinienempfehlung und Verordnungsrealität tatsächlich ist: Nur ein Bruchteil der Männer erhält vor der Erstverordnung eine adäquate biochemische Abklärung. Auch relevante Kontraindikationen wie obstruktive Schlafapnoe oder ein bekanntes Prostatakarzinom bleiben häufig unberücksichtigt. Übrigens: Die Situation in Deutschland zeigt durchaus Parallelen.
Testosterontherapie: Nur 12% der Männer werden leitliniengerecht abgeklärt
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Testosteronverordnungen bei Männern haben sich in den USA in den vergangenen 3 Jahrzehnten vervierfacht – während die Diagnoseraten eines Hypogonadismus stabil blieben. Diese Diskrepanz wirft die Frage auf, ob die Substitutionstherapie tatsächlich immer bei den richtigen Patienten ankommt. Denn eine unkritische Verordnung ist nicht ohne Risiko: Hypertonie, Erythrozytose, Infertilität und ein Missbrauchspotenzial gehören zu den möglichen Folgen.
Bestehende Leitlinien der US-amerikanischen Endocrine Society sehen daher vor, dass eine Testosterontherapie erst nach 2-fach dokumentierten erniedrigten morgendlichen Testosteronspiegeln und dem Ausschluss von Kontraindikationen begonnen wird. Wie konsequent diese Vorgaben im klinischen Alltag umgesetzt werden, hat eine Arbeitsgruppe der University of Michigan an einer großen akademischen Einrichtung untersucht [1, 2].
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