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Zuverlässig – auch ohne Skalpell

Bürstentest ersetzt schmerzhafte Biopsie zur Diagnostik von Mundhöhlenkarzinomen

|von Beatrice Hamberger

Ein neuer Multigen-mRNA-Bürstentest aus England erkennt Mundhöhlenkarzinome zuverlässig und ohne Skalpell. Mit einer Falsch-Positiv-Rate von 4,9% und einer Falsch-Negativ-Rate von 4,3% erlaubt er eine präzise Risikostratifizierung. Damit rückt eine schmerzfreie, wiederholbare Alternative sowohl zur Früherkennung als auch zur Überwachung von Mundhöhlen-Plattenepithelkarzinomen zur Gewebebiopsie in greifbare Nähe – zuerst muss jedoch ein geeigneter Industriepartner gefunden werden.

Weit geöffneter Mund mit Blick auf Zunge und Mundschleimhaut
Ein neuer Bürstentest könnte die Früherkennung von Mundhöhlenkarzinomen künftig deutlich vereinfachen. (© Aldeca Productions/stock.adobe.com)

Läsionen an der Zunge oder Mundschleimhaut sind lästig, die meisten jedoch gutartig. Um ein Mundhöhlenkarzinom definitiv auszuschließen, nehmen Ärzte oft Gewebeproben, was nicht nur schmerzhaft für den Patienten ist, sondern auch Risiken wie Infektionen birgt. Andererseits ist eine frühzeitige Diagnose des Mundhöhlen-Plattenepithelkarzinoms (Oral Squamous Cell Carcinoma, OSCC) entscheidend für die Prognose. Bis dato wird mehr als jeder zweite Fall (53%) erst im Stadium IV entdeckt.

Vier Gene im Fokus der molekularen Diagnostik

Eine nicht invasive, skalpellfreie Alternative haben Wissenschaftler der Queen Mary University of London entwickelt. Es handelt sich um den Mehrgen-mRNA-Test qMIDSV3 Bürstentest, der anhand eines einfachen Abstrichs mit einer Bürste die mRNA-Expressionsniveaus von 4 Genen in der Mundschleimhaut bestimmt, die an Zellwachstum, Differenzierung und Transkription beteiligt sind: INHBA, S100A16, YAP1 und POLR2A. Ein Algorithmus berechnet dann einen Malignitätsindex zur Risikostratifizierung.

Das nicht invasive molekulardiagnostische Verfahren haben die Forschenden nun in einer Studie validiert. Dabei wurden den 545 eingeschlossenen Patienten jeweils 2 Bürstenabstriche abgenommen: einen aus der oralen Läsion und einen aus der gesunden Schleimhaut der gegenüberliegenden Seite. Die untersuchten Läsionen umfassten:

  • orales Plattenepithelkarzinom (OSCC): n = 443,
  • orale Leukoplakie (OL): n = 63,
  • oraler Lichen planus (OLP): n = 39.

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